Ernährung & Gesundheit

Diäten – Die Industrie schläft nicht

Geben sie in einer Suchmaschine im Internet einmal den Begriff „Fasten“ ein, so erhalten sie fast 6 Millionen Einträge. Der Begriff Fastenwandern bringt es auf 135.000 Einträge, Fastenkur auf 133.000 und Fastenurlaub immerhin noch 31.000 Einträge.

Nicht hinter jedem Artikel verbirgt sich ein geschäftliches Angebot. Doch die Branche der Fasten-Erlebnis-Reisen-Anbieter wächst. Fastenkuren in luxuriösen Wellnesshotels, Fastenwandern von Sylt bis in die bayerischen Alpen, Fastentage in Klöstern – alles ist zu haben. Sicher ist es nicht jedem gegeben, sein Fastenprogramm im stillen Kämmerlein allein durchzuziehen. Doch man darf sich die Frage stellen: Haben die Anbieter all dieser Angebote eigentlich ein Interesse daran, dass ich abnehme, mich besser fühle und das dauerhaft? Nein, haben sie vermutlich nicht, denn ich soll ja im nächsten Jahr wiederkommen.

Fasten bedeutet bewusster Verzicht. Verzicht auf Liebgewonnenes, Alltägliches, auf Schädliches. Ob ein Fünf-Sterne-Hotel mit Luxus-Spa-Bereich und diätetischem Nahrungsangebot wirklich der richtige Ort ist, um den Gedanken des Fastens zu verinnerlichen, daran habe ich meine Zweifel. Fasten muss auch nicht bedeuten, dass ich bei Wasser und Brot im Kerzenschein im Schuppen hause. Jedoch scheint mir gerade in unsere heutigen Zeit im Verzicht auf die Annehmlichkeiten des modernen Lebens der größte Sinn und Nutzen des Fastens zu liegen. Das kann man z.B. in einem Kloster tun.

Und dann ist ja da noch die Presse. Nach Weihnachten werden die bunten Blätter nicht müde, uns jede Woche mit einer neuen Superdiät zu überfallen, die – im Idealfall – bei geringstem Verzicht ein Ergebnis in wenigen Tagen liefert. Super. Wenn es so einfach wäre, dann hätten wir kein Übergewichtsproblem mehr. Eine Frauenzeitschrift hat es geschafft, die Spitzenposition in der Super-Schnell-und Schlank-Fett-Weg-Diät-Presse zu ergattern. Komisch. Wenn die Diät des letzten Jahres doch so gut gewesen sein soll, warum brauchen ich dann in diesem Jahr eine Neue?

Oder liegt es an uns? Gut 40 Tage Fasten zwischen Aschermittwoch und Karfreitag ist ja ganz gut und schön, aber was ist mit den anderen 325 Tagen im Jahr? Diäten sind was Gutes, wenn man aus Ihnen Schlüsse zieht für die Zeit nach der Diät. Und wenn nicht, dann kommt der allseits bekannte Jo-Jo-Effekt. Leider wirkt der sich nicht auf Ihr Portemonnaie aus.

Bei allen Kur- und Wellnessangeboten, Diätrezepten, Abnehmshows im Fernsehen, Pillen und Pülverchen – Fasten bleibt etwas Individuelles und es beginnt, wie so vieles im Leben, im Kopf.

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