Depressionen

Depression – muss der Leidensdruck erst unerträglich werden?

Ich kenne einige Leute, die in einer Depression stecken. Sie wissen auch darum, schaffen es aber nicht, mit irgendetwas in Aktion zu kommen, um ihr Situation zu verbessern. Eigentlich unverständlich, warum tun sie nichts, wenn sie merken, dass es ihnen nicht gut geht?

Es scheint so zu sein, dass bei der Leidensdruck bei einigen Menschen erst so groß werden muss, dass er absolut nicht mehr auszuhalten ist. Erst dann sind einige Menschen bereit, Hilfe zu suchen. Allerdings sind sie dann meistens auch so am Boden, dass sie alles annehmen, was ihnen als Hilfe vorgesetzt wird.

Ist es wirklich so, dass der Leidensdruck erst ein Maximum erreicht haben muss, bevor wir reagieren? Nein, so muss es nicht sein. Vernünftig ist es, sofort zu reagieren, wenn wir merken, dass es uns nicht gut geht. Sofort austeigen aus der Situation, die uns belastet. Sofort Ruhe suchen und entspannen. Sofort nach Lösungen suchen die verhindern, dass wir noch tiefer abrutschen. Denk- und Sichtweisen verändern, Strategien entwickeln, damit es möglichst nicht noch einmal zu einer so belastenden Situation kommt.

Und warum tun wir das nicht einfach? Weil viele Menschen gefangen sind im Trott des Alltags, in den Dingen, die sie vermeintlich machen müssen. Weil sie Angst haben vor dem, was kommen könnte, Angst vor dem Ungewissen. Deswegen ertragen sie ihre Leidens-Situation bis zu dem Punkt, wo sie unter dem Druck des Leidens zusammenbrechen. Das müssen sie aussteigen, müssen sich helfen lassen. Sie müssen. Besser wäre eine frühere Erkenntnis, dann ist es kein Müssen, dann ist es ein Wollen.

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Autor: Mirko Seidel am 1. Dez 2017 09:18, Rubrik: Depressionen, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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