Sprache & Kommunikation

Ich gehe zum Bäcker – ein schwieriger Fall

Sonntagnachmittag beim Kaffeetrinken. Am Tisch zwei Deutschlehrer mit einem Problem. „Ich gehe zum Bäcker. Zum – Dativ. Wohin gehe ich? Wohin verlangt aber den Akkusativ. Und was nun? Ein Fehler in der deutschen Grammatik. Droht die nächste Rechtschreibreform?

Es hat mich zwei Tage des Nachdenkens gekostet, dann hatte ich des Rätsels Lösung. Der scheinbare Widerspruch zwischen Dativ und Akkusativ liegt in unserer Umgangssprache. Das Wort Bäcker bezeichnet einen Beruf oder eine Person. Der Ort, wo man Brot und Brötchen kaufen kann, ist eine Bäckerei oder heute auch ein Backshop.

„Ich gehe zu Bäcker“. Meine ich damit die Person so lautet die Frage: Zu wem gehe ich. Dativ – zum Bäcker. Meine ich aber den Ort, dann muss es richtig heißen. „Ich gehe in die Bäckerei“. Wohin gehe ich – Akkusativ.

Der Duden hat doch recht.

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3 Reaktionen zu “Ich gehe zum Bäcker – ein schwieriger Fall”

  1. Sven Lehmann schreibt

    Ach wie lieb ich doch,
    des rechten Schreibens wegen,
    Grammatik und andere Wesenheiten des Menschen.

    Stimmt, leider benutzen wir die (unsere) Sprache häufig eher (nur) unbewusst.

  2. Evelyn schreibt

    Die Präposition ‚zu‘ verlangt den Dativ obwohl Du die Frage ‚wohin‘ stellst. Wohin ohne Präposition (ich gehe ins Krankenhaus) verlangt den Akkusativ aber wohin + zu (ich gehe zum Bäcker) verlangt den Dativ.

  3. Mirko Seidel schreibt

    Ja, stimmt … es bleibt jedoch die unkorrekte Verwendung des Wortes im Bäcker im Alltag.

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