Politik & Gesellschaft

Das System Gesundheitssystem

Die Bundesrepublik Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Im Prinzip muss sich niemand ernsthaft Gedanken machen, wenn er erkrankt. Man geht zum Arzt, bekommt Medikamente oder Therapien, wird, wenn nötig, ins Krankenhaus eingeliefert, ist krankgeschrieben, erhält eine Lohnfortzahlung oder nach sechs Wochen Krankengeld. Gefährliche Krankheiten, die sich seuchenartig ausbreiten, gibt es hierzulande nicht mehr. So weit, so gut.

Das System dient den Menschen. Oder doch nicht? Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und nachzufragen.

Glaubt man Ärzten, Pharmazeuten, Apothekern und selbsternannten Gesundheitsexperten im Fernsehen, so gehört Deutschland zu den im medizinischen Bereich am weitesten entwickelten Ländern der Welt. Für (fast) alles gibt es ein Medikament, schwere und chronische Krankheiten können – wenn auch nicht geheilt – so doch gelindert und für den Betroffenen erträglich gemacht werden. Modernste Technik kann in den letzten Winkel des menschlichen Körpers schauen. Und gegen jede neu auftretende Krankheit hat die Pharmaindustrie kurzeitig ein neues Mittel parat. Zur Not wird auch erst das Präparat erfunden und danach die Krankheit dazu.
Die Menschen werden immer älter und das ist – glaubt man den Vertretern der Zunft – ein Verdienst der modernen Medizin.

Wir werden immer älter. Aber werden wir auch gesünder älter? Noch vor 20 bis 30 Jahren waren Krankheiten, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes Alterserscheinungen. Damals war man schon erschrocken, wenn es mal einen fünfzigjährigen betraf. Alzheimer und Demenz waren in der öffentlichen Aufmerksamkeit nicht zu finden. Heute gehören diese Krankheiten schon fast zum normalen Alltag.

Krankheiten nehmen zu

Laut einem Bericht von Focus-Online nahmen Herzinfarkte, die Todesursache Nummer 1 in Deutschland, zwischen 2000 und 2010 bei Männern um 32,5%, bei Frauen um 17% zu.
Die Betroffenen werden immer jünger. Auch wenn die Sterberate junger, an Herzinfarkt leidender Menschen gesunken ist, ist der Anstieg der Krankheitsfälle deutlich erkennbar. (Quelle: www.gbe-bund.de)

Ähnlich verhält es sich bei Diabetes. Die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen hat extrem zugenommen. Da verwundert es nicht, dass bereits Jugendliche und junge Erwachsene zu Bluthochdruck und Diabetes neigen.

Das sind zunächst alles keine Auswirkungen des Gesundheitssystems, sondern falscher Lebens- und vor allem Essgewohnheiten. Aber die Pharmaindustrie eilt zur Hilfe. Gegen alles hat sie eine Tablette, ein Pulver oder eine Spritze.

Das ist doch gut so, könnte man meinen. Nein, ist es nicht. Denn dadurch wird den Menschen ihre Eigenverantwortung abgenommen. Warum soll ich abnehmen, wenn ich gegen meinen Zucker spritzen und gegen meinen Bluthochdruck auch eine Tablette einwerfen kann? Abnehmen macht keinen Spaß und eine Tablette tut nicht weh. Na gut, eine Spritze schon, aber man gewöhnt sich dran. Und auf zur nächsten Dönerbude.

Die Kosten steigen

Die Gesundheitsausgaben sind in der Bundesrepublik Deutschland von 221 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 287 Milliarden Euro im Jahr 2010 gestiegen. Ein Anstieg um fast 30%. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen wäre es doch nur vernünftig, gegenzusteuern. Mehr Prävention, mehr Aufklärung, Gesundheitsprogramme, Sonderabgaben auf besonders gesundheitsgefährdende Produkte. Warum tut die Politik hier nichts?

Nun, beantworten kann man diese Frage wahrscheinlich nur, wenn man selbst tief im System verankert ist. Aber man könnte etwas vermuten. Wem nützt das Gesundheitssystem in der Art, wie es heute ist? Den Kranken? Ja, auch. Aber zwei gesellschaftliche Gruppen sind die Hauptprofiteure – die Ärzte und die Pharmaindustrie. Ärzte verdienen gut, auch wenn sich die Vertreter ihrer Berufsverbände gern ins Fernsehen stellen und jammern. Oder kennen Sie einen armen Arzt?

Wer verdient am System?

Hauptnutznieser des Gesundheitssystems ist die Pharmaindustrie, die aus den Krankheiten ein Milliardengeschäft macht. Jede Änderung des Systems, das ein Weniger am Medikamenten zur Folge hätte, ist nicht im Sinne der Pharmariesen, denn es kostet Gewinn. Und da die Pharmaindustrie eine gut arbeitende Lobby in Berlin und Brüssel hat, passiert auch nichts, was den Konzernen schaden könnte.

Die Ärzte sind das Bindeglied zwischen Patient und Pharmaunternehmen. Sie müssen für das, was ihnen der Patient über seine Leiden erzählt, das passende Medikament heraussuchen. Dabei genügt es ihnen, die Symptome zu analysieren, das Gesamtsystem Mensch spielt in der modernen Schulmedizin keine Rolle mehr. Die Pharmazeutika werdens schon richten. Man kann den Ärzten nicht mal eine Schuld an diesem Zustand geben, sie lernen es in ihrem jahrelangen Studium nicht anders. Trotzdem kann sich ein Arzt weiterbilden und sein Wissen erweitern, auch über den pharmazeutischen Tellerrand hinaus um nicht länger Handlanger der Pharmaunternehmen zu sein.

Die Politik ist gefragt

Und die Politik? Sie müsste doch ein immenses Interesse daran haben, dass Menschen solange wie möglich gesund sind und die Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Hat sie aber nicht. Zu mächtig ist der Einfluss der Pharmariesen. Dann lieber kuschen und die Beitragssätze anheben.

Es drängt sich der Verdacht auf, hinter dem Ganzen steckt ein noch viel tiefer gehendes und perfideres System. Was garantiert den Pharmakonzernen den maximalen Profit? Ein Mensch, der in jungen Jahren krank wird, mithilfe von Medikamenten einigermaßen zufrieden weiterleben kann, sehr alt wird und diese Medikamente bis zu seinem Tod nehmen muss.

Fazit

Das deutsche Gesundheitssystem ist also kein Gesundheitssystem, es ist ein Krankheits-verträglich-mach-System, ein Einkommens-Sicherungs-System für Ärzte, ein Profit-Garantie-System für die Pharmaindustrie.

Was garantiert den Menschen ein gesundes Leben? Zunächst das Bewusstsein um die eigene Verantwortung. Weiterhin Wissen um seinen Körper, eine Krankenkasse, die ihm Vorsorge und Aufklärung bezahlt, ein Arzt, der das System Mensch betrachtet, nicht das Symptom Krankheit, ein Mittel gegen seine Krankheit, bei dem Wirkung und Verträglichkeit im Vordergrund stehen, nicht der Profit.

Ich habe wenig Hoffnung, dass sich am derzeit bestehenden System bald etwas ändern wird. Jedem, der das herrschende System anzweifelt sei gesagt: es gibt Alternativen, sie zu finden, kostet etwas Zeit, sie anzuwenden kostet etwas Geld. Aber sie bringen etwas: Gesundheit ohne Risiken und Nebenwirkungen. Und sie verhindern etwas: Profite für die Pharmakonzerne.

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