Ernährung & Gesundheit

Fasten im 21. Jahrhundert

Fasten muss nicht zwangsläufig nur den Verzicht von Nahrungs- und Genussmitteln bedeuten. In unserer hektischen, stressigen und hochtechnisierten Welt gibt es vielfältige Formen des Fastens. Fasten, also verzichten, kann man auf das, was einem das Leben versüßt, es einfacher macht, was uns fesselt, was uns stresst. Der bewusste Verzicht – sei es auch nur für einen begrenzten Zeitraum – macht uns den Wert der Dinge sichtbar und lässt uns über unser Verhalten nachdenken.

Wie wäre es z.B. mit Handyfasten. Das Handy ist unser ständiger Begleiter geworden. Überall nehmen wir es mit hin, auf Arbeit, zum Sport, ins Restaurant, manche sogar ins Kino und ins Bett. Wir sind rund um die Uhr für jedermann erreichbar. Mehrere Millionen Jahre ist der Mensch ohne Handy ausgekommen. Und nun soll ein Leben ohne Handy nicht mehr möglich sein? Natürlich macht ein Handy das Leben angenehmer und bequemer. Termine lassen sich kurzfristig absagen oder verschieben, vieles wofür man früher Briefe schreiben und tagelang auf Antwort warten musste, ist nun in wenigen Minuten geklärt. Doch das ständige Geklingel und Gepiepse nervt und es kann auch krank machen, wenn ich gar nicht mehr in der Lage bin, abzuschalten und nur noch auf mein Handy starre und warte, wer mich denn nun endlich anruft oder mir eine SMS schickt. Deshalb: Handy aus – bewusst. Nur noch erreichbar sein, wenn es unbedingt nötig ist, z.B. während der Arbeitszeit oder wenn ich mich verabredet habe. Schlafzimmer, Kino, Theater, Restaurant, Sport, Spazierengehen – alles ohne Handy. Keine Nachricht auf der Welt ist so wichtig, dass sie nicht auch noch eine Stunde warten kann, bis sie mich erreicht.

Oder machen Sie einmal Stressfasten. Stress ist für viele Menschen zum alltäglichen Begleiter geworden. Morgens Hektik am Frühstückstisch, Stau auf dem Weg zur Arbeit, Ordner und Papier, stapeln auf dem Schreibtisch, der launische Chef, abends das Hetzen durch den Supermarkt, Anrufe, Kurznachrichten, E-Mails. Stress, Stress, Stress … Stress macht krank, Herz-Kreislaufbeschwerden, Schlafstörungen, Angstzustände bis hin zu Depressionen und Burnout.

Schreiben Sie auf, was Sie stresst. Schreiben Sie auch auf, welche Folgen der Stress für Sie hat. Und dann denken sie nach, welchen Stress Sie vermeiden wollen und wie. Eine bessere Zeitplanung, das Erledigen von Aufgaben nacheinander, auch mal Nein-Sagen, Aufgaben delegieren. Setzen Sie Ihren Plan um und beobachten Sie, was sich in ihrem Leben und an Ihrem Gesundheitszustand verändert.

Und nun schlachten wir die heilige Kuh – den Fernseher: Er ist mittlerweile zum Mitglied der Familie geworden. Menschen heulen Rotz und Wasser, wenn ihr Lieblingsserienheld im Fernsehen stirbt oder das arme Mauerblümchen am Ende den reichen Prinzen bekommt. Auf Arbeit wird ausgewertet, ob der muskulöse Oberkörper des schnuckeligen Hauptdarstellers auch richtig in Szene gesetzt wurde. Im wahren Leben sind viele Menschen aber nicht mehr in der Lage, Gefühle zu äußern oder am Leben ihrer Mitmenschen teilzuhaben.

Lassen Sie die Kiste einfach mal aus. Glauben Sie mir, Sie verpassen nichts. Nutzen Sie die Zeit und verbringen Sie diese mit den Menschen, die Ihnen am nächsten und am wichtigsten sind – mit Ihrer Familie, mit Freunden und mit sich selbst. Wann haben Sie zum letzten Mal ein Buch gelesen, wann haben Sie zum letzten Mal ein Gesellschaftsspiel gespielt? Wann waren Sie das letzte Mal spazieren, in Ruhe, ohne Zeitdruck? Wann haben Sie das letzte Mal etwas für sich getan, nur für sich?

Gleiches gilt für den Computer. Lassen Sie ihn aus. Ihre E-Mails können Sie auch später noch lesen, die löscht inzwischen keiner und bei Facebook passiert nun auch nicht wirklich etwas Aufregendes.

Verzichten Sie doch auch einmal Faulheit. Ja, Sie lesen richtig. Es ist bequem, sich sonntags auf die Couch zu legen, den Fernseher anzuschalten und sich berieseln zu lassen. Hatten Sie sich nicht auch so einiges in der Silvesternacht vorgenommen? Ja? Na dann wird es Zeit, dass Sie damit beginnen. Faul sein können Sie noch lange genug, wenn Sie tot sind.

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