Politik & Gesellschaft

Die einsame Gesellschaft

Letztens habe ich im Fernsehen eine Reportage über Menschen gesehen, die einsam zuhause sterben und erst nach Tagen oder Wochen entdeckt werden.

Schlimm, wenn man von niemandem vermisst wird, wenn niemand nach einem schaut und fragt: „Wie geht’s dir denn?“

Ich habe das Gefühl, die Menschen werden in unserer Gesellschaft immer einsamer. Sind wir alle weniger abhängig voneinander geworden und müssen deswegen weniger zusammenwirken?

Vielleicht liegt es daran, dass immer mehr Menschen ihr eigenes Ding machen wollen, statt zusammen etwas zu tun oder andere teilhaben zu lassen. Vielleicht haben wir höhere Ansprüche an die Menschen in unserer Umgebung.

Oder liegt es daran, dass es zu viele Möglichkeiten gibt, sich selbst alleine zu Hause abzulenken, vor dem Fernseher oder im Internet?

Der Mensch ist nicht geschaffen, dauerhaft alleine zu leben. Wir brauchen Freunde, Menschen, die für uns da sind, wenn man sie braucht. Und natürlich auch anders herum.

Gegenseitiges Interesse ist das Geheimnis, nicht einsam zu werden. Wir brauchen Freundschaften und Beziehungen genauso, wie die Menschen in früheren Zeiten. Wir mögen wirtschaftlich weniger abhängig voneinander zu sein, emotional sind wir immer noch auf andere Menschen angewiesen. In Zeiten der Großfamilie war es schwerer, einsam zu werden. Heute ist es viel einfacher geworden, einsam zu werden. Gemeinsam sind die Irrungen und Wirrungen des Lebens viel besser zu ertragen und zu bewältigen.

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Autor: Mirko Seidel am 1. Nov 2017 09:09, Rubrik: Politik & Gesellschaft, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

2 Reaktionen zu “Die einsame Gesellschaft”

  1. Sven Lehmann schreibt

    Die Frage ist nur, wie bekommen wir es hin, die Brücken zum Gegenüber (wieder) zu bauen? Vielfach fehlt Zeit, die Idee und das Baumaterial.

  2. Mirko Seidel schreibt

    Die Zeit haben wir nicht, aber wir können sie uns nehmen. Die Ideen schlummern in uns, wir müssen sie nur (wieder) ausgraben – eine Einladung zum Essen, ein Gespräch im Treppenhaus … und das Baumaterial sind Kommunikation und Verständnis.

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