Sprache & Kommunikation

Klare Ansagen

In Europa kommunizieren Paare im Durchschnitt gerade einmal 2 Minuten am Tag wesentlich miteinander. Zwei Minuten wesentlich bedeutet: über die eigenen Gefühle, was ihnen an der Beziehung/am Partner wichtig ist, was sie sich wünschen etc.

Die restlichen 1438 Minuten sind nur Automatismen, hohle Phrasen und unwesentliches Geplapper oder eben Schweigen. Wenn es hoch kommt, noch Streit. Wen wundert es, dass jede zweite Ehe geschieden wird.

Die Menschen reden zu wenig miteinander. Und das gilt nicht nur für Partnerschaften, auch in Freundschaften und in der Kommunikation am Arbeitsplatz trifft das zu. weiterlesen »

Ich traue mich

In einer Selbsthilfegruppe schrieb jemand auf ein Plakat den Satz „Ich traue mich“ und erntete Beifall. Ich dachte nach. Welchen Fall erfordert dieser Satz? Ich traue wen oder was – Akkusativ. Klar, aber stimmen Fall und gewollter Inhalt überein?

Nach einigem Nachdenken habe ich (hoffentlich) des Rätsels Lösung gefunden. Ich traue mich (also Akkusativ), bedeutet, ich traue mich. Trauen im Sinn von Verheiraten. Also: „Ich verheirate mich“. Sofern ich dies vorhabe – in Ordnung. Der Inhalt des Satzes in der Selbsthilfegruppe sollte jedoch ein anderer sein.

Ich habe Mut, ich wage etwas, ich laufe los, ich mache … Doch dieser Inhalt erfordert einen anderen Fall – den Dativ. Wem traue ich? MIR. Ich traue mir. Ich traue mir zu, kreativ zu sein, ich traue mir zu, alles zu schaffen, was ich schaffen will. Ich traue mir zu, mein Leben in die Hand zu nehmen. weiterlesen »

Ich gehe zum Bäcker – ein schwieriger Fall

Sonntagnachmittag beim Kaffeetrinken. Am Tisch zwei Deutschlehrer mit einem Problem. „Ich gehe zum Bäcker. Zum – Dativ. Wohin gehe ich? Wohin verlangt aber den Akkusativ. Und was nun? Ein Fehler in der deutschen Grammatik. Droht die nächste Rechtschreibreform?

Es hat mich zwei Tage des Nachdenkens gekostet, dann hatte ich des Rätsels Lösung. Der scheinbare Widerspruch zwischen Dativ und Akkusativ liegt in unserer Umgangssprache. Das Wort Bäcker weiterlesen »

„Wir schaffen das“

Von der Bedeutungslosigkeit eines bedeutenden Satzes

Der Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das“ ist wohl einer der bedeutendsten Sätze des Jahres 2015. Er ist in aller Munde, fast schon ein geflügeltes Wort. Ein genialer Satz der Kanzlerin, oder doch nicht?

Es war im August 2015, als Angela Merkel auf einer Presskonferenz zur Flüchtlingsproblematik vor Journalisten ihren berühmten Satz sagte. Frau Merkel ging damals von vermutlich 800.000 Flüchtlingen im Jahr 2015 aus und beschrieb die Situation als „eine große nationale Aufgabe“. Selbstbewusst und bestimmt sagt sie: „Wir schaffen das, und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden.“ weiterlesen »

Flüchtlinge – das Wort des Jahres 2015

1971 wurde erstmals in Westdeutschland ein Wort des Jahres gekürt, seit 1977 jährlich. Flüchtlinge ist das Wort des Jahres 2015. Gekürt von der Gesellschaft für deutsche Sprache.

2.500 Wörter lagen der Jury zur Wahl vor. Diese begründete ihre Wahl damit, dass Flüchtlinge nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres steht, sondern ist auch sprachlich interessant sei. Gebildet wird es aus dem Verb flüchten und dem Ableitungssuffix -ling für eine Person, die durch eine Eigenschaft oder ein Merkmal charakterisiert ist.

