Burnout

Burnout – Hilfe und Unterstützung

Im Zustand eines akuten Burnouts sind die Betroffenen oft nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu strukturieren und ansonsten alltägliche Dinge zu verrichten. Das Gefühl der Leere, Sinnlosigkeit und Überforderung betrifft alle Bereiche des Lebens.

Hinzu kommen Ängste vor Gängen auf Behörden, zu Ärzten und Therapeuten. Soziale Kontakte werden abgebrochen. Die Wohnung wird nicht mehr verlassen oder nur noch, wenn es unvermeidlich ist. Das erfordert dann oft ein hohes Maß an Überwindung und Energie, die nicht vorhanden ist. Besonders betroffen sind allein lebende Menschen.

In dieser Situation benötigen Betroffene Unterstützung. Sie brauchen eine verständnisvolle Person an ihrer Seite, die sie bei ihren alltäglichen und notwendigen Aufgaben berät und begleitet, ohne ihr die Eigenverantwortung abzunehmen. Gerade zu Letzterem neigen Familienangehörige und Freunde oft. Sie wollen dem Burnout-Betroffenen alle Last abnehmen. Dies führt aber oft zu einem noch tieferen Abrutschen in die Lethargie und zur Vergrößerung der Sinnleere.

Hilfe in der akuten Burnout-Phase kann sein:

  • Den Zustand des Betroffenen akzeptieren, seine Befindlichkeiten, sein Tempo.
  • Ihm Zeit lassen.
  • Akzeptieren, dass er Zeit für sich braucht, alleine sein möchte.
  • Überprüfen, ob er in der Lage ist, alltägliche Dinge zu verrichten (z.B. Körperhygiene, Einkaufen, Post erledigen, Wohnung sauber halten).
  • Ist dies nicht der Fall, den Betroffenen in Ruhe und ohne Vorwürfe darauf ansprechen.
  • Ihn nicht drängen, bevormunden oder tadeln.
  • Unterstützung anbieten, z.B. gemeinsames Einkaufen, gemeinsame Freizeitaktivitäten, gemeinsam die Wohnung putzen in seinem Tempo.
  • Ihn loben und ermuntern.
  • Das Thema Suizid offen ansprechen.

Fehler in der akuten Burnout-Phase können sein:

  • Dem Betroffenen alle Arbeit abnehmen um ihn zu entlasten.
  • Ihn drängen, alltägliche Dinge in einer bestimmten Zeit mit einem bestimmten Ergebnis zu erledigen.
  • Unverständnis für seine Situation äußern, Vorwürfe und abwertende Bemerkungen.
  • Sich von dem Betroffenen zurückziehen.
  • Ihn mit Hilfsangeboten überschütten.
  • Die Themen Burnout und Suizid vermeiden.

Der Tiefpunkt eines Burnout-Syndroms hat den – temporären – Ausstieg aus dem bisherigen Leben zur Folge. Dieser Ausstieg betrifft zunächst alle Bereiche des Lebens. Erst langsam findet ein Betroffener in das Leben zurück und muss für sich selbst entscheiden, welche Teile seines bisherigen Lebens er übernimmt und welche Veränderungen er möchte.

Diese Zeit, die durchaus mehrere Monate andauern kann, ist eine starke Belastung nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für sein soziales Umfeld – Familie und Freunde. Um diese schwierige Phase nicht eskalieren zu lassen, sollten Betroffene und Angehörige professionelle Unterstützung suchen.

Lesen Sie auch den Leitartikel und die Artikel zum Thema Burnout.

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