Juli 2017

Karotten kauen macht nicht glücklich

Es ist schon lustig, welche Menschen mir so über den Weg laufen. Letztens eine Frau, um die 60, klapperdürr, eingefallen, verhärmt. Sie fing an mit mir über Ernährung zu diskutieren. Ihr Standpunkt: nur Rohkost ist gesund, deshalb ist sie nur Rohkost.

Na gut, kann sie ja machen. Es ging aber noch weiter. Sie könne gar nicht verstehen, was die Menschen alles so in sich hineinstopfen, die wären ja alle so dumm und von der Industrie und den Parteien manipuliert usw., bla, bla, bla. Das ging noch zwei, drei Minuten, dann hatte ich die Nase voll. Ich unterbrach ihren Redeschwall mit der Frage: „Sind sie glücklich?“.

Sie schaute mich verdutzt an. „Wie? Glücklich?“. „Na einfach glücklich“ sagte ich, „haben sie das Gefühl, ein glücklicher Mensch zu sein?“. weiterlesen »

Die Karawane zieht weiter …

… die Schlauen bleiben stehen

Schon wieder ein neues Buch auf dem Markt. Dort ein neuer Vortrag und ein neuer Workshop. Und letzte Woche standen in der Zeitung wieder ganz neue Erkenntnisse.

Es gibt Menschen, die nehmen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt. Jeder Workshop, jeder Vortrag besucht, jedes Buch gelesen, jedem Guru Glauben geschenkt. Die müssen es ja wissen, sind ja die Experten. Und irgendwann wird schon das Richtige für mich dabei sein.

Irgendwann? Das Angebot an Lebens-Veränderungs- und Lebens-Verbesserungs-Hilfen ist schier endlos. Klar, damit lässt sich auch viel Geld verdienen. Und so manch ein lebensgeplagter Mitbürger saugt alles in sich auf – und wundert sich, warum sich in seinem Leben nichts verändert. weiterlesen »

Ich bin nicht perfekt – ich bin o.k.

Nicht perfekt - und doch schön

Du schaust oftmals neidisch auf andere Menschen, weil diese mehr in ihrem Leben erreicht haben, als du? Oder du hast schon lange Zeit einen großen Wunsch und schaffst es einfach nicht, dir diesen zu erfüllen?

Du weißt sehr genau, wie dein perfektes Leben aussieht und bist doch meilenweit von deinem perfekten Leben entfernt? Und dann bekommst du auch noch jeden Tag von anderen Menschen in deinem Umfeld den Spiegel vorgehalten, wie unperfekt du doch bist?

Jeder Vergleich führt immer wieder zum selben Ergebnis – du bist unzufrieden angesichts deiner Un-Perfektion.

Unperfekt sein macht dich menschlich!

Das sagt sich leicht, noch dazu, wo ich selbst zur Perfektion neige. Daran lässt sich arbeiten. weiterlesen »

Brich aus der Herde aus

Menschen lernen in zwei Modellen: durch Gruppendenken und durch eigenes Denken.

Gruppendenken bedeutet: Wir schauen auf andere Menschen und gucken, wie die eine Sache gemacht oder ein Problem gelöst haben.

Dadurch partizipieren wir von deren Erfahrungen ohne selbst groß nachdenken bzw. ausprobieren zu müssen. Das Konzept ist super denn man lernt dadurch sehr viel mehr und schneller.

Das Konzept hat aber auch einen großen Nachteil. Man übernimmt auch oft Denkweisen, die gar nicht besonders dienlich sind und oft mehr hindern, als dass sie helfen.

Aus Gruppendenken können hinderliche Glaubenssätze entstehen, wie: weiterlesen »

Mein Unwort des Jahres 2016: TOLERANZ

Das Wort ist allgegenwärtig, wird gern gebraucht wenn es darum geht, vermeintlich fremdes, andersartiges, von der Norm abweichendes zu erklären.

Inflationär werben Politiker, Experten und selbsternannte Gutmenschen immer wieder für dasselbe – Toleranz.

Für mich ist das Wort Toleranz eines der ungeeignetsten Wörter wenn es darum geht, jeden Menschen in seiner ihm eigenen Art anzunehmen und zu respektieren. Kurz gesagt –Toleranz ist mein persönliches Unwort des Jahres 2016.

Was heißt Toleranz? In Grimms Wörterbuch heißt es: weiterlesen »

„Hedi Schneider steckt fest“ – Film & mehr zum Welttag der Seelischen Gesundheit

Zum Welttag der Seelischen Gesundheit konzentriert sich das Bündnis gegen Depression in Leipzig im diesem Jahr auf den 10. Oktober. In den Passage-Kinos („Universum“) findet von 18:00 Uhr bis ca. 21:00 Uhr eine Veranstaltung statt, wo Interessenten neue Anregungen zum Thema Seelische Gesundheit erhalten. Um 19:00 Uhr läuft der Film „Hedi Schneider steckt fest“ und im Anschluss gibt es eine Diskussionsrunde mit Experten.

