Depressionen

Die Philipp Melanchthons der Moderne

Das Denkmal für Philipp Melanchthon auf dem Marktplatz in WIttenberg

Unlängst habe ich das Melanchthonhaus in der Lutherstadt Wittenberg besucht. 1497 in Bretten in der Nähe von Karlsruhe geboren, wurde Melanchthon bereits im Alter von 21 Jahren Professor an der Universität in Wittenberg. Melanchthon war das, was wir heute einen Workaholic nennen.

Philipp Melanchthon lehrte griechische Grammatik, hielt Vorlesungen über antike Autoren, erklärte biblische Bücher. Er bildete sich und seine Studenten auf vielen Gebieten. Er hielt Vorlesungen an der theologischen Fakultät, bevorzugte jedoch die philosophische Bildung.

Als Philipp Melanchthon 1560 in Wittenberg starb, wurde seine Professur von vier Professoren übernommen – ein Beleg dafür, welches Arbeitspensum er bewältigt hatte. Ob Melanchthon Anzeichen von Depressionen oder gar eines Burnouts zeigte, ist nicht überliefert. Offensichtlich war er aber so in seine Studien vertieft und von seinen Lehren überzeugt, dass ihm seine gewaltige Aufgabenfülle nichts auszumachen schien.

In der heutigen Zeit erleben wir die Umkehrung. Was vier Menschen in einem Unternehmen leisten, wird zusammengelegt und soll von einer Person bewältigt werden. Effizienzsteigerung heißt das. Es mögen auch Dinge dadurch effizienter werden – Strukturen, Abläufe, Kosten. Für den einen Menschen, auf den alle Arbeit abgewälzt wird, wird es das sicher nicht. Die meisten von uns sind nun einmal keine Philipp Melanchthons.

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