(Lebens-)Energie

„Das räschd mich uff“

(hochdeutsch = Das regt mich auf)

Letztens saß ich mit einigen Leuten vorm Fernseher und es kamen gerade Nachrichten. Da mich die alltäglichen Katastrophenmeldungen nicht besonders interessieren, habe ich gar nicht richtig hingehört. Bis plötzlich jemand im schönsten Breitsächsisch laut rief: „O nee, isch ganns nich mähr hern. Das Gelaber. Das räschd mich uff.“ (hochdeutsch =: „Oh nein, ich kann es nicht mehr hören. Das Gelaber. Das regt mich auf“).

Aha. Irgendetwas regte diesen Menschen also mächtig auf. Er schimpfte dann noch weiter. Innerlich kam ich zu der Frage: „Und? Was bringt die ganze Aufregung nun? Was ändert sich dadurch?“

Antwort: Nichts.

Da kam mir eine Idee. Ich fragte die Person, ob sie denn an der Situation, die sie so aufregt, etwas ändern möchte. Die Antwort: „Isch? Nee. Was soll isch denne machen. Isch gann das doch nisch ännern. Misch fragn se doch eh nich.“ (hochdeutsch = Ich? Nein. Was soll ich denn machen. Ich kann das doch nicht ändern. Mich fragen sie doch eh nicht“).

Aha. Ich werde nicht gefragt, also mache ich auch nichts. Das sollen mal schön die Anderen machen und wenn die Anderen was machen, dann rege ich mich darüber auf.

Ich habe die Konversation nicht fortgesetzt. Sinnlos. Wir hätten uns nur im Kreis gedreht und mich hätte das Ganze nur sinnlos Energie gekostet.

Erste Erkenntnis: Aufregen bringt gar nichts, denn dadurch ändert sich nichts, außer vielleicht der Blutdruck. Wenn mir etwas nicht passt, kann ich überlegen, was ich tun kann, um die Situation zu verändern. Ich muss nicht gleich die Welt retten. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen bei mir selbst aus. Was ich nicht ändern kann oder nicht ändern will, muss ich so nehmen, wie es ist.

Zweite Erkenntnis: Mit Menschen zu diskutieren, die sich über alles und jeden aufregen, ohne selbst auch nur eine Millisekunde darüber nachzudenken, was sie selbst verändern können, ist völlig sinnlos und energieraubend.

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Autor: Mirko Seidel am 12. Aug 2016 08:38, Rubrik: (Lebens-)Energie, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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