Das beherrschende Thema im jahr 2015 – Griechenland und Terroranschläge in Frankreich sind also vergessen? weiterlesen »

„Zwei Caipis ohne, bitte“

Über die Verstümmelung der deutschen Sprache

Die Seuche des deutschen Aküfi grasiert und fordert immer mehr Opfer – Worte der deutschen Sprache. Kaum ein Brief, eine E-Mail, ein Fax ohne Abkürzungen. Vom SMS ganz zu schweigen, dort hat der Aküfi längst die Oberhand gewonnen.

Wird aus der Sprache der Dichter und Denker die Sprache der sinnlosen Buchstabenreihungen?

Vor kurzem saß ich in einer Bar. Eine junge Frau neben mir bestellte „zwei Caipis ohne, bitte“. Ich überlegte. Caipis? Ohne was? Ohne Rum, ohne Eis, ohne Glas?
Der Kellner stellte zwei Gläser Caipirinha ohne Eis auf den Tresen. Aha, dachte ich, ohne Eis also. Aber warum konnte die junge Frau neben mir das nicht auch so bestellen?
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Softeis in the City

Die Globalisierung macht auch vor der Eisdiele nicht halt

Da ging ich so am Sonntagnachmittag durch die Stadt, als mich ein rot leuchtendes Werbeschild fast ansprang: „Softeis in the City“.
Nun, ich war nicht in einer Weltmetropole unterwegs, um mich herum standen nicht hunderte ausländische Touristen, die gerne mal deutsches Softeis probieren wollten. Nein, eine kleiner Laden, der auch noch geschlossen hatte, an einer lauten Kreuzung, weit und breit kein Mensch. Aber der Hinweis, es gibt „Softeis“ und das „in the City“. weiterlesen »

Smalltalk – aber wie?

Die Kunst des unverbindlichen Redens

Kennen Sie diese Situation? Sie treffen fremde Menschen, z.B. auf einer langen Reise im Zug, und wissen nicht, ob und wie Sie sich mit Ihnen unterhalten sollen. Das Gespräch sollte zunächst nur kurz und unverbindlich sein. Je länger das Schweigen dauert, desto unerträglicher wird die Situation. Soll ich anfangen? Aber wie? Was soll ich sagen oder fragen? Am einfachsten ist es dann wohl, sich hinter einen Buch oder der Zeitung zu verstecken oder aus dem Fenster zu schauen. Kommunikativ ist das nicht. Und wer weiß: vielleicht entgeht Ihnen ja ein interessantes Gespräch.

Die Situationen, in denen Smalltalk angebracht ist, können sehr unterschiedlich sein. Die kurze Fahrt im Aufzug, ein zufälliges Treffen auf der Straße sind noch am einfachsten zu meistern. Denn schnell bin ich mein Gegenüber wieder los. Anders ist bei längeren Zusammentreffen, wie z.B. im Zug. weiterlesen »

Die Geschichte des Wortes Coach

Coach kommt aus dem Englischen und heißt Trainer. So die weitläufige Meinung. Doch so einfach ist es nicht.

Coach hat in der englischen Sprach viele Bedeutungen: Bus, Kutsche, Karosse, Eisenbahnwaggon, Nachhilfelehrer. To coach bedeutet, jemanden trainieren, kann aber auch mit to practice übersetzt werden. Jemandem Nachhilfe geben heißt auch to coach. Eine reno coach ist ein Renovierungsfachmann.

Trainer heißt im Englischen track-suit oder coach. Coaching bedeutet Training oder Nachhilfe.

Coach und Coaching haben also etwas mit trainieren, mit Hilfe, Nachhilfe aber auch mit Fortbewegung zu tun. weiterlesen »

Politisch korrekte Tomatensoße

Vor einigen Wochen habe ich im Supermarkt eine Flasche Zigeunersoße gekauft. Natürlich mehr über den Inhalt als über den Namen nachdenkend. Nun stand die Flasche auf dem Tisch und vom feurig-roten Etikett sprang mir der Name wieder ins Gesicht: Zigeunersoße. Zigeuner? Das ist doch eine Bezeichnung, die schon vor einigen Jahren von politisch korrekten Gutmenschen aus dem grün-roten Linksbereich von der deutschen Wortschatzbühne verdrängt werden sollte. weiterlesen »

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