Freiheit

Frei sein oder glauben, frei zu sein

Wenn ich so durch die Straßen von Leipzig laufe, beobachte ich gern andere Menschen. Manche sehen echt schräg aus. Und ja, mit manchem Aussehen hab ich auch so meine Probleme. Eines fällt mir aber immer wieder auf: manche Menschen konstruieren sich ihre Persönlichkeit und nennen das dann persönliche Freiheit.

Was meine ich damit? Vor dem Hauptbahnhof in Leipzig sitzt regelmäßig eine Gruppe junger Menschen, mit Hund (meist ohne Leine), krasse Frisur, bunt gefärbt, Leder-Nieten-Jacke, zerrissene Jeans und – wichtigstes Accessoire, Pappbecher zum Betteln in der Hand. Kurz gesagt: Punks. Mit all den Einstellungen und Sichtweisen, die ein Punk eben so hat.

Ich beurteile das nicht (auch wenn es mich zugegeben stört, dass die Punks den Eingang zum Bahnhof blockieren). Von mir aus kann jeder machen, was er will und so aussehen, wie er will, solange er mich in Ruhe lässt.

Es gehört zur Lebensphilosophie von Punks, nicht arbeiten zu gehen, weil sie das kapitalistische System ablehnen und sich nicht versklaven wollen. Na gut, kann ich sogar verstehen. Und um das auch nach außen zu zeigen, legen sich Punks ein gewisses Aussehen zu. Und beschränken sich damit – bewusst oder unbewusst – selber. Sie engen sich ein und zeigen das durch bestimmte Ausdrucksweise und auf einen bestimmten Lebensstil. Sie uniformieren sich. Und sie glauben, frei zu sein.

Nun ja, jeder soll selig werden nach seiner Facon, wie der Alte Fritz einst sagte. Doch wer sich in eine Richtung einschießt, kann schlecht offen sein für andere (neue?) Richtung.

Neue Dinge ausprobieren? Wie denn, wenn das Neue nicht in das fest gefügte Weltbild passt. Das ist keine Freiheit, das ist genau das Gegenteil. Das ist Gefangenschaft in den eigenen Glaubenssätzen und Lebenszwängen.

Deshalb. Enge dich nicht selber ein. Wenn du Punk sein willst, sei Punk. Wenn du am nächsten Tag im Nobelrestaurant essen willst, dann mach es. Höre heute Klassik und morgen Heavy Metal. Verabscheue das System heute und liebe es morgen. Egal, Hauptdache du machst das, was für dich im Moment richtig und wichtig ist. Das ist Freiheit.

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Autor: Mirko Seidel am 30. Apr 2017 17:59, Rubrik: Freiheit, Glaubenssätze, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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