Werte

Das Sechste Gebot

„Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“ (kath.),
„Du sollst nicht ehebrechen“ (ev.)

Auf den ersten Blick scheint das Sechste Gebot im katholischen und im evangelischen Katechismus ähnlich zu sein. Auf den zweiten Blick aber nicht. Unter Keuschheit wird oft nur die sexuelle Abstinenz oder Enthaltsamkeit verstanden. Das Idealbild der bewussten Keuschheit ist allerdings weitreichender.

Keuschheit bezeichnet das Verhalten einer Person, sich auf Grund eines erworbenen Schamgefühls oder kraft eines bewussten Grundsatzes schamhaft zu verhalten und das Unschamhafte und Verstöße gegen die Sittlichkeit zu meiden.
Das religiöse, katholische Verständnis von Keuschheit, wird als allgemeine Mäßigung verstanden, die nicht auf sexuelles Verhalten weiterlesen »

Das Fünfte Gebot

„Du sollst nicht töten“ (kath., ev.)

Beim Fünften gebot sind sich Katholische und evangelische Kirche einig. Das Fünfte Gebot ist klar formuliert: „Du sollst nicht töten“. Nicht formuliert ist, was in den Begriff töten eingeschlossen ist.

Trifft das Gebot nur auf Menschen zu? Oder ist es auch für Tiere und Pflanzen anwendbar? Im kirchlichen Verständnis – nein. Der Mensch ist das Ebenbild Gottes. Tiere und Pflanzen sind zwar Teil der göttlichen Schöpfung, jedoch wird ihnen eine niedrigere Stellung zugebilligt. Eine strikte Ausweitung des Fünften Gebotes auf Pflanzen und Tiere wäre praktisch auch nicht umsetzbar, wäre doch damit den Menschen die Nahrungsgrundlage entzogen.

Angesichts eines steigenden Fleischkonsums, angesichts unhaltbarer Zustände in Tierzuchtbetrieben und Schlachthäusern weiterlesen »

Das Vierte Gebot

„Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden.“ (kath).
„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ (ev.)

Der Unterschied zwischen der katholischen und der evangelischen Auslegung des Vierten Gebotes liegt in der Zeitdauer. Die Ehrung von Vater und Mutter beschränkt sich in der Katholischen Kirche auf das Leben auf Erden. Die Evangelische Kirche kennt diese Begrenzung nicht. Glaubt man an ein Leben nach dem Tod, wird die Ehrung der Eltern also auch dann noch gefordert.

Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen von Kindern. Sie sorgen für sie, ernähren und kleiden sie, ermöglichen Bildung. Zumindest sollten sie es tun. Doch wie weit geht die Ehrung von Mutter und Vater? Diese Frage ist hochaktuell vor dem Hintergrund des gesetzlich geregelten Umstandes, dass Kinder zur Kasse gebeten werden können, wenn ihr Eltern in eine Pflegeeinrichtung müssen und Rente und Pflegegeld nicht ausreichen. Die reine Ehrung der Eltern weiterlesen »

Das Dritte Gebot

„Du sollst den Tag des Herrn heiligen“ (kath),
„Du sollst den Feiertag heiligen“ (ev.)

„Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber des siebenten Tages sollst du feiern, auf dass dein Ochse und Esel ruhen und deiner Magd Sohn und Fremdling sich erquicken“ (Moses, 23,12). Die Bibel gibt den Tag vor, den die Christen als Feiertag bzw. als Tag des Herrn in ihrem Dritten Gebot bezeichnen – den Sonntag. Von allen weiteren christlichen Feiertagen, die es heute gibt, ist dort nicht die Rede. Sechs Tage Arbeit, ein Tag heilige Ruhe. Alles anderen Feiertage sind menschliche Erfindungen, keine göttliche Vorgabe.

Wie steht es nun mit der Heiligen Ruhe? Trete ich auf meinen Balkon, schaue ich auf eine Neuapostolische Kirche. Sonntagvormittag und Mittwochabend treffen sich die Mitglieder zum Gottesdienst. Die Neuapostolische Kirche verwendet die Lutherbibel, wie sie auch in der Evangelischen Kirche Verwendung findet.
Diese Religionsgemeinschaft hat also für sich beschlossen, den Sonntag als Tag der Heiligung Gottes zu nutzen und zusätzlich noch den Mittwochabend. Vielleicht hält doppelt besser? weiterlesen »

Das zweite Gebot

„Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“ (kath.)
„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ (ev.)

Erstes und Zweites Gebot hängen eng zusammen. Den Namen des einen Gottes, an den ich glauben soll, soll ich nicht verunehren bzw. missbrauchen.

Das Zweite Gebot sollte ein alltägliches Gebot im Umgang von Menschen miteinander sein. Tauscht man das Wort „Gott“ aus und ersetzt es durch „Menschen“, entsteht ein Gebot, das lautet: „Du sollst Menschen nicht verunehren“ bzw. „Du sollst Menschen nicht missbrauchen“.

