Erfolg & Glück

Hör nicht darauf, was andere sagen

Mathematik war nicht so mein Ding, vor allem nicht in der 11. und 12. Klasse. Eines schönen Tages stand ich mal wieder an der Tafel und sollte eine Aufgaben lösen, Ich hatte nicht den geringsten Dunst, was ich tun sollte. Angesichts meines Versagens fragte mich meine Mathematiklehrerin, warum ich Abitur machen wolle. Ich antwortete: „Weil studieren will.“. Daraufhin ihre Antwort: „Herr Seidel, Sie werden nie studieren.“

Das Leben und ich wollten es anders. Ich habe studiert und einen ganz passablen Abschluss hingelegt.

Was war passiert? Dass ich in Mathematik glatt versagt habe, hatte nichts mit Faulheit zu tun. Ich habe es einfach nicht kapiert. Trotz Nachhilfe – es ging bei mir nicht in die Platte. Die Lehrerin war von der Sorte: Ich kanns, wer schnell begreift hat Glück, der Rest hat Pech.

Sie versuchte, durch stures Wiederholen von mathematischen Abläufen das Wissen in die Köpfe der Schüler zu pressen. Völlig sinnlos, denn stures auswendig Lernen, ohne zu begreifen, bringt niemanden weiter. Und so baute ich einen inneren Widerstand auf gegen alles, was mit Mathe und der Lehrerin zu tun hatte.

Als der Satz fiel: „Herr Seidel, Sie werden nie studieren“ sträubte sich wieder alles in mir. Damals wusste ich nicht, was sich da in mir auflehnt. Heute weiß ich es. Es war das innere Wissen, dass dieser Satz nur die Meinung der Lehrerin war, ihre Sicht auf die Dinge und wie die Welt und die Menschen darin zu funktionieren haben. Es war nicht meine Sicht auf die Welt.

Doch genau solche Sätze sind es, die Kinder und Jugendliche wieder und wieder hören und schlussendlich glauben. Sie glauben nicht an sich und ihren Erfolg, weil sie über Jahre immer nur gehört haben, wie dumm, faul und frech sie sind und dass aus ihnen nie etwas wird.

Ich kann meine Lehrerin heute verstehen. In ihren Augen war ich ein Schüler, der nicht bereit war, Instruktionen zu folgen und das zu tun, was man vom ihm verlangte. Und in ihrer Welt bedeutete das, dass man es zu nichts bringen wird. Eines hat die Lehrerin aber übersehen. Es gibt nicht nur Leute, die Instruktionen ausführen, sondern auch solche, die Instruktionen geben. Wer Instruktionen nicht ausführen kann oder will, der kann immer noch welche geben. Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, wo er stehen will.

Heute stehe ich genau da – auf der Seite des Gebers. Ich habe mein eigenes Unternehmen und bin mein eigener Chef. Ich kann arbeiten oder ich kann nicht arbeiten. Ich habe mich gelöst von der Welt der Anderen, die mir vorschreiben will, wie ich zu sein habe und mir meine eigene Welt aufgebaut.

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