Ernährung & Gesundheit

Abnehmen mit Essen – Ein Kommentar zur Düsseldorfer Obesity-Mortality-Studie (OMS)

Ziel der Studie war die Beantwortung der Frage, ob übergewichtige Personen eine erhöhte Sterblichkeit gegenüber normalgewichtigen Personen haben. Der Einfluss von Adipositas, also starkem Übergewicht, auf die Sterblichkeit (Mortalität) wird seit langem gegensätzlich diskutiert. In der Studie wurden über 6000 adipöse Patienten bezüglich ihrer Sterblichkeit über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten untersucht.
In der Studie konnte u.a. gezeigt werden, dass die mit dem Übergewicht in Verbindung gebrachte höhere Sterblichkeit mit dem Alter bei beiden Geschlechtern sinkt. Eine Auswertung der Blutdruck-Daten unterstützt die Hypothese, dass das steigende Sterberisiko durch hohen Blutdruck bei Personen mit einem hohen Body-Mass-Index (BMI) weniger stark ausgeprägt ist als bei Personen mit einem niedrigeren BMI.

Zugegeben: über das Ergebnis dieser Studie habe ich lange nachgedacht. Eigentlich liegt es doch auf der Hand. Wer extrem übergewichtig ist, belastet seinen Körper mehr, als ein normalgewichtiger Mensch. Wirbelsäule und Gelenke werden stärker beansprucht, das Herz muss mehr leisten, der Blutdruck steigt, die Organe drohen Schaden zu nehmen. Fazit – stark übergewichtige Menschen sterben früher. Die Düsseldorfer OMS zeigt ein anderes Bild.

Zwar ruft sie nicht zur maßlosen Völlerei auf, sie vermittelt jedoch den Eindruck, übergewichtige Personen müssen sich weniger Gedanken machen, dass sie früher sterben könnten, als andere Menschen. Kann unser Körper doch mehr, als wir ihm zutrauen, oder liegt die Lösung des Rätsels ganz woanders?

Ich zweifel die Studie nicht an, jedoch fehlt mir ein Hinweis darauf, inwieweit durch Adipositas bedingte Krankheiten durch die moderne Medizin in den letzten Jahrzehnten so in den Griff bekommen wurden, dass ihre Folgen nicht mehr zwangsläufig zu einem früheren Sterben führen müssen.
Gegen Bluthochdruck gibt es Tabletten, kaputte Kniegelenke lassen sich durch künstliche Gelenke ersetzen. Ist das genetische Programm des Menschen tatsächlich darauf ausgerichtet, mit starkem Übergewicht genauso alt zu werden, wie mit Normalgewicht, oder „verdanken“ wir dies nur der Medizin?

Einen weiteren Aspekt lässt die Studie unberücksichtigt: die Lebensqualität. Haben stark übergewichtige Menschen die gleiche Lebensqualität, wie normalgewichtige? Diese Frage können nur die Betroffenen selbst beantworten.

Mein Fazit: es ist gut, wenn die Wissenschaft Studien betreibt, die Ängste von Menschen nehmen und mit Vorurteilen aufräumen. Es ist nicht gut, wenn diese Studien wesentliche Aspekte des Gesamtproblems vernachlässigen und die Ursachen für das gefundene Ergebnis nicht tiefgründig gesucht werden.

Lesen Sie dazu den Artikel Abnehmen mit Essen.

Quelle: http://www.rbsd.de/DOMS.html

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2 Reaktionen zu “Abnehmen mit Essen – Ein Kommentar zur Düsseldorfer Obesity-Mortality-Studie (OMS)”

  1. Yokebe Erfahrungen schreibt

    Danke für den Artikel!
    Mache mir dank der Studie weniger Gedanken um meine Pfunde 😉

  2. Mirko Seidel schreibt

    Danke für Ihren Kommentar. Es ist gut, wenn mit Ängsten, Vorurteilen und falschen Meinungen aufgeräumt wird. Es ist jedoch auch gut, sein Gewicht im Auge zu behalten – mit einem Lächeln und einem klaren Ziel, falls die Waage mal wieder zu hoch ausschlägt 🙂

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