Persönlichkeitsentwicklung

Selbst-Bewusst-Sein – Selbst-Achtung – Selbst-Vertrauen

Sich seiner selbst bewusst sein – Sich selbst achten – Sich selbst vertrauen


Wir wollen uns gern Gutes tun. Machen, was uns Spaß macht und uns gefällt. Ärger und Stress aus unserem Leben verbannen. Und doch sieht unser Alltag anders aus. Wir opfern uns für andere auf, stellen unsere Bedürfnisse hinten an, sind für andere da und vernachlässigen uns. Sagen „Ja“, obwohl wir doch lieber „Nein“ sagen möchten.

Was sind wir uns selbst wert und wie ist es um unser Selbst-Bewusst-Sein bestellt?

Definition Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat definiert, was Gesundheit ist:

  • Stabiles Selbstwertgefühl,
  • Positives Verhältnis zum eigenen Körper,
  • Freundschaften und soziale Einbindung,
  • Gesunde Umwelt, stabiles ökologisches System,
  • sinnvolle Arbeit und gesunde Arbeitsbedingungen,
  • Ausreichender Zugang zur Gesundheitsversorgung,
  • Lebenswerte Gegenwart und eine begründete Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft,

Das Gesetz der Homöostase

Homöostase heißt Fließgleichgewicht. Das Gesetz der Homöostase beschreibt die Fähigkeit eines Systems (Organismus), sich trotz Störungen der Umwelt oder sich ändernder Lebensbedingungen in einem stabilen Zustand zu halten. Das System tendiert zur Erhaltung eines dynamischen Gleichgewichts zwischen seinem Leistungsvermögen und den äußeren Anforderungen.

Das Ego-Gegenstromprinzip

Das Ego-Gegenstromprinzip

Das Ego-Gegenstromprinzip

Menschen kommen mit einem ausgeprägten Selbst-Bewusst-Sein auf die Welt. Das ist bei Babys und Kleinkindern deutlich zu merken. Sie entscheiden, ob und was sie essen wollen. Sie weinen, schreien oder strampeln, wenn ihnen ihre unmittelbaren Lebensumstände nicht gefallen.

Mit zunehmendem Alter und Körpergröße geht bei vielen Menschen dieses angeborene Selbst-Bewusst-Sein verloren. Sie passen sich an, ordnen ich unter, sind nicht mehr sie selbst.

Fazit: Je kleiner der Mensch, desto größer das Selbstbewusstsein – je größer der Mensch, desto kleiner das Selbst-Bewusst-Sein.

Was ist Selbstbewusstsein?

Laut Duden ist Selbst-Bewusst-Sein das Bewusstsein des Menschen von sich selbst als denkendem Wesen und das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt.

Als Synonyme zu Selbst-Bewusst-Sein bietet der Duden u.a. die Begriffe

  • Selbstverliebtheit,
  • Überheblichkeit,
  • Siegesgewissheit,
  • Arroganz,
  • Dünkel,
  • Selbstherrlichkeit und
  • Überhebung

an. Haben diese Wörter wirklich etwas mit Selbstbewusstsein zu tun?

Lesen Sie dazu den Kommentar.

Im Englischen heißt Selbst-Bewusst-Sein „self-confidence“ oder „self-assurance“. Confidence heißt „Vertrauen, Zuversicht“, assurance heißt „Gewissheit, Sicherheit, Vertrauen“.

Zerlegt man das Wort Selbst-Bewusst-Sein in seine Einzelteile, erschließt sich der Sinn des Wortes:

  • Selbst: auf mich bezogen,
  • Bewusst: darin steckt das Verb „wissen“,
  • Sein: ich bin,

Selbst-Bewusst-Sein heißt:
„Ich bin mir meines Selbst bewusst“
„Ich weiß um mich selbst“.

oder:
„Ich weiß wer ich bin“
„Ich weiß, was ich kann“
„Ich bestimme über mich“

Was ist Selbst-Wert?

Ein selbstbewusster Mensch verspürt diese Dinge (Vertrauen, Zuversicht, Gewissheit, Sicherheit) in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert entgegengeht. Das ist der Selbstwert.

Nach Zimbardo, Psychologie bedeutet Selbstwert das Erleben der Identität. Dies beinhaltet:

  • das eigene Selbst als unterschiedlich von anderen wahrzunehmen,
  • andere Dinge werden als dem Selbst zugehörig oder als fremd bewertet,

Kernstück des Gefühls ist: ICH BIN EINE EINZIGARTIGE PERSÖNLICHKEIT

Selbstwertgefühl ist die generalisierte wertende Einstellung dem Selbst gegenüber.

Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls

Der Psychologe Nathaniel Branden hat sechs Säulen des Selbst-Bewusst-Seins definiert als:

  • Bewusstes Leben,
  • Selbstannahme,
  • Eigenverantwortliches Leben,
  • Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person,
  • Zielgerichtetes Leben,
  • Persönliche Integrität,

Warum verlieren wir unser angeborenes Selbst-Bewusst-Sein und warum erkennen wir unseren Selbst-Wert nicht?

Einwirkungen von außen wirken sich auf das Selbstbewusstsein aus

Einwirkungen von außen wirken sich auf das Selbstbewusstsein aus

Bereits zu Beginn seines Lebens wird ein kleiner Mensch durch sein familiäres Umfeld geprägt:

  • „Nein“
  • „Lass das“
  • „Das darfst Du nicht“
  • „Das kannst Du noch nicht“
  • „Dafür bist Du zu klein“
  • „Wenn Du das machst, ist die Mama traurig“
  • „Wenn Du das nicht machst, schimpft der Papa“

undsoweiterundsofort…

Das sind Sätze, mit denen ein Baby und Kleinkind konfrontiert wird. Auch, wenn ein Kleinkind diese Sätze noch nicht bewusst wahrnimmt, im Unterbewusstsein brennen sie sich ein.

Kommt ein Kind in den Kindergarten und später in die Schule, wird es durch das nun erweiterte soziale Umfeld mit neuen Sätzen konfrontiert.

  • „Sitz still“
  • „Sei leise“
  • „Pass auf“
  • „Schau, was die anderen machen“
  • „Nimm Dir ein Beispiel an… “
  • „Die anderen können das schon“
  • „Das lernst Du nie“
  • „Aus Dir wird nie etwas“

undsoweiterundsofort…

Im Jugendalter und zu Beginn des Ausbildungs- und Berufslebens setzt sich der Trend vorgefertigter Meinungen und Glaubenssätze des Umfeldes fort:

  • „Du musst gut sein in der Schule, sonst wird aus Dir nichts“
  • „Du musst studieren, sonst verdienst Du später kein Geld“
  • „Du musst erfolgreich sein, sonst bist Du nichts“
  • „Erfolgreich sein, heißt Geld haben“
  • „Erst studierst Du, dann suchst Du einen guten Job, dann kaufst Du ein Auto und baust ein Haus“
  • „Du musst Überstunden machen“
  • „Du musst das auch noch erledigen“
  • „Du musst Karriere machen“
  • „Wenn Du nicht so willst, wie der Chef, fliegst Du raus“
  • „Kauf Dir ein großes Auto, dann bist Du wer“

undsoweiterundsofort…

Der Erwartungs- und Erfolgsdruck nimmt stetig zu.

Hinzu kommt ein übermächtiger Staat, z.B. in Form des Arbeitsamtes oder des Jobcenters:

  • „Wenn Sie den Job nicht annehmen, dann bekommen Sie Sanktionen“
  • „Wenn Sie die Unterlagen nicht pünktlich abgeben, bekommen Sie Sanktionen“
  • „Wenn Sie sich nicht weiterbilden wollen, bekommen Sie Sanktionen“

undsoweiterundsofort…

Und auch darauf reagiert das soziale Umfeld:

  • „Wer arbeitslos ist, ist nur zu faul zum Arbeiten“
  • „Arbeitslose sind Verlierer“
  • „Arbeitslose können nicht Schritt halten mit der Zeit“

undsoweiterundsofort…

An dieser Stelle sind viele Menschen etwa in der Mitte ihres Lebens angekommen. Wer hat sie bis dahin gefragt, was sie eigentlich wollen?

Was können wir tun? Nun ja, der Welt die Zuge rausstrecken wäre zumindest schon mal ein Anfang.

Lesen Sie auch die Beiträge:
Selbst-Bewusst-Sein – Selbst-Achtung – Selbst-Vertrauen – 10 praktische Anregungen,
Selbst-Bewusst-Sein – Selbst-Achtung – Selbst-Vertrauen – praktische Übungen ,

Lesen Sie den Leitartikel und weitere Beiträge und Zitate zum Thema SELBSTBEWUSSTSEIN.

Quellen:
Philip G. Zimbardo: Psychologie, Springer Verlag Berlin Heidelberg New York, 6. Auflage, 1995,
Nathaniel Branden: Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls, Piper Verlag GmbH, München, 1995

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