Spaß & Satire

Der Meeresspiegel steigt, die Sintflut naht – die Rettung auch

Der Tragödie dritter Teil – Es lebe der Föderalismus

Angela Merkel erkennt, dass sie in einer Sackgasse steckt. Da kommt ihr der Einwurf des Innenministers gerade recht. De Maizière verweist darauf, dass der Katastrophenschutz ja Sache der Bundesländer sei und der Bund nicht zuständig ist. Die Rettung! Die Kanzlerin überträgt daraufhin ihrem Kanzleramtsminister in den Landeshauptstädten nachzufragen, was man dort gedenkt, zu tun.

Inzwischen steigt der Meeresspiegel weiter an.

Als erstes reagieren die Sachsen. Denen ist das Treiben in Berlin schon lange suspekt und man hat beschlossen, eigene Weg zu gehen. Ministerpräsident Tillich hat angeordnet, die ehemaligen DDR-Tagebaue wieder zu öffnen und auf das dreifache ihres Volumens zu vergrößern. So könne man das Wasser erst einmal dort hineinleiten. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, werden die letzten Waldbestände im Erzgebirge abgeholzt. Jeder Sachse erhält einen Meter Baumstamm, um sich daran festklammern zu können. weiterlesen »

Der Meeresspiegel steigt, die Sintflut naht – die Rettung auch

Der Tragödie zweiter Teil – Die Regierung handelt

Trotz größter Geheimhaltung sickern die Pläne der Bundesregierung an die Öffentlichkeit. Unmut macht sich unter der Bevölkerung breit. Kanzlerin Merkel sieht sich genötigt, ihre Ministerien aufzufordern, geeignete Vorschläge für die Rettung der Zivilbevölkerung zu unterbreiten.

Aus dem Bundesbauministerium kommt der Vorschlag, man könne doch einfach eine ausreichend hohe Mauer um das Land ziehen und das Wasser damit zurückhalten. Allerdings räumt Minister Dobrindt ein, mit dem Bau von derart langen Mauern habe man in Deutschland seit dem 13. August 1961 keine Erfahrung mehr, das Bauwerk sei weitgehend zerstört und die damaligen Baumeister seien alle tot. Fassungslos reagiert Bundesinnenminister de Maizière auf die Nachricht und verlangt Aufklärung darüber, wer die Mauer, ein so wichtiges Element der nationalen Sicherheit, weiterlesen »

Der Meeresspiegel steigt, die Sintflut naht – die Rettung auch

Der Tragödie erster Teil – Kanzlerin und Minister zuerst

Es ist nicht mehr wegzudiskutieren – der Meeresspiegel steigt und steigt, die Sintflut naht, die Menschheit wird ertrinken.

Die Bundesregierung sieht sich angesichts der drohenden Gefahr in der Pflicht, Maßnahmen für den Notfall zu planen. Regierungssprecher Seibert erklärt der Presse, als erstes müsse man sich um das Überleben der Regierung kümmern. Schließlich stehe auch im Katastrophenfall dem deutschen Volk eine Führung zu und nach dem Ende der Katastrophe brauche das Land kluge Köpfe für den Wiederaufbau. Die Frage eines Journalisten, mit welchem Zeitraum die Bundesregierung für die Sintflut denn rechne, lässt der Regierungssprecher nicht zu. Er verweist aber darauf, dass man ja erst in den Anfängen stecke und Brüssel auch noch ein Wort mitzureden habe.

Die Regierung hat unterdessen im Bundesarchiv in Koblenz die Pläne zum Bau der Arche Noah angefordert. Von dort teilt man mit, die Pläne waren auf nicht mehr bekannter Weise in den Wirren eines Kreuzzuges über Ravenna in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gekommen und in Köln verwahrt worden. Man habe in Köln nachgefragt. Mit Bedauern teilt der Leiter des Bundesarchivs mit, die Pläne seien nicht mehr in Köln. Im April 1945 wurden diese weiterlesen »

Warum Gott keinen Termin beim Urologen bekommt

Deckengemälde in der Kirche in Burgkemnitz, Sachsen-Anhalt

Es geht den Göttern wie den Menschen, man kommt in die Jahre und das eine oder andere Zipperlein stellt sich ein. So auch bei Gott. Zweimal jährlich muss er zum Urologen. Das klappte auch immer recht gut. Einen Termin zu bekommen war nie ein Thema, nun ja, er ist ja auch der Chef und privat versichert.

Letzte Woche war alles anders. Routinemäßig erreichte die Urologische Praxis ein Anruf aus dem Vorzimmer des Allmächtigen. Man brauche mal wieder einen Termin zur Kontrolle, das Übliche, keine weiteren Beschwerden. Weit gefehlt. Man könne an Gott keinen Termin mehr vergeben. Auf das fassungslose „Wieso?“ von Gottes Privatsekretärin antwortet die Schwester lakonisch, Gott sein geschlechtslos und habe somit in einer urologischen Praxis nichts verloren. Man wisse ja gar nicht, wie man so etwas behandeln solle. Und aufgelegt.

Entsetzt rennt die Sekretärin zu ihrem Chef, um ihm die unfröhliche Botschaft zu weiterlesen »

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