Politik & Gesellschaft

Das Dritte Gebot

„Du sollst den Tag des Herrn heiligen“ (kath),
„Du sollst den Feiertag heiligen“ (ev.)

„Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber des siebenten Tages sollst du feiern, auf dass dein Ochse und Esel ruhen und deiner Magd Sohn und Fremdling sich erquicken“ (Moses, 23,12). Die Bibel gibt den Tag vor, den die Christen als Feiertag bzw. als Tag des Herrn in ihrem Dritten Gebot bezeichnen – den Sonntag. Von allen weiteren christlichen Feiertagen, die es heute gibt, ist dort nicht die Rede. Sechs Tage Arbeit, ein Tag heilige Ruhe. Alles anderen Feiertage sind menschliche Erfindungen, keine göttliche Vorgabe.

Wie steht es nun mit der Heiligen Ruhe? Trete ich auf meinen Balkon, schaue ich auf eine Neuapostolische Kirche. Sonntagvormittag und Mittwochabend treffen sich die Mitglieder zum Gottesdienst. Die Neuapostolische Kirche verwendet die Lutherbibel, wie sie auch in der Evangelischen Kirche Verwendung findet.
Diese Religionsgemeinschaft hat also für sich beschlossen, den Sonntag als Tag der Heiligung Gottes zu nutzen und zusätzlich noch den Mittwochabend. Vielleicht hält doppelt besser?

In vielen Dörfern finden nur noch einmal im Monat sonntags Gottesdienste statt. Pfarrstellen werden zusammengelegt und mancher Pfarrer auf dem Land hat so viele Pfarrkirche zu betreuen, dass ein Sonntag nicht ausreichen würde, um in jeder Kirche Gottesdienst zu feiern. Der Mitgliederschwund und klamme Kassen machen diese Sparmaßnahmen notwendig, sagen die Kirchenverantwortlichen.

Weicht die Kirche damit ihr Drittes Gebot nicht selbst auf? Das kann man so sehen. Man kann es auch anders sehen: Denn bei Moses steht nicht, dass ich zur Heiligung des Feiertages eines Kirchengebäudes und eines Pfarrers bedarf. Das mögen nützliche Hilfsmittels sein, notwendig sind sie nicht.

Der Tag des Herrn ist bereits dann geheiligt, wenn ich Moses folge und feier. Und da nur noch wenige Menschen heutzutage Ochse, Esel, Magd und Knecht haben reicht es aus, wenn ich sonntags den Rasenmäher und den Laubsauger nicht benutzt, Frau und Kinder Ruhe gönne und mich (ab und zu) mit anderen Menschen treffe, um sie an meinem Feiertag teilhaben zu lassen.

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