Politik & Gesellschaft

Das Sechste Gebot

„Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“ (kath.),
„Du sollst nicht ehebrechen“ (ev.)

Auf den ersten Blick scheint das Sechste Gebot im katholischen und im evangelischen Katechismus ähnlich zu sein. Auf den zweiten Blick aber nicht. Unter Keuschheit wird oft nur die sexuelle Abstinenz oder Enthaltsamkeit verstanden. Das Idealbild der bewussten Keuschheit ist allerdings weitreichender.

Keuschheit bezeichnet das Verhalten einer Person, sich auf Grund eines erworbenen Schamgefühls oder kraft eines bewussten Grundsatzes schamhaft zu verhalten und das Unschamhafte und Verstöße gegen die Sittlichkeit zu meiden.
Das religiöse, katholische Verständnis von Keuschheit, wird als allgemeine Mäßigung verstanden, die nicht auf sexuelles Verhalten alleine beschränkt ist. Noch im Mittelhochdeutschen bedeutete kiusche „sittsam“ oder „bewusst“. Im Neuhochdeutschen verengte sich die Bedeutung hin zur sexuellen Enthaltsamkeit.

In der christlichen Ikonografie ist die Keuschheit als Tugend Gegenpart der Wollust. Die Katholische Kirche erwartet von ihren Mitgliedern also Mäßigung in allen Lebensbereichen – in der Sexualität, im Materialismus. Sie verlangt jedoch keine sexuelle Keuschheit vor der Ehe. Sie verlangt auch keine sexuelle Enthaltsamkeit im kirchlichen Amt. Diese Maßregelungen sind menschliche Zutaten zum Sechsten Gebot.

Die Evangelische Kirche beschränkt ihr Sechstes Gebot auf die Ehe. Sie soll nicht gebrochen werden. Das christliche Eheversprechen beinhaltet den Treueschwur. Der Bruch dieses Schwurs ist also in der evangelischen Kirche mit dem Sechsten Gebot direkt ausgeschlossen, in der katholischen Kirche dagegen nur, wer die Unkeuschheit auf die außereheliche Sexualität ausweitet.
Die evangelische Kirche sagt in ihrem Sechsten Gebot nichts über die Keuschheit vor der Ehe und auch nicht über die Keuschheit im Amt. Das verwundert nicht, geht die evangelische Kirche doch generell offener mit Sexualität um.

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Quelle: www.wikpedia.de

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