Persönlichkeitsentwicklung

Ich mache es allein

Ich gehöre zu den Menschen, die alles alleine schaffen wollen. Das hat sicher etwas mit Kontrolle bzw. Kontrollverlust zu tun. Ich möchte die Kontrolle über mein Leben behalten. Ich will mich nicht abhängig machen. Ich will, dass die Dinge auf meine Art erledigt werden. Ich will anderen Menschen ungern zur Last fallen.

Deswegen bin ich Anhänger der Idee, alles alleine schaffen zu wollen. Das ist riesengroßer Quatsch. Kein Mensch kann alles alleine schaffen. Jeder Mensch braucht mal Hilfe, Zuspruch oder ein offenes Ohr. Bis ich das begriffen hatte, ist eine Menge Zeit vergangen. Heute bin ich soweit, dass ich weiß, ich kann nicht alles alleine schaffen. Und ich bin soweit, dass ich es auch gar nicht erst versuchen soll.

Selbstverantwortung ist natürlich eine nützliche Sache. Zu Selbstverantwortung gehört aber auch, dass ich mir Hilfe hole, wo ich nicht weiterkomme. Sich helfen zu lassen heißt auch, ein bisschen Kontrolle aufzugeben, sich zu öffnen und manchmal auch sich verletzlich zu machen. Ich muss mir und anderen eingestehen: „An dieser Stelle komme ich nicht weiter“ oder „Ich bin an einer Stelle angekommen, an der ich hilflos bin.“

Das zuzugeben ist oft nicht so einfach, gerade wenn ich ein selbstbewusster und starker Mensch bin. Schwächen einzugestehen ist keine Schwäche – es ist eine Stärke. Und wenn man es erste ein, zwei Mal getan hat merkt man, es ist ganz einfach. Es ist eine Frage der Übung.

Mut zur Schwäche zeigen nur Menschen, die richtig, richtig stark sind.

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Autor: Mirko Seidel am 4. Feb 2018 11:00, Rubrik: Persönlichkeitsentwicklung, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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