Politik & Gesellschaft

Das Vierte Gebot

„Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden.“ (kath).
„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ (ev.)

Der Unterschied zwischen der katholischen und der evangelischen Auslegung des Vierten Gebotes liegt in der Zeitdauer. Die Ehrung von Vater und Mutter beschränkt sich in der Katholischen Kirche auf das Leben auf Erden. Die Evangelische Kirche kennt diese Begrenzung nicht. Glaubt man an ein Leben nach dem Tod, wird die Ehrung der Eltern also auch dann noch gefordert.

Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen von Kindern. Sie sorgen für sie, ernähren und kleiden sie, ermöglichen Bildung. Zumindest sollten sie es tun. Doch wie weit geht die Ehrung von Mutter und Vater? Diese Frage ist hochaktuell vor dem Hintergrund des gesetzlich geregelten Umstandes, dass Kinder zur Kasse gebeten werden können, wenn ihr Eltern in eine Pflegeeinrichtung müssen und Rente und Pflegegeld nicht ausreichen. Die reine Ehrung der Eltern ist zunächst nicht materiell. Sie bezieht auf die Achtung der Eltern. Kommen jedoch finanzielle Aspekte hinzu muss die Frage erlaubt sein, ob ich als Kind tatsächlich ein Leben lang bis zum Tod der Eltern verpflichtet bin, für die Eltern aufzukommen. Gesetzlich gesehen – ja. Moralisch gesehen ist das eine persönliche Entscheidung. Welches Verhältnis hatte oder habe ich zu meinen Eltern? Welche Möglichkeiten habe ich, sie zu unterstützen? Muss ich ein Leben lang dafür Dankbarkeit zeigen?

Kritisch wird es bei Kindern, bei denen sich die Eltern nicht so um sie gekümmert haben, wie man es erwartet hätte. Vernachlässigung, Scheidung und Wegbrechen eines Elternteils bis hin zu Missbrauch sind Fälle, die Kinder in einen Gewissenskonflikt bringen können, wenn sie im Alter für ihre Eltern aufkommen sollen.

Ich verstehe das Vierte Gebot in erster Linie im nicht materiellen Bereich. Die Eltern zu ehren schließt ein, sie nicht zu vergessen, sie zu besuchen, sie teilhaben zu lassen.

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