Depressionen

Kann es einen Sinn haben eine Depression zu entwickeln?

Detail Schloss Dahlen

Um diese Frage zu beantworten, muss der stammesgeschichtliche Kontext des Menschen betrachtet werden. Warum hat die Evolution Depressionen nicht längst selektiv ausgeschaltet?

Der menschliche Körper funktioniert auch heute noch nach steinzeitlichen Prinzipien. Die überlebenswichtige Strategie war, süße und fettreiche Nahrung zu bevorzugen. Das aber führt beim modernen Menschen zu Übergewicht und zu Diabetes. Die biologische Evolution hinkt der rasanten kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit hinterher.

Ähnliches gilt wohl auch für die Psyche. So können die heutigen zahlreichen Kontakte mit völlig fremden Menschen sowie eine deutliche Erweiterung des sozialen Umfeldes für einige Menschen extremen Stress bedeuten. Eine mögliche Folge kann eine Depression sein.

Die Urgesellschaften bestanden aus relativ kleinen und überschaubaren Gruppen. Kontakt mit Fremden bedeutete damals meistens ein Gefahrenpotenzial bis hin zur Lebensgefahr. Psychische Störungen können heute auch bei einfachen Stammesgesellschaften auftreten. Wenn sie dort auch seltener sind, ist dies doch kein Widerspruch sondern bestätigt vielmehr, dass Depressionen keineswegs ein erst in neuerer Zeit aufgetretenes Zivilisationsleiden sind.

Da sich psychische Störungen evolutionär erhalten haben stellt sich die Frage, ob sie nicht sogar eine positive Wirkung haben könnten. Der Vorteil einer Depression wäre damit erklärbar, dass Grübeln bei Entscheidungen in komplexen gesellschaftlichen Situationen hilfreich ist. Die meisten Psychologen betrachten jedoch psychische Störungen als statistische Ausreißer und als wenig förderlich. Während zum Beispiel normale Angst überlebenswichtig ist, macht eine Angststörung handlungsunfähig.

Ursachen und mögliche Gründe für eine Depression

In der Medizin werden mehrere Faktoren für eine Depression als ursächlich angenommen. Darunter sind genetische Faktoren, entwicklungsgeschichtliche Faktoren sowie aktuelle Ereignisse.

Neben den Genen, die nur allzu gern verantwortlich gemacht werden, spielen Umwelteinflüsse eine große Rolle. So steht das Serotonin-Transporter-Gen für ein erhöhtes Depressionsrisiko: Wachsen die betroffenen Personen in einem vorteilhaften Umfeld auf, entwickeln sie anstelle einer Depression ein überdurchschnittliches empathisches und soziales Verhalten, was wiederum einen Selektionsvorteil darstellt. Dieselben Gene bedeuten also unter unterschiedlichen Umweltfaktoren einen Vorteil oder einen Nachteil.

Evolutionär betrachtet ist die reine Unbeschwertheit eher von Nachteil. Eine leichte Depression hingegen gibt den Impuls, etwas zu verändern. Unzufriedenheit lässt Individuen nach Verbesserung ihrer Lage streben, was also durchaus positiv zu sehen wäre.

Lesen Sie den Leitartikel und weitere Beiträge und Zitate zum Thema DEPRESSIONEN.

Quellen:
www.renegraeber.de
www.phytodoc.de

Stichworte:
, , , , , , , , , , , , , , , ,

Autor: Mirko Seidel am 25. Mrz 2015 07:46, Rubrik: Depressionen, Texte & Gedanken, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

Einen Kommentar schreiben

©2017 – blicklicht-leben.de – Burnout-Therapeut & Burnout-Coach Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig, Telefon: 0341 46 86 68 73
Burnout & Depressionen - Beratung, Coaching, Hilfe, Prävention, Perspektiven, Unterstützung  -  Kontakt   -   Impressum