Mediation

Mediation – die preiswerte Alternative zu Gerichtsverfahren

In Berlin und Hamburg leben die streitlustigsten Deutschen, gefolgt von Brandenburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Am streitunlustigsten sind die Bayern und Baden-Württemberger. Die ADVOCARD-Rechtsschutz-versicherung hat „Deutschland großen Streitatlas“ veröffentlicht.

Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass Streitverfahren länger und teurer werden. Gut ein Drittel aller Konflikte vor Gericht dauert länger als ein Jahr und immer noch mehr als 50% der Fälle dauert länger als ein halbes Jahr. Auch der Streitwert nimmt zu, bei ebenfalls mehr als einem Drittel aller Fälle geht es um mehr als 2.000 Euro und in etwa 11% der Auseinandersetzungen sogar um mehr als 10.000 Euro.

Eine sinnvolle Alternative zum langwierigen und teuren Verfahren vor Gericht ist die Mediation. Sie dauert deutlich kürzer, ist preiswerter und vor allem lösungsorientiert durch die Bereitschaft der Konfliktparteien, selbst die Lösung für ihr Problem zu finden.

Verfahren vor Gerichten haben die Eigenschaft, dass zwei Konfliktparteien ihr Problem und ihre Sicht auf die Dinge vortragen und ein Dritter – der Richter – eine Entscheidung fällt, wie das Problem zu lösen ist. Auf den ersten Blick mag dies eine einfache Lösung sein. Da die „Lösung“ des Problems aber nicht von den Konfliktparteien selbst kommt, sondern von einem außen stehenden Dritten, der nie vollständig in die Tiefe des Problems vordringen kann, wird eine gerichtliche Lösung entweder zum Nachteil eines Konfliktpartners ausfallen oder es wird ein Kompromiss geschlossen, der die Interessen und Bedürfnisse beider Parteien nur teilweise berücksichtigt. Folgen können sein, dass das Problem nicht vollständig gelöst wird oder sogar, dass es nach kurzer Zeit wieder auftritt, das der Kommunikationsprozess zwischen den Parteien nicht in Gang kommt oder sogar, dass der Kontakt gänzlich abgebrochen wird.

Die Mediation schlägt einen anderen Weg ein, indem sie die Interessen und Bedürfnise beider Parteien gleichermaßen berücksichtigt und den Medianten selbst die Möglichkeit gibt, ihr Problem zu lösen. Auch eine Mediation wird es meist nicht ohne Kompromisse auskommen, jedoch werden diese Kompromisse von den Medianten ausgehandelt und nicht von einem Dritten vorgegeben. Durch diese Methodik kann sichergestellt werden, dass die Konfliktparteien eine Lösung finden, mit der sie langfristig leben können und der Kommunikationsprozess hat gute Chancen, auch nach der Mediation fortgeführt zu werden.

Wie lange eine Mediation dauert, hängt von dem zu lösenden Problem ab und von der Bereitschaft der Mediaten, eine Konfliktlösung herbeiführen zu wollen. Danach richten sich auch die Kosten. Gerichtsverfahren hinterlassen bei der unterlegenen Partei – meistens – ein ungutes Gefühl bis hin zum Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Das kann Revisionen und weitere langwierige Verfahren bedeuten, die Kosten steigen weiter.

Bei der siegenden Partei wird sich zumeist ein Gefühl der Genugtuung einstellen. Ob dies lange anhält hängt u.a. auch davon ab, wie gewitzt der eigene Anwalt im Prozess gewesen ist, mit welchen Tricks und Kniffen er versucht hat, das Gericht von seiner Position zu überzeugen. Im Nachgang können sich hier bei den Mandanten durchaus auch Zweifel einstellen.

In einem Gerichtsverfahren geben die Konfliktbeteiligten das Heft des Handels aus der Hand. Zunächst an ihren Anwalt, dem sie vertrauen müssen, dass er sich in der Rechtsprechung des speziellen Problems gründlich auskennt und das er in der Lage ist, das Problem vor Gericht so darzulegen, dass der Richter überzeugt wird. Letztendlich steht die Entscheidung, wer Recht hat und wer nicht, dem Richter zu, der abwägen muss und sich an Gesetzte halten muss, der aber auch oftmals überlastet ist.

In einer Mediation bleibt das Heft des Handels von Beginn bis zum Ende des Verfahrens in den Händen der Mediaten. Sie vertreten sich selbst. Sie müssen auf kein Gesetz achten, sie müssen keine juristischen Winkelzüge vollbringen, um Recht zu bekommen. In der Mediation geht es nicht darum, wer Recht hat und wer nicht. In der Mediation geht es darum, die Position des anderen Konfliktbeteiligten kennen- und verstehen zu lernen, gemeinsame Lösungsoptionen zu entwickeln und daraus die Lösung des Konfliktes zu finden. Kompromisse sind motwendig. Diese werden aber direkt ausgehandelt zwischen den Mediaten und nicht über Dritte.

Das Ergebnis einer Mediation ist das Ergebnis der Konfliktbeteiligten. Es entsteht aus ihrem freien Willen. Die beiderseitige Akzeptanz der Lösung ist damit vorausgesetzt.

Quelle: Deutschlands Großer Streitatlas

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Autor: Mirko Seidel am 23. Jan 2014 10:37, Rubrik: Mediation, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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