Dezember 2014

Psychosoziales Coaching im Jobcenter Leipzig – ein Kommentar

Mirko Seidel, Burnout-Therapeut und Coach in Leipzig

Es ist eine gute Sache, sich um die Widereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt zu kümmern. Und es ist eine gute Sache, Menschen mit psychischen Störungen zu helfen. Beides wurde mit dem Pilotprojekt des Jobcenters Leipzig getan. Und doch hatte ich dem lesen der Pressemitteilung des Stiftung Deutsche Depressionshilfe einen schalen Nachgeschmack.

Da ist zunächst der Name des Projektes: „Psychosoziales Coaching“. Im Rahmen des Projektes werden Angestellte im Jobcenter von Mitarbeitern des Psychosozialen Coachings geschult, Hinweise auf psychische Erkrankungen zu erkennen. Das ist gut. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Im Erstgespräch mit einem Psychologen werden eine ausführliche Anamnese sowie ein klinisches Diagnostikgespräch durchgeführt. Im Anschluss erhält der Betroffene Informationen zu seiner Erkrankung, eine Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten, Kurzinterventionen und die Möglichkeit an Gruppenprogrammen teilzunehmen.

Aha, der Betroffene wird also zum Psychologen geschickt, erhält eine klinische Behandlung. Auch wenn davon nichts in der Pressmitteilung steht, eine Verabreichung von Medikamenten dürfte Bestandteil dieses Programms sein. Das alles ist klassische Schulmedizin und hat mit Coaching nichts zu tun.
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Das System Gesundheitssystem

Die Bundesrepublik Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Im Prinzip muss sich niemand ernsthaft Gedanken machen, wenn er erkrankt. Man geht zum Arzt, bekommt Medikamente oder Therapien, wird, wenn nötig, ins Krankenhaus eingeliefert, ist krankgeschrieben, erhält eine Lohnfortzahlung oder nach sechs Wochen Krankengeld. Gefährliche Krankheiten, die sich seuchenartig ausbreiten, gibt es hierzulande nicht mehr. So weit, so gut.

Das System dient den Menschen. Oder doch nicht? Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und nachzufragen. weiterlesen »

Burnout – Das unverstandene Empfinden

Menschen, die von Burnout betroffen sind, müssen neben den zahlreichen Symptomen ihrer Krankheit oft auch damit fertig werden, dass Menschen in ihrem sozialen Umfeld sie nicht verstehen und sich von ihnen abwenden.

Unverständnis bei Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskollegen und Vorgesetzten führt zum Abbruch sozialer Kontakte, zum Verlust des Arbeitsplatzes und zur Vereinsamung.

Menschen mit Burnout haben ein großes Problem: es fällt ihnen schwer auszudrücken, was in ihnen vorgeht, was sie bewegt, was sie brauchen, was sie fühlen. Das hängt mit zwei Dingen zusammen: weiterlesen »

Wochenblatt 5. Woche 2014

Hoffnung und Freude
sin die besten Ärzte

Wilhelm Raabe, deutscher Schriftsteller

11 Irrtümer über Burnout und Depressionen

In der öffentlichen Diskussion werden die Begriffe Depression und Burnout oft vermischt und unrichtig verwendet. Selbst unter Ärzten und Therapeuten erfolgt keine Verwendung oder Definition beider Diagnosen.

Depression und Burnout sind zwei Dinge, die zunächst nichts miteinander zu tun haben. Depressionen können auch ohne Burnout auftreten. Andersherum sind sie in den allermeisten Fällen von Burnout Teil eines umfangreichen Symptombildes.

  1. Menschen mit Depressionen müssen sich nur zusammenreißen,
    sie sollen sich nicht so gehen lassen.
  2. Depressionen können nur schwache Menschen bekommen.
  3. Depressive sind an ihrer Situation selber schuld
  4. Depressive können sich nur selber helfen
  5. Depressive sind Simulanten, die nur keine Lust mehr haben, zu arbeiten
  6. Schlechte Beziehungen fördern eine Depression
  7. Depressionen sind ein normales Zeichen unserer Zeit
  8. Burnoutbetroffene brauchen nur mal richtig Urlaub, dann geht es schon wieder
  9. Depressive bekommen durch Ärzte und Therapeuten umfassende und ausreichende Hilfe
  10. Die schulmedizinische Behandlung von Depressionen und Burnout ist völlig ausreichend, alle anderen Angebote sind nur Geldmacherei
  11. Mit Tabletten lassen sich Burnout und Depressionen gut in den Griff kriegen

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