Persönlichkeitsentwicklung

Wer etwas „Müssen“ muss sollte überlegen, ob er das „Müssen“ wirklich will

Was müssen Menschen nicht alles. Sie müssen zur Arbeit und danach müssen sie noch einkaufen. Sie müssen mal schnell in die Apotheke um danach zum nächsten Termin eilen zu müssen. Und am Sonntag müssen sie mal wieder die Oma besuchen.

Müssen, müssen, müssen … Das ganze Leben ist ein Muss. Oder nicht?

Etwas tun müssen bedeutet, unter Zwang und Druck zu stehen. Es gibt nur zwei Dinge, die Menschen müssen, wogegen sie nichts tun können: Sterben und Schlafen. Sterben müssen wir, ob wir wollen oder nicht. Schlafen müssen wir. Wer versucht, wach zu bleiben, kann das vielleicht zwei, drei Tage durchhalten. Aber dann fordert der Körper sein Recht und der Mensch schläft ein – ob er will, oder nicht.

Mehr als Sterben und Schlafen müssen wir Menschen nicht. Alles andere tun wir freiwillig. Wir müssen nicht essen oder trinken, wir müssen nicht arbeiten, wir müssen nicht einkaufen. Wir müssen nicht einmal die Toilette aufsuchen, wenn der Körper sein Entleerungsrecht fordert – wir könnten es einfach laufen oder fallen lassen. Es hat sich im Lauf der Zivilisation aber durchgesetzt, dass wir es nicht einfach so laufen oder fallen lassen und das ist sicher auch gut so.

Das tagtägliche „Müssen“ kommt von zwei Seiten – von außen und von innen. Von außen ist der Chef, sind es die Kollegen, die Familie, Freunde oder Behörden, die uns sagen, was wir tun müssen.

Von innen sind wir es selbst, die wir uns durch täglich auferlegtes „Müssen“ unter Druck setzen.

Denken Sie mal nach. Wie oft sagen Sie zu sich selbst: „Ich muss noch dies und das tun.“ Wahrscheinlich täglich. Und jetzt denken Sie noch einmal nach. Was von Ihrem selbst auferlegtem „Müssen“ müssen sie tatsächlich tun? Was von all dem „Müssen“ ist so existenziell notwendig, dass wir es sofort tun müssen?

Das Wenigste ist überlebensnotwendig. Es kann sein, dass es Situationen gibt, in denen es hilfreich sein kann, sich selbst unter Druck zu setzen, z.B. wenn ich einen wichtigen Termin nicht verpassen darf oder wenn ich endlich etwas erledigen will, dass ich schon lange vor mir herschiebe. Doch das sollten die Ausnahmen bleiben.

Das auferlegte „Müssen“ von Außen prallt ungefragt auf uns ein. Doch wir können uns dagegen wehren, z.B. durch die Rückfrage: „Muss ich das“? Im Umgang mit anderen Menschen wäre es besser, diesen nicht zu erzählen, was sie alles müssen, sondern sie zu fragen, ob sie in der Lage sind, dies oder das zu erledigen. Das ist höflicher, lässt meinem gegenüber Spielraum und zwängt ihn nicht ein.

Das selbst auferlegte „Müssen“ übernehmen viele Menschen bereits im Kindesalter aus der Sprache ihrer Eltern, die auch ständig und immer etwas „Müssen“. Das „Müssen“ wird unreflektiert übernommen und schleicht sich als fester Bestandteil in die Alltagssprache ein. Änderung ist schwierig, aber machbar.

Was ist besser als „Müssen“?

Besser als „Müssen“ ist wollen. Besser als „Müssen“ ist, es sich zu erlauben. Besser als „Müssen“ ist, sich darauf zu freuen.

„Ich muss mir heute eine Hose kaufen“ oder „Ich freue ich darauf, mir heute die Zeit zu nehmen, mir eine neue Hose zu kaufen“ – was klingt besser?
Wer das „Müssen“ aus seinem Leben verbannen will sollte genau auf seine Worte achten. Das „Müssen“ wird immer wieder auftauchen und dann ist es wichtig, sich selbst zu korrigieren. Anstatt „Ich muss jetzt einkaufen“ ist es besser zu sagen, „Ich gehe jetzt einkaufen“. Ständige Selbstkorrektur führt über kurz oder lang zum Erfolg.

Sterben und Schlafen sind die Dinge, die ein Mensch unvermeidbar muss. Und noch eine Sache muss ein Mensch – mit den Konsequenzen seines Denkens, Redens und Handelns leben.

Wer nicht im „Müssen“ denkt und nicht mit „Müssen“ redet der wird auch zwang- und druckfrei handeln – gegenüber sich selbst und gegenüber anderen.

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