Persönlichkeitsentwicklung

Wer im Paradies leben will, ist auf der Erde falsch

Stadtkirche in Borna

Da fragt mich doch jemand vor Kurzem: „Immer wieder erlebe ich Situationen, die mich aufregen. Besonders dann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Wieso nehme ich das immer alles so persönlich, auch wenn es mich nie persönlich angeht? Und warum muss es überhaupt Ungerechtigkeit geben?“

Meine Antworten:

Es wird immer gefühlte Ungerechtigkeiten geben, egal wie ich das finde. Ungerechtigkeit liegt immer im Auge des Betrachters bzw. Betroffenen. Was ich ungerecht finde, muss ein anderer noch lange nicht ungerecht finden.

Es gibt keine Ungerechtigkeiten – ungerecht wird eine Sache durch unsere Bewertung.

Aufregen bringt gar nichts. Aufregen kostet nur Energie und schmälert meinen positiven Einfluss auf die Welt. Sich über eine Sache aufzuregen ist wieder nur die persönliche Interpretation der Situation.

Woher kannst du wissen, dass eine Situation negativ ist? Vielleicht ist diese „Ungerechtigkeit“ genau das, was diese Person in dem Moment braucht, um z.B. aus einer Opferrolle herauszukommen? Ohne Opfer, kein Täter – es gehören immer zwei dazu. Nur wenn sich jemand zum Opfer macht oder machen lässt, kann es einen Täter geben.

Deshalb gibt es im Endeffekt keine Ungerechtigkeiten. Es gibt immer nur Situationen, die eben so sind, wie sie sind. Positiv und negativ ist immer nur die Interpretation einer an sich neutralen Sache.

Wer das begriffen hat, kann sich seiner Verhaltensmuster bewusst werden und dann die Gedanken und Bewertungen gezielt unterbrechen.

Alle rosaroten Weltvorstellungen, wie: „Ach die Welt könnte dich so schön sein, wenn niemand mehr Krieg führt und sich alle lieb haben“ sind völliger Schwachsinn. Die Welt ist nicht gut oder böse – sie ist so, wie sie ist. Krieg ist eine Tatsache, auch wenn sie mir nicht gefällt. Es gibt für alles Gründe, die wir nicht kennen. Wer im Paradies leben will, der ist hier auf der Erde falsch.

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Autor: Mirko Seidel am 27. Jan 2017 08:21, Rubrik: Persönlichkeitsentwicklung, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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