Texte & Gedanken

Tagebuch eines Burnout-Falls

Odyssee durch die Schulmedizin

Ich war nun auf der Suche nach einem Verhaltenstherapeuten. Und fand auch einem, der mir mit sechs Monaten die kürzeste Wartezeit in Aussicht stellte.

Dann passierte Monate lang nichts. Ich wurde immer weiter krankgeschrieben, wartete auf einen Therapieplatz. Ich fand Anfang 2013 auch einen, wo ich sofort hätte hingehen können. Es gab nur einen Schönheitsfehler: die Therapeutin arbeite mit alternativen Methoden und das sieht das Sozialgesetzbuch nicht vor. Meine Krankenkasse lehnt die Übernahme der Kosten ab und ich wartete weiter.

Im Mai 2013 schloss meine Hausärztin ihre Praxis. Ich brauchte also einen neuen Hausarzt und fand eine Praxis ganz in meiner Nähe, die neben der klassischen Medizin auch Homöopathie anbot. Da ich mit homöopathischen Kügelchen und Schüsslersalzen sehr viel mehr anfangen kann, als mit pharmazeutischen Produkten, ging ich voller Erwartung zu meiner neuen Ärztin. weiterlesen »

Lügen haben kurze Beine …

… und sie erfordern ein gutes Gedächtnis

Was ist an Lügen das Stressigste? Man muss sie ständig aufrecht erhalten. Viele Menschen bauen sich ein Lügengebäude auf, das sie interessanter, erfolgreicher erscheinen lässt. Sie wollen beeindrucken und geben sich als jemand aus, der sie nicht sind. Das Problem ist nur: Man muss die ganze Zeit im Einklang mit seiner Lügengeschichte sein.

Was, wenn ich einem Menschen das Eine und einem anderen Menschen etwas anderes erzähle und diese beiden treffen aufeinander? Das wird eine unschöne Situation.

Es ist einfach viel zu stressig, immer Lügengeschichten zu erfinden und aufrecht zu erhalten. Wahre Geschichten zu erleben und zu erzählen ist nicht nur besser, sondern auch einfacher. weiterlesen »

Tagebuch eines Burnout-Falls

Nachdenken über den Tag X

Was an diesem Donnerstag passierte, nenne ich heute den Tag X. Es war die Zäsur meines bisherigen Lebens und der Beginn von etwas ganz Neuem, auch wenn ich damals noch nicht die Spur einer Ahnung hatte, wie das Neue aussieht.

Wie kam es zu diesem Tag X?

Das zu analysieren und hier zu erzählen, dauert Stunden. Und auch heute, fast drei Jahre danach, kann ich darauf keine abschließende Antwort geben.

Nüchtern gesagt, Burnout kann entstehen, wenn Menschen sich für andere einsetzen und aufopfern und dabei ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche in den Hintergrund stellen. Es verwundert daher nicht, dass besonders in solchen Berufen, in denen die Hilfe für andere im Vordergrund steht, besonders viele Burnoutfälle auftreten, z.B. in Pflegeberufen.

Burnout kann aber auch auftreten, wenn ich meine Arbeit über alles andere stelle, keinen Ausgleich und keine Erholung mehr in der Freizeit finde oder gar keine Freizeit mehr habe. weiterlesen »

Es bringt nichts …

… im sechsten Gang auf der Autobahn 20 km/h fahren zu wollen

Es gibt so Tage, da passieren kleine Katastrophen am laufenden Band. Morgens am Kaffee verbrüht, beim Frühstück in den Finger geschnitten, im Büro mit dem Schienbein an der offenen Schublade hängengeblieben, das Mittagessen auf dem Hemd verteilt usw. usf. Nichts will gelingen, alles fällt schwer und die Uhr läuft auch schleichend langsam.

Solche Tage sind genau so, als würden sie versuchen, auf der Autobahn im sechsten Gang 20 km/h fahren zu wollen – das Auto wird verrecken.

Was will und ein solcher Tag sagen? Wach auf, schalte einen Gang zurück und atme mal durch. weiterlesen »

Tagebuch eines Burnout-Falls

Auf dem Weg zum Tag X

Ende Juni 2012 chattete ich mit einem Freund. Wir kannten uns seit drei Jahren, haben uns einmal in der Woche in einer Sauna getroffen. Dort war ich schon seit Wochen nicht mehr.

Er fragte mich, was mit mir los sei. Ich antwortete ihm: „Was willst Du hören? Etwas Nettes oder die Wahrheit?“. Er entschied sich für die Wahrheit. Die Wahrheit war, dass ich völlig am Boden war, lustlos, antriebslos. Auf Arbeit habe ich mich nur noch geschleppt. Alles, was ich anfasste, hatte keinen Sinn mehr. Die wenige Freizeit nutzte ich dazu, irgendwie zur Ruhe zu kommen. Die Wochenenden verbrachte ich auf der Couch, um Montagmorgen wie gerädert aufzustehen. Ich funktionierte nur noch.

Ich war ausgebrannt. Das war mir auch völlig klar und ich schrieb meinem Freund, es sei nun nur noch eine Frage der Zeit, bis ich den absoluten Tiefpunkt erreicht habe.

