Depressionen

Erste Bürgerpflicht: Sorge Dich um Dich selbst!

Ich berate ehrenamtlich Menschen, die depressive Phasen haben, deren Angehörige und Freunde. Das macht Spaß und ist interessant, weil es meine beruflichen Aktivitäten ergänzt und mich die Problematik Depression aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt.

Vor einiger Zeit war eine junge Frau zur Beratung gekommen. Sie selbst war nicht von einer Depression betroffen, jedoch ihre Freundin. Studentin und im Prüfungsstress. Die Symptome waren eindeutig und die Freundin hatte sich bereits in therapeutische Behandlung begeben.

Worum ging es in dem Gespräch. Es ging natürlich nicht in erster Linie um die Person (also die Freundin mit Depression), die nicht anwesend war. Es ging um die Freundin (ohne Depression), die zur Beratung gekommen war.

Was war ihr Problem? Sie wollte verstehen, was in ihrer Freundin vor sich geht. Sie wollte ihrer Freundin helfen. Sie wollte ihrer Freundin bei Entscheidungen behilflich sein. Sie fühlte sich für das Wohlergehen der depressiven Freundin verantwortlich.

Die junge Frau hatte schon bemerkt, dass sie immer öfter an ihre Grenzen stößt, wenn sie mit ihrer depressiven Freundin Zeit verbringt. Sie fühlte sich schlecht, wenn ihre Freundin antriebslos und lustlos war.

Und dann hat sie etwas sehr wichtiges und richtiges getan: Sie ist zur Beratung gekommen und hat sich Hilfe geholt.

Wir haben einige Dinge besprochen, ich habe ihr Hinweise gegeben, wie sie mit ihrer Freundin besser kommunizieren kann.

Die wichtigsten Punkte, die ich der jungen Frau mit auf den Weg gegeben habe, waren:

  • Jeder Mensch ist für sich und sein Leben selbst verantwortlich.
  • Niemand ist für das Glück oder das Wohlbefinden eines anderen Menschen verantwortlich.
  • Jeder Mensch muss für sich seine Grenzen festlegen. Jeder Mensch muss für sich festlegen, wie weit er einen anderen Menschen in sein Leben lässt.
  • Jeder Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen zu stoppen, wenn dieser diese Grenzen überschreitet.
  • Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder Mensch trifft seine Entscheidungen, die von einem anderen Menschen nicht verstanden werden müssen, aber respektiert werden sollten.
  • Ich muss meine eigenen Grenzen kennen. Wer kein Therapeut ist, der muss (und sollte) nicht therapieren.
  • Hilfe ja – aber keine Selbstaufopferung und Selbstaufgabe.

Nur ein Mensch, der zuerst für sich selbst sorgt kann auch für andere Menschen da sein.

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