Ernährung & Gesundheit

Die Fastenzeit beginnt

Bald ist es soweit: am 5. März, dem Aschermittwoch, beginnt die Fastenzeit. 44 Tage dauert sie, bis am Karfreitag mit dem Fasten gebrochen werden darf. Doch woher stammen Begriff und Ritual? Und ist Fasten noch zeitgemäß?

Die Fasti waren im eigentlichen Sinne eine Liste der Gerichtstage im alten Rom. Später kamen Festtage hinzu, die Feriae. Aus Fasti und Feriae und weiteren besonderen Ereignissen bildete sich nach und nach ein Kalender heraus.

Abgeleitet ist der Begriff von fari, was sprechen bedeutet und wiederum mit fas, dem göttlichen Recht, in Verbindung steht. Dies fasti, das waren die Tage, an denen ein römischer Prätor gemäß göttlichem Recht Gericht halten durfte.

Das alles hat mit unserem heutigen Fasten nichts zu tun. Heute wird unter Fasten völlige oder zumindest teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum verstanden. Das althochdeutsche Wort fastēn, das ursprünglich bedeutet „an den Geboten der Enthaltsamkeit festhalten“ ist der Ursprung des heutigen Fastenrituals.

Fasten ist in zahlreichen Religionen belegt. Seine Formen und Rituale sind vielfältig. Fasten kann auf bestimmte Jahreszeiten festgelegt sein oder Zeitabschnitte, im Kollektiv oder individuell.

Fastenzeiten im Frühling überwiegen. Das mag neben religiösen Aspekten besonders seinen Grund in der Darmreinigung haben. Hippokrates von Kos sagte: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung … und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

Die 40 Tage Fastenzeit im Frühjahr, die das Christentum zelebriert, und die der Vorbereitung auf Ostern dienen, erinnern an die 40 Tage, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte.
Jesus Christus rief in der Bergpredigt zur Demut bei der Übung des Fastens auf: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass Du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

Fasten – Religion und Politik

In der katholischen Kirche wurde seit etwa 1960 die kirchliche Bußpraxis gelockert – als strenge Fast- und Abstinenztage gelten verpflichtend nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag, an denen eine einmalige Sättigung und morgens und abends je eine kleine Stärkung erlaubt sind.
In strengen Ordensgemeinschaften wird völlig oder zumindest an mehreren Tagen in der Woche auf tierische Nahrung verzichtet, teils auch auf Milchprodukte, Öl und Eier. Im Mittelalter führte dies in den Klöstern auch zur Entwicklung nahrhafter Fastenbiere.

Die Reformation brachte auch im Fasten radikale Änderungen. Ihre Anhänger kritisierten die kirchlichen Fastengebote als reine Äußerlichkeiten, durch die das Wohlwollen Gottes nicht erlangt werden könne. Der Schweizer Reformator Ulrich Zwinglis begann seine Reformation mit einem demonstrativen Wurstessen während der Fastenzeit.

Martin Luther lehnte das Fasten als „gutes Werk“ ab, wenngleich auch er gefastet hat. Luther glaubte, der Mensch werde „nicht durch das Fasten angenehm bei Gott, sondern allein durch die Gnade, allein durch den Glauben“.

Natürlich kennt auch der Islam seine Fastenzeit. Das Fasten (Saum) ist eine der „fünf Säulen“ des Islam. Während des Monats Ramadan besteht für Muslime, mit einigen Ausnahmen, die Pflicht, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Körper keinerlei Speisen und Getränken zuzuführen und auch auf das Rauchen zu verzichten.

Fasten wird auch immer mehr zu einer Form des politischen Protestes – Hungerstreik und politisches Fastens, wie es z.B. Mahatma Gandhi getan hat.

Religiös betrachtet, dient das Fasten unter anderem der Reinigung der Seele, der Buße im Christentum, der Abwehr des Bösen, dem Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder Erlösung.

In der heutigen Zeit soll der Verzicht oder die Reduzierung der Nahrungsaufnahme weniger der Seele, als den oft viel zu fülligen Leibern dienen. Fasten bedeutet für immer mehr Menschen, den Winterspeck und die Weihnachtskalorien wieder von den Hüften zu bekommen. Verbunden wird dies mit einer höheren Lebenserwartung, einer Verzögerung des Alterungsprozesses und der Verbesserung der Gesundheit.

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Quelle: www.wikipedia.de

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