Es sollte noch etwa drei Wochen dauern, dann war er da, der absolute Tiefpunkt. Den letzten Tag auf Arbeit, ich arbeitete damals in einem Planungsbüro, es war ein Donnerstag, verbrachte ich damit, meinen Schreibtisch aufzuräumen und persönliche Dinge einzupacken. Das tat ich nicht bewusst. Irgendetwas in mir wusste wohl schon, dass dies mein letzter Tag an meinem Schreibtisch sein sollte. Nur ich wusste es noch nicht. weiterlesen »

Über Offenheit und Wachstum

Oder, warum Uniformität einschränkt

Menschen zeigen gern durch ihr Äußeres, welcher Gruppe, politischer Einstellung, Gehaltsgruppe oder sozialer Schicht sie angehören. Nehmen sie sich einmal die Zeit, setzten sich auf eine Bank und beobachten mehrere Stunden oder Tage die Menschen, die an Ihnen vorüber gehen. Vorzugsweise in einer größeren Stadt. Da werden sie viele Typen sehen. Fein gekleidete Damen in hochhackigen Schuhen, die fast wie aus einer anderen Welt zu sein scheinen, Herren in feinem Zwirn mit Schlips, Punks in zerrissenen Hosen und bunten, wilden Haaren, graue Mäuse und Menschen die irgendwie nur auffallen wollen, egal wie.

Das kann man Individualität nennen, jeder soll schließlich das anziehen, was ihm gefällt und so aussehen, wie er sich wohl fühlt. Und doch ist eine gewisse Uniformität nicht zu übersehen. Gehen Sie einmal in eine Bank. Dort werden Ihnen die Herren (fast) ausschließlich im dunklen Anzug, Hemd, Kragen und Krawatte und die Damen im kleinen Schwarzen oder dem businesstauglichen Hosenanzug gegenübertreten. Auch Versicherungsvertreter werden wahrscheinlich weiterlesen »

Egoismus ist gut!

Egoismus ist in unserem Land verpönt. Er wird gleichgesetzt mit Eigensinn, ausgefahrenen Ellenbogen und einer „alles-gehört-mir-„Mentalität. Dabei hat Egoismus mit all dem nichts zu tun. Gemeint ist ein gesunder Egoismus. Egoismus heißt in seiner ursprünglichen Form einfach nur: Eigenliebe, Eigennutz, Ichbezogenheit. Und es wäre sehr gut, wenn mehr Menschen genau das Leben würden, als eine von der Gesellschaft eingetrichterte Aufopferungsmentalität.

Was machen die meisten Menschen?

Sie schauen ständig auf andere und stellen sich selber hinten an. „Tu nichts für dich, sei erst einmal für die Anderen da. Wer bin ich denn schon, dass ich etwas für mich selber rausnehme?“

Und wehe dem, der erst mal auf sich selber achtet, dem wird es schon gezeigt, dem Egoisten.

Was viele Menschen nicht verstehen ist, dass es erst mal mit selber gut gehen muss, bevor ich anderen helfen kann. Wie will ich für andere da sein, wenn es mir selber nicht gut geht? weiterlesen »

Thema des Monats April 2015: ERFOLG UND GLÜCK

Erfolg bezeichnet das Erreichen selbstgesteckter Ziele. Glück ist die Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens. Das sind klare Definitionen. Und doch beschreiben sie die Vielschichtigkeit der beiden Begriffe nur ungenügend. Erfolg strebt nach das Erreichen von Zielen an, Glück setzt die Erfüllung von Wünschen voraus. Fragen Sie Menschen, was für sie Erfolg und Glück bedeuten, werden sie viele verschiedene Antworten bekommen. Im Kern werden die meisten Antworten die Wörter Ziele, Wunsch und Erfüllung beinhalten. Doch im Detail werden die Antworten weit voneinander abweichen.

Was für den einen Menschen erfolgreich scheint, erreicht zu werden, ist für den anderen völlig uninteressant. Das Haus, das Boot und der Sportwagen sind für viele Menschen Gradmesser des Erfolgs. Für andere ist es Gesundheit, eine sinnvolle Beschäftigung und Sicherheit. Noch individueller ist das Glück. Der eine Mensch ist glücklich in einer intakten Familie, der andere in der Natur.

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Ziele erreichen

Wohl jeder Mensch hat Ziele für sein Leben: ein guter Job, Erfolg, ein Haus im Grünen, ein Auto, Urlaub in der Ferne, …
Wie viele Menschen erreichen ihre Ziele? Minimalziele viele – arbeiten gehen, auch wenn der Lohn gering ist, ein kleines gebrauchtes Auto, ein Haus im Grünen macht Arbeit, also doch lieber die Mietwohnung in der Stadt und auf Mallorca ist es doch auch schön. Die großen Lebensziele werden dem scheinbar erreichbaren Minimalziel geopfert.

Dabei gibt es eine einfache Methode, Ziele zu erreichen.

  1. Denken Sie sich zuerst im Kopf aus, wie Sie es machen wollen.
  2. Und dann machen Sie es so.

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Was zählt, ist der Moment

Wie schafft man es, ohne Motivation, ohne Geld, ohne Glaube, ohne Freunde, ohne Gesundheit und mit viel Pessimismus die Hoffnung wieder zu finden? Wie schafft man es, sich zu motivieren?

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es im Sprichwort. Doch was ist Hoffnung? Im Wort Hoffnung steckt das Verb hoffen. Hoffen – worauf? Dass morgen etwas besser wird? Dass Morgen die Welt freundlicher zu mir ist? Dass es mir morgen besser geht? Morgen, morgen, morgen …

Warum soll immer morgen erst alles besser werden? Warum nicht heute, jetzt? Was genau ist im Hier und Jetzt verkehrt, dass es nicht jetzt besser werden kann?

  • Keine Motivation – Was genau ist HIER und JETZT, in DIESEM Moment, das Problem?
  • Kein Geld – Was genau ist HIER und JETZT, in DIESEM Moment, das Problem?
  • Pessimistisch – Was genau ist HIER und JETZT das Problem?

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