Depressionen

Altersdepression – Was unterscheidet sie von der Demenz?

AGRA-Park Markkleeberg

Das Alter ist (oder sollte) kein Stadium des Stillstands sein. Täglich erfordert es viele Neuanpassungen, wie andere Lebensphasen auch. Nicht selten werden diese aber als Abschied und Verlust empfunden, nicht als Anpassungs- und Lösungsprozess.

Ältere Menschen stehen vor der Herausforderung, sich aus jahre- und jahrzehntelang festgelegten sozialen Rollen, aus gewohnten Aufgaben, von geliebten Menschen, von Wünschen und Zielen zu lösen. Das Akzeptieren der eigenen Zugehörigkeit zur Gruppe „älterer Menschen“ und der Endlichkeit des eigenen Lebens fällt vielen schwer.

Die Reaktionen ältere Menschen auf die Umstellungen im Leben – Verbitterung, Schwermut, Verstimmungen – werden oft irrtümlich als verständliche oder unweigerliche Folge des Alters betrachtet. Seelische Störungen werden bei älteren Menschen oft als altersbedingt hingenommen, obwohl sie bei jüngeren Menschen als behandlungs-bedürftig gelten.

Nicht selten wird eine Altersdepression mit Anzeichen von Demenz verwechselt und deshalb nicht behandelt. Das führt z.T. zu erheblichen Einschränkungen an Lebensqualität, chronisches Leiden sowie einem erhöhten Risiko für körperliche Erkrankungen und Selbstmord.

Symptome der Altersdepression

Bei der Entstehung von Altersdepressionen spielen sowohl biologische als auch psychologische und soziale Faktoren eine wichtige Rolle. Bei ca. 50 % der Betroffenen gehen kritische Lebensereignisse dem Ausbruch einer depressiven Störung voraus. Es sind häufig:

  • Verlusterlebnisse,
  • schwere körperliche Erkrankungen,
  • lang anhaltende Belastungen,
  • Stress,
  • Einsamkeit und/oder
  • soziale Isolation,

Traten in früheren Lebensjahren schon einmal depressive Episode auf, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung. Das geschieht vor allem dann, wenn im Alter gehäuft Verlusterfahrungen gemacht werden (müssen). Alles, was von der betroffenen Person als seelisch belastend erlebt wird, trägt zur möglichen Entstehung von Depressionen bei. Konkret sind das:

  • als belastend empfundene gesundheitliche oder physische Einschränkungen (Nachlassen der körperlichen Kräfte, Immobilität, Einschränkungen des Wahrnehmungs- und Bewegungsapparates, Schwerhörigkeit, Sehschwäche, Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit etc.),
  • Erfahrung von Hilflosigkeit (z.B. durch Krankheit, häufige Krankenhausaufenthalte, Pflegebedürftigkeit, Perspektivlosigkeit),
  • Verlust von haltgebenden Faktoren (z.B. Bezugspersonen, Beruf, soziale Kompetenz, angenehme Tätigkeiten im Alltag, Selbständigkeit etc.),
  • Stress und Ängste,
  • Depressionsfördernde Medikamente (z.B. blutdrucksenkende Mittel, Hormonpräparate, Entzündungshemmende Medikamente, Anti-Parkinsonmedikamente, Anti-Krebsmedikamente, Medikamente zur Kontrolle von Allergien…),

Viele Einschränkungen und Ablösungsprozesse, die mit dem Älterwerden einhergehen, sind absehbar. Daher ist es möglich, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um den Umgang mit diesen den Wandlungsprozessen gestalten zu können.

Konkrete Maßnahmen

können sein:

  • möglichts frühzeitig vielfältige Interessen entwickeln (sich z.B. spirituellen Themen oder Perspektiven öffnen),
  • Sozialkontakte pflegen, z.B. Gruppen oder Vereinen anschließen,
  • Hilflosigkeit vorbeugen (z.B. durch altersgerechte Umbaumaßnahmen im Haus, Haushaltshilfe einstellen, Gehhilfen, Sehhilfen, Hörhilfen in Anspruch nehmen),
  • Konzentration auf kleinere Lebens- und Verwirklichungsausschnitte (z.B. Gartenarbeit durch die Pflege von Zimmerpflanzen ersetzen),
  • brachgelegene Ressourcen und Fähigkeiten neu entdecken,
  • Einschränkungen nicht als Defizite begreifen, sondern als Herausforderung zu einem anderen Umgang mit den Anforderungen des Alltags,
  • Ausgleiche für erlittene Einschränkungen/Verluste schaffen,
  • Gelassenheit und Achtsamkeit üben,
  • Gestalterisch/schöpferisch tätig sein (z.B. Malen, Singen, Stricken, Basteln für gute Zwecke …),
  • sich selbst für kleine Alltagserfolge belohnen,
  • Schlafrhythmen verregelmäßigen,
  • viel Aufenthalt / Bewegung im Freien,
  • ggf. Ernährungsverhalten ändern (auf bevorzugt leichte, frische Kost),
  • Stress- und Angst- verursachende Faktoren so weit als möglich abstellen oder bearbeiten,
  • bei ersten Anzeichen einer anbahnenden Depression (soweit aus früheren Depressionserfahrungen bekannt), sofort Hilfe hinzuziehen,

Lesen Sie den Leitartikel und weitere Beiträge und Zitate zum Thema DEPRESSIONEN.

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Autor: Mirko Seidel am 12. Mrz 2015 09:08, Rubrik: Depressionen, Texte & Gedanken, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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