Burnout

Aus Burnout in die Selbstständigkeit

Ist die akute Phase eines Burnouts erst einmal überstanden stehen viele Betroffene vor der Frage: Und wie geht es weiter? Möglichkeiten gibt es mehrere: zurück an den alten Arbeitsplatz, eine neue Arbeitsstelle suchen, weiter Sozialleistungen beziehen oder sich selbstständig machen. Jeder muss für sich entscheiden, was für ihn das Beste ist. Den Weg in die Selbstständigkeit scheuen aber viele. Warum? Angst vor dem Neuen, Unbekannten? Zu viele Hürden? Angst vor erneutem Versagen?

Vermutlich ist es von allem etwas. Die Burnouterfahrungen haben den Betroffenen sehr deutlich ihre Grenzen der Leistungsfähigkeit aufgezeigt. Hinzu kamen fehlende Anerkennung, Selbstzweifel, Niederlagen. Einen radikalen Neuanfang zu starten scheuen viele daher und begeben sich lieber wieder auf die alten, vertraut erscheinenden Pfade.

Dabei ist Burnout eine Chance zum Neubeginn – privat wie beruflich. Die notgedrungen genommene Auszeit sollte jedem Betroffenen dienen, sich über das klar zu werden, was er wirklich will, womit er einen großen Teil seines Tages verbringt, was ihm Spaß und Freude bereitet.

Die alte Arbeit kann Spaß und Freude bereiten, aber wieder am selben Platz? Sie kann Spaß und Freude bereitet haben, aber warum kam es dann zum Burnout? Sie kann jahrelang Erfolg und Erfüllung bedeutet haben, aber Menschen verändern sich und mit ihnen die Einstellung zu ihren Tätigkeiten.

Wer hohe Türme bauen will,
muss lange beim Fundament verweilen.
Anton Bruckner

Der Weg in die Selbstständigkeit ist ein langer und nicht immer einfacher Weg. Nicht nur bürokratische Hürden gilt es zu nehmen, ein tragfähiges Konzept muss erstellt, die Finanzierung und die dauerhafte Geldeinnahme sichergestellt werden. Hinzu kommen eventuelle Leistungsbeschränkungen, die der Burnout-Betroffene als Spätfolgen seines seelischen Zusammenbruchs mit sich herumträgt.

Und dann ist da noch das Wörtchen „Wenn“. Wenn es nun nicht klappt? Wenn man nicht genug verdient? Wenn niemand mein Angebot haben will? Wenn ich es nicht schaffe? Wenn, wenn, wenn…

Gibt es dann noch Familienangehörige und Freunde, die zu den tausend eigenen „Wenns“ noch tausend oben drauf packen, scheitert die Selbständigkeit bereits beim ersten Gedanken.

Drehen wir die Fragen doch einmal um: Wenn es nun klappt? Wenn ich genug verdiene? Wenn viele Menschen mein Angebot haben wollen? Was dann? Ein neues, sinnerfülltes und zufriedenes Leben vielleicht? Das wäre ein erstrebenswertes Ziel, das es lohnt, verfolgt zu werden. Und die Frage: Wenn ich es nicht schaffe? Kann man gleich streichen. Man kann alles schaffen – mit einem klaren Ziel, Augenmaß, Weitblick, etwas Glück, etwas Hilfe und vor allem mit Mut.

Also, haben Sie Mut.

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