Persönlichkeitsentwicklung

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Menschen beherrschen die Kunst der selektiven Wahrnehmung. Dieses psychologische Phänomen führt dazu, dass wir Menschen nur die Informationen an uns heranlassen, die unser Weltbild zementieren. Alles andere, was nicht in unser Weltbild passt, blenden wir aus.

Wir können oder wollen die Wirklichkeit oft nicht sehen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Selektive Wahrnehmung passiert in vielen Bereichen, z.B. in der Politik. Wenn sich zwei Politiker unterschiedlicher Parteien unterhalten tun sie das nicht mit der Absicht, etwas Neues dazuzulernen. Sie sind nicht auf der Suche nach der Erweiterung ihres Horizonts, nach neuen Einsichten oder Erkenntnissen. Nein, sie wollen lediglich ihre Sichtweise bestätigen und den anderen überzeugen. Das klappt natürlich nicht, denn der andere Politiker hat ja auch kein Interesse an Veränderung. Aus diesem Grund schaue ich mir keine Talksendungen mehr an.

Wer sehr stark an sich selbst herumkritisiert, der will keine Komplimente hören. Sie sind ihm unangenehm, weil sie nicht zu seiner Meinung von sich selbst passen.

Ein gewisses Maß an selektiver Wahrnehmung ist sinnvoll. Sie hilft uns, Dinge auszusortieren, denen wir nicht gewachsen sind und sie gibt und Halt und Orientierung. Das starre Festhalten am eigenen Weltbild und das damit verbundene Ausblenden von allem, was anders ist, kann zum Problem werden. Immer wenn wir unzufrieden oder unglücklich sind oder in einer Krise stecken liegt es vielleicht daran, dass wir eine Sichtweise verteidigen, mit der wir uns selbst schaden.

In solchen Lebenskrisen lohnt es sich, sich selbst zu hinterfragen:

  • Wie sieht meine Realität aus?
  • Was wäre, wenn meine Sichtweise schädlich für mich ist?
  • Wie sieht das Gegenteil meiner Meinung aus?
  • Was wäre, wenn das Gegenteil besser für mich ist?

Sich diese Frage selbst zu stellen und zu beantworten und dann auch noch zu reagieren, ist anstrengend und oft nicht lustig. Wie so vieles, was es wert ist, getan zu werden.

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Autor: Mirko Seidel am 24. Jan 2018 09:54, Rubrik: Persönlichkeitsentwicklung, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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