Anmaßung, „Gott“ durch „Menschen“ zu ersetzen? Das kann man sehen, wie man will. Für mich beginnt jede Entwicklung und Veränderung im Kleinem, bei mir selbst, in meiner Umgebung, bei meinen Mitmenschen. Ist es überhaupt möglich, seine Mitmenschen zu verunehren und sie zu missbrauchen (körperlich, seelisch und materiell) und sich gleichzeitig an das Zweite Gebot zu halten? Glaubt man der Bibel, weiterlesen »

Das Erste Gebot

„Du sollst an einen Gott glauben“ (kath.),
„Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (ev.)

Beim Ersten Gebot sind die beiden großen christlichen Kirchen nah beeinander. „Es gibt nur einen Gott“, lautet die klare Botschaft. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“.

Wie weit lässt sich das Gebot auslegen? Schauen wir ins Fernsehen, so begegnen uns jeden Tag viele Götter. Da ist von Sportgöttern und Musikgöttern die Rede, Schauspieler werden als göttlich bezeichnet. Haben wir uns köstlich amüsiert, finden das viele Menschen „einfach göttlich“. So viele Götter, dabei soll es doch nur einen geben. Und dann ist da noch das Geld, einst als Mammon verschmäht ist es heute zum Fundament des unerschütterlichen Glaubens an immer währendes Wachstum, Konsum und Materialismus geworden. Wie soll Gott im Himmel (oder wo auch immer) da mit seinen weichen Botschaften von Liebe und Mitmenschlichkeit mithalten können? weiterlesen »

Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote sind eine Aufzählung von verbindlichen Anweisungen (Geboten) des Gottes Israels in der Bibel. Die als direkte Rede des Gottes an sein Volk verstandenen Regeln fassen seinen Willen für das Verhalten ihm und den Mitmenschen gegenüber zusammen.

Die Zehn Gebote haben im Judentum wie im Christentum eine zentrale Bedeutung für die theologische Ethik und haben die Kirchengeschichte und die Kulturgeschichte Europas und der christlichen Welt mitgeprägt.

Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. Dort, wo das Bilderverbot – „Du sollst dir kein Bildnis machen“ – als zweites Gebot aufgeführt wird, wie in der anglikanischen, reformierten und orthodoxen Tradition, ergibt sich eine andere Zählung. Neuntes und Zehntes Gebot werden dort als ein Gebot verstanden.

Unterschiede gibt es auch zwischen dem katholischen und dem evangelischen Katechismus. weiterlesen »

Der vererbte Lebenssinn

Löwenkämpfer am Alten Museum Berlin

Alle Menschen wachsen in einer Umgebung auf, in der sie zu Beginn ihres Lebens nicht viel zu sagen haben. Die Eltern sagen, was richtig ist, wie sich die Kleinen benehmen sollen und wie man sich verhalten soll.
Dazu kommt die Gesellschaft, die verschiedene Werte und Vorstellungen vermittelt und deren Ziel es ist, die Menschen zu „braven Mitbürgern“ zu machen.
Das alles führt dazu, dass Kinder schon von vorne herein einen Lebenssinn aufgedrückt bekommen – ob sie es wollen, oder nicht.

Die Sache hat einen Haken: Die Kinder werden erwachsen und leben dann auch noch viel später, wenn sie eigentlich schon längst selbst über ihr Leben entscheiden könnten und sollten, nach dem übernommenen Lebenssinn der Eltern und der Gesellschaft. Und viele leiden auch darunter – bewusst oder unbewusst.
Denn das, was andere für richtig erachten, mag für sie richtig sein, es ist aber in den aller seltensten Fällen auch wirklich das, was das wirklich Richtige für andere Menschen ist.

Das ist der vererbte Lebenssinn. weiterlesen »

Die OWei-Christen

Die OWei-Christen – nein, das sind nicht diejenigen, die bei jeder Kleinigkeit „Oh Gott“ rufen. Die OWei-Christen sind diejenigen ehrenhaften und gut integrierten Mitglieder in der Mitte unserer Gesellschaft, die bei jeder Gelegenheit ihren christlichen Glauben hervorkehren, die christlichen Werte als Grundlage ihres Tuns und Denkens bei jedem passenden und unpassendem Anlass betonen, brav und – nach eigener Aussage – auch gern ihre Kirchensteuer entrichten und doch nur zweimal im Jahr in die Kirche gehen – zu Ostern und zu Weihnachten. weiterlesen »

Wertewandel oder Werteverfall? Teil VI – Individuelles Wertesystem kontra gesellschaftliches Wertesystem

Wie gehen wir mit Menschen um, deren individuelles Wertesystem in völligem Gegensatz zum gesellschaftlichen Wertesystem steht?

Nehmen wir einmal an, zu unserem Lebens-Wert würde es gehören, in ein Geschäft zu gehen, zu nehmen, was man braucht, ohne zu bezahlen. Darf man das? Juristisch – nein. Werteorientiert – auch nicht. Jeder hat das Recht, auf sein individuelles Wertesystem. Jeder hat aber auch die Pflicht, sein Wertesystem auf Verträglichkeit mit dem allgemein gültigen Wertesystem zu überprüfen. weiterlesen »

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