Drei Regeln für ein selbstbestimmtes Leben

Selbstbewusstsein gehört zu den Themen, zu denen ich die meisten Vorträge halte. Ich beobachte immer wieder, dass die Fülle von Informationen meine Zuhörer oft überfordern. Deshalb hier drei Grundregeln für ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben:

Regel Nummer 1: Trau niemandem – denk SELBER

Nicht wenige Menschen glauben alles, was sie hören. Sie folgen blind den Medien, vermeintlichen Experten und Politikern, plappern nach, was andere ihnen vorschwatzen.

Aufwachen! Wer ein selbstbestimmtes Leben leben will, muss sein eigenes Hirn einschalten, eine eigene Philosophie für das eigene Leben entwickeln, für sich selber herausfinden, was gut und richtig für einen selbst ist. Ausprobieren ja. Behalten, was für funktioniert und den Rest – wegschmeißen.

Regel Nummer 2: Du musst niemanden fragen – Du darfst ALLES tun

Viele Menschen denken, sie bräuchten erst diese oder jene Erlaubnis, um etwas machen zu dürfen. Das ist klassisches Sklaven-Denken und bringt nicht weiter. Kein Mensch brauchte für irgendetwas die Erlaubnis. Von niemandem, für gar nichts. Die Erlaubnis gibt sich jeder selbst. weiterlesen »

Das verflixte Selbstbewusstsein

In meinen Kursen zu Selbstbewusstsein nenne ich immer wieder als eine Übung für mehr Selbstbewusstsein: „Laufe 25% schneller“.

Nun sagte jemand zu mir, Viele Menschen hasten schon durchs Leben, haben oder nehmen sich keine Zeit für sich, haben keine Pausen und Ruhe. Da sei es doch nicht sinnvoll, noch schneller durchs Leben zu hasten. Ja, er hat Recht. Wer schon durchs Leben rennt, dem bringt es nicht viel, sein Tempo noch einmal um 25% zu erhöhen. Es kann jedoch nie schaden, es doch einmal auszuprobieren und zu schauen, wie die Übung wirkt.

Ist mein Tipp nun falsch? Die Sache ist so: Weder ich noch irgendjemand anderes kann sagen, was das Richtige ist. Niemand kann das, auch kein Arzt oder Therapeut, ich nicht und schon gar kein Fernsehexperte. Egal welches Buch man liest, egal welche Tipps man von jemandem bekommt, am Ende kann jeder Mensch nur selbst entscheiden, ob diese Dinge für ihn wichtig, wertvoll und sinnvoll sind, oder nicht. weiterlesen »

Keine Ahnung, aber immer eine Meinung

Es gehört zu den Zeichen unserer Zeit, dass viele Menschen zu jedem Thema etwas zu sagen haben – oder meinen, etwas sagen zu müssen. Oder anders gesagt – jeder gibt heute zu jedem Thema seinen Senf dazu.

Dabei haben die wenigsten Menschen wirklich Ahnung von dem, was sie gerade kommentieren. Es wird nachgeplappert, was in den Nachrichten gesendet wird, was in Zeitungen steht, was vermeintliche Experten im Fernsehen von sich geben. Am kommentierungsfreudigsten sind die Menschen, die jede Woche fünf überregionale Tageszeitungen lesen, drei Politmagazine und jeden Abend um 20.00 Uhr vor dem Fernseher die Tagesschau verfolgen. Die sind informiert, aufgeklärt und können zu jedem Thema etwas sagen.

Ja, sie können zu jedem Thema etwas sagen, aber sie haben keine eigene Meinung. Sie nehmen kritiklos hin, was die Medien ihnen vorlegen. Sie machen sich nicht die Mühe zu hinterfragen, andere Quellen zu suchen, ihren Stand- und Sichtpunkt zu verändern. Das wäre ja auch viel zu aufwändig, weiterlesen »

Die Umfrage, die mich nachdenken ließ

Hin und wieder bekomme ich Anfragen von Studenten mit der Bitte, an Umfragen teilzunehmen. Meistens tue ich das auch. Heute erreichte mich eine solche Anfrage von Studenten der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg mit der Bitte, meine Meinung zu einer Software abzugeben, die den Mediator im Mediationsprozess unterstützen soll. Ich hatte keine Ahnung, wie das funktioniert und so startete ich die Beantwortung der Fragen.

Als ich auf den folgenden Satz stieß, wurde ich nachdenklich: „Der Mediator wird durch das Programm bei der Erarbeitung und Bewertung möglicher Lösungsalternativen unterstützt. Zudem kann er den Parteien den Problemkomplex auf eine übersichtliche Art und Weise nahe bringen. Durch die graphische und tabellarische Darstellung der Themen- und Konfliktfelder wird den Parteien aufgezeigt, welche Lösungsalternativen es gibt und zu welchem Ergebnis diese führen.“

Aha, eine Software soll mich also dabei unterstützen, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und Lösungsalternativen zu bewerten. Sie kann mich auch dabei unterstützen, den Problemkomplex den Parteien nahe zu bringen und das alles auch noch graphisch und tabellarisch. weiterlesen »

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