Spaß & Satire

Es war einmal … Ein Tag im Leben einer Königin (6)

Die geschaffte Königin

„Ich bin da“ schreit der böse Zauberer Barack aus dem Fenster seines Kampfjets.
„Das sehe ich“ schreit Königin Angela zurück.
„Ich weiß alles“ brüllt der Zauberer.
„Ich wüsste gern alles“ schreit die Königin zurück und ärgert sich sofort über sich selbst. Barack lacht. „Na, teuerste Königin meines Vasallenreiches, wie war Eure letzte Nacht? Und zugelegt habt Ihr auch wieder“

„Na und“ stammelt Königin Angela, „ich bin die Königin, ich muss schließlich etwas darstellen. Und außerdem hört der Lauscher an der Wand immer seine eigene Schand.“ Sie streckt dem Zauberer Barack die Zunge raus. „Wir gehen erst mal essen“.
„Toll“ antwortet Barack, „ich hab eine Schweinkeule für Euren Gemahl mitgebacht, der hat doch immer Hunger, besonders heute, am Veggie-Day.“ Der Zauberer grinst. „Wo ist Euer Gemahl eigentlich?“

„Keine Ahnung“, die Königin ist ratlos, als sie ein lautes Rufen hört.
„Schweinekeule, es gibt Schweinekeule“. Die Tür zum Speisesaal springt auf und herein stürzt König Sigmar. „Alles meine, Schweinekeule, ich will Schweinekeule.“
„Jetzt reiß Dich mal zusammen“ herrscht seine Frau ihn an. „Du wirst erst einmal artig unsere Gäste begrüßen, Dich manierlich an den Tisch setzen und gepflegt mit uns speisen. Wo warst Du eigentlich?“

„Ich, ähm, habe die Wirtschaft unterstützt. Tag, Zauberer Barack, Du bist mein Held“. Der König lässt sich auf einen Stuhl fallen und beginnt zu essen. Doch seine Frau ist noch nicht fertig mit ihm. „Welche Wirtschaft hast Du denn unterstützt?“
„Die Lebensmittelindustrie“ antwortet der König schmatzend.
„Das dachte ich mir“ herrscht seine Frau ihn an, „Du warst wieder fressen an der Frittenbude“.
„Na wenn man hier nichts kriegt“, der König ist beleidigt.

„Immer mit der Ruhe“ mischt sich der böse Zauberer Barack ein, „nun bin ich ja da und bringe für alle genügend zu essen“.
Die Königin ist misstrauisch. „Du machst doch nie etwas ohne Gegenleistung. Sag, was Du willst“

Zauberer Barack antwortet: „Ich ernähre Euch, ich bringe Euch Frieden und Freiheit und dafür folgt ihr mir blind und bedingungslos, bekämpft meine Feinde und lasst meine Spähaugen ungehindert schalten und walten.“

„Und wenn nicht?“ fragt Königin Angela.
„Dann fürchtet Euch vor meiner Strafe“.
„Die da wäre?“ fragt die Königin gelangweilt.
„Dann gehört ihr zum Reich des Bösen, seid an allem Schuld und es gibt nichts mehr zu fressen, so.“ Der Zauberer ist beleidigt.

„Gnade großer Zauberer“ winselt König Sigmar, „alles, was ihr wollt, nur nicht das Essen streichen“. Die Königin überlegt. „Na gut, wir machen bei allem mit und sind artig. Aber bitte keine Kameras mehr in meinem Schlafzimmer“.

Der Zauberer lacht, „Welche Kameras? Brauchen wir nicht, Euer Palastclown ist ein guter Erzähler.“
Die Königin tut so, als hätte sie das nicht gehört. Insgeheim kocht sie.

Der Besuch ist vorbei, die Schweinekeule vertilgt, der böse Zauberer Barack wieder abgereist. Die Königin fällt erschöpft ins Bett, neben ihr ihr Mann.
„Meine Fresse, das war ein Tag“, stöhnt sie. „Ja stimmt“ pflichtet ihr Mann bei, „das Essen war eine Wucht“.
„Du elender Fresssack, immer nur das eine im Kopf, das ist ja nicht auszuhalten.“
„Was willst Du denn?“ fragt König Sigmar verdutzt, „sei doch froh, ich könnte ja auch mitregieren …“. Bloß nicht“, fällt ihm seine Frau ins Wort, „dann friss lieber weiter.“

„Und was machen wir nun?“ fragt der König. „Wir haben noch was nachzuholen“ er setzt seinen Schlafzimmerblick auf.
„Vergiss es“, herrscht die Königin ihn an. „Ich habe morgen tausend Termine und außerdem Kopfschmerzen“.
„Och komm“ bettelt der König, „nur ein bisschen …“ Doch er sollte seinen Satz nicht beenden können. Im Schlosshof erhebt sich ein ohrenbetäubender Lärm.

„Ich bin zurück, ich habe sie vernichtet, ich bin die Größte, ich bin die Königin“ schreit es vom Schlosshof in das königliche Schlafgemach.

„Ach du Scheiße“ entschlüpft es der Königin, „die hatte ich ja ganz vergessen“.
„Frau Königin, Euer Auftrag ist erfüllt“ Kanonen-Ursel stürzt die Treppe hinauf und in das königliche Schlafgemach. „Gebt mir die Macht oder ich nehme sie mir.“

„Na nun mal langsam“ unterbricht die Königin den Walküren-Auftritt. „Erstens: die Macht bekommst Du nur, wenn Du den alten Fettsack mitnimmst. Zweitens: das Volk hat gewählt und mich zu seiner Königin gemacht und Drittens: hab ich noch zwei Aufgaben für Dich, wenn Du die meisterst, dann reden wir über die Macht.“

„Sag an“ höhnt die Armee-Amazone, „ich besieg sie alle“.
„Nun gut“ hob die Königin an, „zuerst fängst Du meinen Palastclown Gregor, stopfst ihn in Dein Kanonenrohr und schießt ihn so weit weg, wie nur möglich.“
„Schon so gut wie erledigt“ erwidert Super-Ursel siegesgewiss. „Und die zweite Aufgabe?“
Die Königin überlegt. „Nun, da Du die aufsässigen Bajuwaren besiegt hast, stört nur noch der böse Zauberer Barak meine Alleinherrschaft. Erledige ihn.“

„Wird erledigt“ tönt es aus dem Treppenhaus des Palastes, denn Granaten-Guste ist bereits auf dem Weg zu ihrem Panzer.
„Und lass Dir ruhig viel Zeit“ ruft Königin Angela hinterher.

„So, geschafft“ sagt sie zu ihrem Gatten. „Und nun bin ich müde“. „Aber wir könnten doch noch …“ „Halts Maul“ herrscht sie ihren Ehemann an. „Jetzt wird geschlafen“.
Enttäuscht fällt König Sigmar in die Kissen.

Wenig später hört man im Palast nur das leise Pfeifen der Königin und das Grunzen ihres Königs.

Ende

Was bisher geschah:
Der Tag beginnt,
Zur gleichen Zeit in der Palastküche,
Das Frühstück für Königin Angela und König Sigmar ist angerichtet ,
Derweil begibt sich die Königin in ihren Thronsaal ,
Besuch kündigt sich an,

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Autor: Mirko Seidel am 7. Okt 2014 10:10, Rubrik: Spaß & Satire, Texte & Gedanken, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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