Spaß & Satire

Der Meeresspiegel steigt, die Sintflut naht – die Rettung auch

Das Finale – Im Schlauchboot in Seenot

Die Wochen vergehen. Das Wasser hat Garmisch-Partenkirchen erreicht. Deutschland ist überschwemmt.

Auf der Zugspitze steht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und schimpft mit Gott. Er droht dem Allmächtigen mit einem Parteiausschlussverfahren aus der CSU.

Die CIA wertet die Bilder der Aufklärungssatelliten der NASA aus und berichtet:
Über Baden-Württemberg habe man nur wenige Leichen treiben sehen. Dafür stünden in der nahen Schweiz tausende Menschen auf den Berggipfeln und schauen sehnsüchtig nach Norden. Ansonsten sei die See ruhig.

Anders in Bayern. Dort brodelt das Meer, Wasserdampf steigt auf. Man wisse nicht warum, aber man vermute, das Wasser sei in den Höllenschlund eingebrochen und der habe Bayern verschluckt.

Unruhig ist das Wasser auch über Rheinland-Pfalz. Man vermutet dort aber, die Pfälzer haben ihre Weinlager geleert und feiern besoffen auf dem Meeresgrund.

Aus Hessen empfange man immer noch Funksprüche aus dem Odenwald. Der Bunker sei dicht, kein Wasser weit und breit, man habe die Lage im Griff.

Die Bevölkerung des Saarlandes hat sich mit knapper Mehrheit gegen den Anschluss an Frankreich ausgesprochen, darauf habe die Landesregierung die Kohlevorkommen angezündet, bevor die Franzosen einmarschieren konnten. Das hat das kleine Land aber nicht retten können. Die Wellen der feiernden Pfälzer seinen herübergeschwappt und hätten alles überflutet.

In Thüringen hätten tausende versucht, sich an der Stromtrasse nach Bayern zu hangeln, doch die bayerische Staatsregierung hatte die Leitungen an der Landesgrenze gekappt. Einige Menschen hielten sich noch ein paar Tage an den Wipfeln der Bäume im Thüringer Wald, bevor diese im Wasser versanken.

Über Sachsen treiben tausende kurze Baumstämme, Leben habe man keines mehr entdecken können.

Berlin und Brandenburg hatten noch tausende Menschen ausfliegen können, da jedoch der neue Hauptstadtflughafen nicht rechtzeitig fertig geworden sei, hätten es viele nicht geschafft. Beim Versuch von fünfhunderttausend Berlinern vor den drohenden Wassermassen auf den Berliner Fernsehturm zu flüchten, sei dieser zusammengebrochen.

Aus Sachsen-Anhalt konnte niemand gerettet werden. Die Landesregierung hatte für den Bustransfer zur den Berliner Flughäfen Fördermittel der EU beantragt, diese waren auch bewilligt, jedoch konnten die zehn Prozent Eigenmittel nicht aufgebracht werden.

An den Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns habe man neue Schilder entdeckt mit der Aufschrift: Willkommen im Wasserparadies Mecklenburg-Vorpommern.

In Niedersachsen hatte man zunächst, wie geplant, das Wasser in den Salzstock Gorleben geleitet. Das klappte auch ganz gut. Jedoch hatte niemand der Landesregierung mitgeteilt, dass Salz wasserlöslich ist. Daraufhin sei der Salzstock zusammengebrochen und eine Flutwelle hatte das Land überschwemmt. Beim Bau der Tunnels ins Ruhrgebiet sie man unweit der Landesgrenze auf ein unerklärliches Bollwerk aus Holz gestoßen.

Nordrhein-Westfalen hatte Wasser erfolgreich die Stollen des Ruhrgebietes geflutet. Da man zusätzliches Wasser hineinpumpte wurde der Wasserdruck jedoch so groß, dass das gesamte Ruhrgebiet in einer gigantischen Druckwelle nach oben geschleudert wurde und sich dann nach Süden über das gesamte Land ergoss. Bevor man in Köln die U-Bahn-Schächte öffnen konnte sei das Wasser auch schon da gewesen. Nur die Spitzen des Kölner Doms hätten noch einige Tage aus dem Wasser geschaut, seien aber mittlerweile auch verschwunden.

In Hamburg hatte man zu spät gemerkt, dass Kaffeesäcke nicht schwimmen. Die Hansestadt sei daraufhin glanzlos versunken.

In Bremen hatten sich Senat und Elektrizitätswerke in letzter Sekunde auf die Wiedereinschaltung der Stromversorgung geeinigt. Pech war nur, dass das Elektrizitätswerk als erstes Gebäude der Stadt unter Wasser stand.

In Schleswig-Holstein sähe man bei ruhiger See tausende Menschen in Gummistiefeln und Friesennerz missmutig auf dem Meeresboden entlang stampfen, während auf dem Wasser vereinzelt rote Fähnchen mit weißem Kreuz zu sehen sind.

Wochen später berichten Nachrichtenagenturen, man hätte auf dem Atlantik 50 Schlauchboote in Richtung Amerika treiben sehen. Auf einem stand eine Frau unter einer Schwarz-Rot-Goldenen Flagge und hielt eine Rede.

Lesen Sie die weiteren Teile der „Tragödie“:
Der Tragödie erster Teil – Kanzlerin und Minister zuerst,

Der Tragödie zweiter Teil – Die Regierung handelt,

Der Tragödie dritter Teil – Es lebe der Föderalismus,

Der Tragödie vierter Teil – Das mediale Großereignis,

Der Tragödie fünfter Teil – Die Nachbarn machen mobil,

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Autor: Mirko Seidel am 19. Jun 2014 07:31, Rubrik: Spaß & Satire, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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