Mediation

Konfliktlösung im Alltag

Konflikte gehören zu unserem Alltag. Sie begegnen uns beinahe täglich – auf Arbeit, in der Familie, unter Freunden. Was oft im Kleinen beginnt, entwickelt sich im Lauf der Zeit zu einem immer größer werdenden Problem. Werden Probleme nicht erkannt, nicht angesprochen und gelöst, stauen sie sich zu einem Berg auf. Oft reicht dann ein minimaler Anlass, und der Ausbruch des Problems ist nicht mehr zu stoppen. Wie lassen sich Konflikte im Alltag schnell lösen?

Vor dem Konflikt kommt das Problem. Irgendetwas stimmt nicht, Meinungen und Ansichten gehen auseinander. Jemand fühlt sich verletzt oder zurückgesetzt. Steht am Beginn dieses Prozesses noch die eigentliche „Sache“ im Vordergrund, verliert diese mit zunehmendem Nicht-Ansprechen des Problems ihre Bedeutung. Emotionen, hinter denen tiefer begründete Werte liegen, treten mehr und mehr in den Vordergrund.

Die Konfliktforschung unterscheidet drei Phasen der Eskalation von Konflikten:

  1. Phase der Verstimmung: der Konflikt ist noch nicht offen ausgebrochen,
  2. Phase des offenen Schlagabtausches: die Gegensätze prallen mit voller Wucht aufeinander,
  3. Phase der offenen Vernichtungsschläge: der Konflikt wird auf die persönliche Ebene gezogen und dort ausgetragen,

Leitfaden für den Umgang mit Problemen und Konflikten

  • Probleme und Konflikte lassen sich nicht verhindern, sie gehören zur Entwicklung des Menschen und zum sozialen Miteinander.
  • Problemen und Konflikten sollte man nicht aus dem Weg gehen, sondern einen aktiven Umgang mit ihnen zu pflegen.
  • Es gilt im Privat- wie im Berufsleben: „Störungen haben Vorrang.
  • Bevor über ein Problem oder einen Konflikt gesprochen wird, ist die Zustimmung aller Beteiligten notwendig.
  • Tauchen größere Konflikte auf ist zu prüfen, ob es sinnvoll ist, sich Hilfe von außen zu holen. Auch hier ist das Einverständnis aller Beteiligten erforderlich.
  • Eine nur wenig oder gar nicht am Konflikt beteiligte Person kann die Moderation übernehmen.
  • Es können vorher Regeln aufgestellt werden, an die sich alle Beteiligten halten, z.B. „Ausreden lassen“, „keine Beschimpfungen“.
  • Der erste Schritt ist die Sachebene: alle Beteiligten sagen ihre Sichtweise auf den Konflikt.
  • Anschließend erfolgt die emotionale Ebene: alle Beteiligten erzählen, was sie bei dem Konflikt fühlen, was ihnen fehlt, was sie für Bedürfnisse haben.
  • Im nächsten Schritt werden Lösungsoptionen benannt. Alle Beteiligten können jede nur erdenkliche Lösung vortragen, diese wird wertfrei betrachtet.
  • Im letzten Schritt erfolgt zwischen allen Beteiligten am Konflikt das „Aushandeln“ der Lösung. Dabei werden Lösungen, die von allen beteiligten als unattraktiv angesehen werden, gestrichen, Lösungen, die unterschiedlich bewertet werden, besprochen und angepasst.
  • Ist die Lösung des Konflikts gefunden, kann diese auch schriftlich fixiert werden. Das kann hilfreich sein, wenn die Lösung komplex ist oder mehrere Zeitphasen hat.

Gelingt es nicht, einen Konflikt aus eigener Kraft zwischen den Beteiligten zu lösen, muss geklärt werden:

  • Welche Konsequenzen hat es, wenn der Konflikt weiter besteht?
  • Kann eine Partei durch eine eigene Lösung den Konflikt als ganzen lösen (z.B. Konflikt zwischen Angestelltem und Vorgesetztem – der Angestellte kündigt)?
  • Kann eine professionelle Konfliktlösung, z.B. durch Mitwirkung eines Mediators, zur Konfliktlösung führen.

Konfliktlösung im Alltag

Der oben genannte Leitfaden stellt die Grundlage der Konfliktlösung dar. Im Alltag, in der Familie, unter Freunden oder im Supermarkt an der Kasse ist es nicht immer möglich, diesen Leitfaden genau umzusetzen. Hier gilt folgendes:

  • Bleiben Sie immer höflich.
  • Benennen Sie Ihr Problem klar und deutlich formuliert, jedoch ohne den Anderen anzugreifen.
  • Sagen Sie, was Ihnen nicht gefällt und was sie sich stattdessen wünschen.
  • Bleiben Sie in der Diskussion bei sich, d.h. greifen Sie Ihr Gegenüber nicht an, machen Sie ihm keine Vorwürfe, unterstellen sie nichts und werten sie die andere Person nicht ab.
  • Ist der Konflikt nicht lösbar, so überdenken Sie den nächsten Schritt. In der Familie und auf Arbeit kann ein neuer Termin für die Fortführung des Gesprächs gemacht werden oder es kann eine neutrale Person als Moderater hinzugezogen werden. In Alltagssituationen, wie z.B. im Supermarkt wird dies kaum möglich sein. Hier können Sie sich überlegen ob es sinnvoll ist, sich an Vorgesetzte zu wenden.

Bedenken sie bei jedem Konflikt und bei jeder Konfliktlösung: Was ist mir wichtig? Was denke und fühle ich? Was hat mich verletzt oder verärgert? Wie sieht meine bevorzugte Lösung aus?

Bedenken Sie aber auch: Die Lösung eines Konfliktes ist mit starren Festhalten an eigenen Standpunkten und Lösungen kaum möglich. Kompromisse im beiderseitigen Interesse führen zur Lösung eines Konfliktes.

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