Spaß & Satire

Es war einmal … ein Tag im Leben einer Königin (4)

Derweil begibt sich die Königin in ihren Thronsaal …

… und nimmt auf dem vergoldeten Sessel im Form eines Seeadlers Platz. Die Minister treten ein und nehmen vor ihrer Gebieterin in Reihe Aufstellung.
„Guten Morgen, Herrschaften“ eröffnet die Königin ihrer Kabinettsorder. „Ich habe heute nicht viel Zeit. Später kommen noch irgendwelche Wirtschaftsquerulanten und der böse Zauberer Barack hat sich angekündigt. Also machen wirs kurz.“ Sie legt eine kurze theatralische Pause ein.
„Hier also meine Order für den heutigen Tag: Macht einfach nichts, eure Königin hat die Lage im Griff.“ Die Königin wartet und schaut lauernd in die Gesichter ihrer Ministerriege. „Noch Fragen?“ herrscht sie die Anwesenden an. „Nein? Gut. Ihr könnt gehen.“ Die Minister entfernen sich schweigend.

Geschafft. Königin Angela lässt sich in ihren Thronsessel fallen. Sie ist zufrieden mit sich. „Läuft doch gut der Laden“ spricht sie mit sich selbst.

Es klopft an die Tür. „Herein, wenns nicht der König ist“ Sie lacht verschmitzt. Die Tür öffnet sich und herein treten die Pummel-Claudia und der Schnodder-Jürgen aus der Palastküche. „Was wollt ihr?“ fragt Königin Angela genervt.
„Teuerste Majestät“ hebt Schnodder-Jürgen an, „ Eure hochwohlgeborener Gatte weilte gerade bei uns in der Küche…“
„Was?“ Angela will schon lostoben, fängt sich aber wieder. Contenance wahren. „Und was wollte er?“ fragt sie huldvoll.
„Nun, Euer geschätzter Gatte hat sich über das Frühstück beschwert“ antwortet Pummel-Claudia.
„Ja na und?“ die Königin versteht nicht.“
„Na ja“ Schnodder-Jürgen weiß nicht, wie er es sagen soll.
„Na los, raus mit der Sprache.“ Die Königin wird ungeduldig.
Pummel-Claudia fasst sich ein Herz: „Euer hochwohllöblich geschätzter Gatte hat sich über den Veggi-Day beschwert und gedroht, er wird alles Gemüse verbieten lassen, wenn er nicht ab sofort jeden Morgen einen halben Schweinebraten zum Frühstück bekommt.“
Die Königin schaut gelangweilt. „Ja und weiter? Soll ich mich auch noch um diesen Mist kümmern? Gebt ihm, was er will und lasst mich in Ruhe herrschen ähm, regieren.“

„Ja aber der höchsterhabene Oberhaushofmeister Joachim hat doch ausdrücklich gesagt, dass wir den Veggi-Day einführen sollen, wenn wir an die Macht wollen“ sagt Schnodder-Jürgen.
„Kapier ich nicht“ Die Königin wird unruhig. „Wieso kommt ihr mit dem Veggi-Day an die Macht?“ Sie blickt misstrauisch auf die beiden Küchenmammselln.
Pummel-Claudia fährt fort: „Wir sollen den Veggi-Day von Mittwoch auf Freitag und Sonntag und dann auf die ganze Woche ausdehnen. König Sigmar würde vor Hunger brüllen, Euch, meine teuerste Gebieterin, in seinem Hungerwahn erschlagen und dann wäre der Weg frei. Das hat der Oberhaushofmeister gesagt“ betont Pummel-Claudia.
„Also jetzt hört mir doch alles auf“. Die Königin schäumt vor Wut. „Da habe ich diesen Pfaffen aus dem Armutsghetto im Osten herausgeholt, ihm einen hochbezahlten Posten zugeschanzt mit lebenslanger Leibrente, Chauffeur und Büro und dann intrigiert dieser Kanzel-Mafioso hinter meinem Rücken gegen mich? Und ihr macht da auch noch mit?“ Sie brüllt die beiden Küchenamseln an. Pummel-Claudia und Schnodder-Jürgen gehen in Deckung. „Verschwindet aus meinen Augen und aus meiner Küche. Hinaus“ brüllt die Herrscherin völlig aufgebracht mit Schaum vorm Mund. Sie lässt sich wieder in ihren Thron fallen, dass der Adler unter ihr ächzt. Hätte ich mal bloß den Reis-Philipp und den Pickel-Guido in die Küche gesteckt. Da gäbs zwar jeden Tag Ente süß-sauer mit weißer Soße, aber wenigstens wären die beiden dankbar gewesen, wenigstens in der Nähe ihrer Gebieterin sein zu dürfen, denkt sie.

Was bisher geschah:
Der Tag beginnt,
Zur gleichen Zeit in der Palastküche,
Das Frühstück für Königin Angela und König Sigmar ist angerichtet ,

Und so gehts weiter:
Besuch kündigt sich an,

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Autor: Mirko Seidel am 1. Okt 2014 07:41, Rubrik: Spaß & Satire, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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