(Lebens-)Ziele

Der Drachentöter

Der Heilige Georg in der Schedel´schen Weltchronik 1493

Am Chor der Leipziger Nikolaikirche gibt es ein Hufeisen. Und dazu gibt es eine Geschichte.

Vor grauer Zeit lebte in den Wälder bei Leipzig ein Lindwurm, der fraß alles, was sich ihm in den Weg stellte, Menschen, Vieh, einfach alles. Die Menschen hatten Angst und versuchten, den Lindwurm zu töten. Das gelang ihnen nicht, denn der Lindwurm hatte einen Panzer aus harten Schuppen.

Was macht man, wenn man den Feind nicht töten kann, man verhandelt. Das taten die Leipziger. Der Lindwurm hatte ein Einsehen und sagte: „ Na gut, bringt mir jeden Tag ein Stück Vieh und ich lasse euch in Ruhe.“ Die Menschen brachten ihm ihr Vieh, bis keins mehr da war. Da hatten sie wieder Angst. Der Lindwurm sagte: „Bringt mir jeden Tag eine Jungfrau und ich lasse euch in Ruhe.“

In Leipzig herrschte damals schon Demokratie und so ging es nach dem Alphabet. Eines Tages war die Tochter des Bürgermeisters an der Reihe, das schönste Mädchen in der Stadt. Man führte sie vor die Tore der Stadt, der Lindwurm kroch heran. Da näherte sich mit Gedonner und Getöse
ein Ritter, der Heilige Georg. Georg wusste, wo die verwundbare Stelle des Lindwurms war. Er zog sein Schwert und stach dem Ungeheuer durch das Maul. Lindwurm tot, Stadt glücklich, Bürgermeister glücklich, Tochter sehr glücklich. Der Heilige Georg hatte so viel Schwung, dass sein Pferd kaum die Kurve an der Nikolaikirche schaffte und ein Hufeisen verlor.

Der Bürgermeister fragte den Ritter, was er als Lohn haben wolle. Er bot ihm sein Amt an, sein Geld, seine Tochter. Doch der Heilige Georg lehnte ab. „Gebt mir ein neues Hufeisen, das ist mir Lohn genug. Er bekam sein neues Hufeisen und zum Dank hat man das alte Hufeisen an der Kirche befestigt.

Soweit die Geschichte. Warum erzähle ich diese Geschichte? Weil sie uns viel erzählt. Kämpfe nur, wenn du dir sicher bist, den Kampf gewinnen zu können. Ansonsten verhandel und hol das Beste für dich heraus. Du musst wissen, was du tust, wo du „angreifst“, um den „Gegner“ zu schlagen. Nimm den Dank an aber überlege dir, was du wirklich brauchst als Lohn.

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Autor: Mirko Seidel am 3. Nov 2017 12:06, Rubrik: (Lebens-)Ziele, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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