Glaubenssätze

Glaubenssätze und wie man sie de-konditioniert

Glaubenssätze begleiten uns durch unser ganzes Leben. Sie kommen von anderen Menschen, die eine wichtige Bezugs- oder Vorbildfunktion für uns haben, und werden oft unreflektiert übernommen.

Sie werden von uns selbst aufgrund von Erfahrungen und Erlebnissen, aber auch Vorurteilen und Unkenntnis gebildet. Manche Glaubenssätze wandeln sich mit wachsender Erfahrungen, manche lösen sich auf, andere kommen hinzu.

Und dann gibt es die Glaubenssätze, die scheinbar wie Pech an unseren Schuhsohlen kleben, und ein Leben lang begleiten und bei Lebens-Lauf behindern.

Kann man diesem Schrecken ein Ende bereiten? Ja, man kann. Das Zauberwort heißt: De-Konditionierung.

  1. Nehmen Sie Ihren Glaubenssatz ganz genau unter die Lupe und fragen sie sich, welche realen Indizien es für den Glaubenssatz gibt, was für und was gegen Ihren Glaubenssatz spricht.
  2. Ist es ein eigener Glaubenssatz oder ein übernommener Glaubenssatz?
  3. Wie viele „Gegen“ und wie viele „Für“-Fragen finden Sie?
  4. Stellen Sie sich Ihrer Angst in kleinen Schritten und nutzen Sie dafür auch die Hilfe anderer. Das machen Sie so lange, bis Sie feststellen, dass Ihr Glaubenssatz unbegründet war und sie nichts zu befürchten haben.

Beruhen Glaubenssätze auf Ängsten, dann ist es notwendig, sich diesen Ängsten zu stellen. Das pure Nachdenken bringt nichts. Erst wenn zu fühlen ist, dass ein Glaubenssatz falsch ist, erst dann wird er sich auflösen. Das Auflösen von Glaubenssätzen führt zu einer neuen und inneren Freiheit und Lebensqualität.

Glaubenssätze sind nicht per se negativ. Jeder Glaubenssatz hat eine positive Absicht. Erst, wenn diese positive Absicht erkannt und sichergestellt ist, kann der Glaubenssatz aufgelöst oder umgewandelt werden.

Beispiel: Der Glaubenssatz lautet: „Alle Menschen sind schlecht“. Dieser Satz kann daher rühren, dass ich sehr viele schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht habe. Ich wurde belogen, betrogen, ausgenutzt, um mein Geld gebracht, geschlagen, genötigt, missbraucht. Ich entwickele den Glaubenssatz, um mich zu schützen. Das verschafft mir Abstand und Zeit zum Nachdenken. Es kann mir aber auch Einsamkeit bringen. Deshalb ist es gut nachzudenken, ob mein Glaubenssatz wirklich zutrifft. Sind wirklich alle Menschen schlecht? Sicher nicht. Es begegnen mir wahrscheinlich mehr Menschen, die nett, freundlich, hilfsbereit sind, nur sehe ich diese nicht, weil mein Glaubenssatz meine Wahrnehmung beeinflusst.

Wie kann ich diesen Glaubenssatz auflösen?

  1. Den Glaubenssatz überprüfen – welche realen Erlebnisse und Erfahrungen habe ich gemacht, die zu diesem Glaubenssatz führten? Was vermute ich nur oder welche Vorurteile liegen diesem Glaubenssatz zugrunde?
  2. Kommt der Glaubenssatz nur aus meiner eigenen Erfahrung oder habe ich ihn bereits von Eltern, Großeltern oder anderen Personen übernommen?
  3. Was spricht für den Glaubenssatz? (eigene Erfahrungen) Was spricht gegen den Glaubenssatz? (eigene Erfahrungen),
  4. Was ist der Nutzen des alten Glaubenssatzes? Ist der Nutzen gesichert? Ist der Satz noch nützlich?
  5. Spielen Ängste eine Rolle und wenn ja, wie kann ich diese überwinden?
  6. War mein Glaubenssatz unbegründet? Oder war er begründet, ist jedoch nicht (mehr) hilfreich)?
  7. Wie lautet mein neuer Glaubenssatz?
  8. Gibt es etwas, was ich aus den Erfahrungen des alten Glaubenssatzes in meinen neuen Glaubenssatz integrieren möchte?

Lesen Sie auch den Leitartikel und weitere Beiträge zum Thema Glaubenssätze.

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