Glaubenssätze

Heinrich, wie hältst Du´s mit der Religion?

Taufengel in der Kirche in Pahnitzsch bei Leipzig

Das ist die berühmte Gretchenfrage aus Goethes Faust. Wie halte ich es mit der Religion? Was ist Religion? Religion kommt aus dem Lateinischen und heißt ursprünglich gewissenhafte Berücksichtigung, Sorgfalt, bedenken‚ achtgeben. Gemeint war die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften. Heute ist das Religion ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte Kräfte und damit verbundene heilige Objekte ist.

Religionsgemeinschaften haben die Religion für sich vereinnahmt. Ob christliche, muslimisch oder jüdische Glaubensgemeinschaften – jede behauptet von sich, die einzig wahre Religion zu predigen und bezeichnet alle Menschen, die nicht an ihre Religion glauben, als Ungläubige. Und auch immer mehr Menschen bezeichnen sich als nicht gläubig, also als Atheisten. Atheisten sind Leute, die an gar nichts glauben. Moment mal, ich kenne keinen Menschen, der nicht an irgendetwas glaubt: an Gott, an Geld, an den Kommunismus, an die soziale Marktwirtschaft, an Außerirdische oder einfach nur an sich selbst. Glaube scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein.

Daher kann ich gar nicht sagen, woran ich glaube oder an wen oder an wen nicht. Ich glaube an Gott, aber anders, als die christlichen Glaubenslehrer es gern hätten. Ich glaube an eine übergeordnete göttliche Ordnung, aber nicht an den alten bärtigen Mann im Himmel. Ich glaube, das alles göttlichen Ursprungs ist und alles mit göttlicher Kraft versehen ist – jeder Mensch, jede Pflanze, jedes Tier, jeder Stein, der Himmel, die Erde, das Wasser, das Feuer. Eben einfach alles.
Und ich vertraue auf mich, auf meine Erfahrungen, auf meine Stärken, auf mein Wissen und auf die Fügung, das ich Teil eines großen Ganzen bin und das alles untrennbar miteinander zu tun hat.

Und auf sonst nichts. Das Problem mit den ganzen Religionen ist, dass sie ihre Anhänger vom selbstständigen Denken ablenken und irgendwelche vorgefertigten Regeln überstülpen wollen. Für einen freidenkenden Mensch wie mich, der die Freiheit und Unabhängigkeit liebt, ist Religion kreativer Tiefschlaf. Religionen an sich sind eigentlich gar nicht das Problem.

Jesus zum Beispiel. Wer lässt sich ans Kreuz nageln und hat dann noch die Nerven mit voller Liebe so etwas zu sagen wie: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“
Da musst du schon cool drauf sein, um so zu denken und so etwas zu sagen. Aus diesen Worten spricht eine tiefe, unerschütterliche Liebe zu den Menschen und all ihren Fehlern.

Die ursprüngliche Religion an sich ist eigentlich nicht das Problem. Das Problem ist das, was danach kam. Die Kirchen. Die Interpreten. Die Dolmetscher. All diejenigen, die die eigentliche Botschaft für ihre Zwecke verfälscht und ausgenutzt haben. Bestes Beispiel dafür, ist dieser sehr berühmte Satz: Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Was die christlichen Kirche daraus gemacht haben, ist folgender Satz: „Jesus (also wir, die KIRCHE), sind der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Dabei hat Jesus was ganz anderes gemeint. Mit „Ich bin der Weg…“ meinte er „ICH, als Wesen, ICH als Bewusstsein, bin der Weg…“, nicht ich als Mensch und schon gar nicht ich, als arrogante, selbstverliebte Institution.
Was er damit also sagte ist, dass DU!!! der Weg bist, die Wahrheit und das Leben. Er sagte, dass DU Gott bist, wenn du zu DIR findest! Aber das verstehen viele Menschen nicht.

Fazit

Wer in Freiheit leben will, muss jeden Fakt in seinem Leben für sich selber überprüfen. Niemals sollte man als Wahrheit nehmen, was ein anderer sagt. Das Gleiche gilt natürlich auch für jedes Wort und jede Zeile, die ich hier schreibe. Checke alles. Für dich. Und finde deine eigene Wahrheit. Das ist das Einzige, worauf du dich jemals zu 100% verlassen kannst.

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