November 2017

Moralische Überlegenheit

Moralische Überlegenheit bedeutet, dass ich mich selbst für einen besseren Menschen halte, weil ich an etwas glaube oder mich an bestimmte Regeln halte.

Manche Christen glauben, sie wären besser, als die Moslems. Manche Veganer glauben, sie wären besser, als die Fleischesser. Manche Esoteriker glauben, sie wären besser als die unterbelichteten Normalbürger da draußen. Mancher Arzt meint, er wäre besser als ein Globuli-Freak.

Wer von sich glaubt, er wäre klüger, besser, richtiger und mehr wert als ein anderer Mensch, nur weil der an etwas anderes glaubt beschwört Hass herauf. Daraus sind in der Geschichte der Menschheit schon viel Leid, Krieg und Energieverschwendung entstanden.

Die wenigsten Menschen sind frei von moralischer Überlegenheit. Jeder fühlt sich mal überlegen, weiterlesen »

Der Drachentöter

Der Heilige Georg in der Schedel´schen Weltchronik 1493

Am Chor der Leipziger Nikolaikirche gibt es ein Hufeisen. Und dazu gibt es eine Geschichte.

Vor grauer Zeit lebte in den Wälder bei Leipzig ein Lindwurm, der fraß alles, was sich ihm in den Weg stellte, Menschen, Vieh, einfach alles. Die Menschen hatten Angst und versuchten, den Lindwurm zu töten. Das gelang ihnen nicht, denn der Lindwurm hatte einen Panzer aus harten Schuppen.

Was macht man, wenn man den Feind nicht töten kann, man verhandelt. Das taten die Leipziger. Der Lindwurm hatte ein Einsehen und sagte: „ Na gut, bringt mir jeden Tag ein Stück Vieh und ich lasse euch in Ruhe.“ Die Menschen brachten ihm ihr Vieh, bis keins mehr da war. Da hatten sie wieder Angst. Der Lindwurm sagte: „Bringt mir jeden Tag eine Jungfrau und ich lasse euch in Ruhe.“

In Leipzig herrschte damals schon Demokratie und so ging es nach dem Alphabet. Eines Tages war die Tochter des Bürgermeisters an der Reihe, das schönste Mädchen in der Stadt. Man führte sie vor die Tore der Stadt, der Lindwurm kroch heran. Da näherte sich mit Gedonner und Getöse weiterlesen »

Optimismus vs. Pessimismus

Es scheint einen Kampf auf der Welt zu geben zwischen den Optimisten und den Pessimisten. Optimisten wollen die Welt so positiv wie möglich sehen und erwarten den bestmöglichen Ausgang. Deshalb fühlen sie sich wohl auch so oft wie möglich gut. Optimisten maximieren also ihr Glücksgefühl.

Pessimisten hingegen wollen so gut wie möglich vorbereitet sein auf das was kommt (oder kommen könnte). Sie schauen eher auf Fehler und Probleme und sie erwarten, dass es schief geht, denn so können sie sich rechtzeitig darauf vorbereiten. Pessimisten maximieren also das Gefühl von Sicherheit.

Ich denke, Pessimisten leben länger, weil sie besser in der Vorsorge sind. Optimisten haben dafür eine bessere Zeit, bis sie sterben. Man sieht mal wieder – alles hat seine Vor- und Nachteile. weiterlesen »

Aufregen – ja oder nein?

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel geschrieben und gesagt, das Aufregen nichts bringt. Einige Leser fragten mich, ob man sich dann über gar nichts mehr aufregen soll? Alles nur noch über sich ergehen lassen? Sich für gar nichts mehr einsetzen?“

Meine Antwort: Mach was Du denkst. Es steht jedem Menschen frei sich individuell zu entscheiden, wie er Leben will.

Wer glaubt, dass es etwas bringt, sich aufzuregen, dann soll er es tun. Wer glaubt, dass es etwas bringt, auf die Straße zu gehen und zu protestieren, dann soll er es tun. Meine Erfahrung sagt mir: es bringt gar nichts. Weder mir noch dem Rest der Welt.
Ganz im Gegenteil. Umso mehr ich mich mit negativen Dingen beschäftige, desto negativer wird mein Weltbild und desto negativer werde ich. Will ich das?

Wenn ich negativ eingestellt bin, trage ich überhaupt nichts zu meiner Umgebung bei. Das Ziel sollte doch sein, so positiv wie möglich weiterlesen »

Der innere Zustand – das Wichtigste überhaupt

Der Zustand einer anderen Person beeinflusst den eigenen Zustand. Na gut, aber warum ist es nun so wichtig, sich mit dieser Sache zu beschäftigen?
Ganz einfach: Weil unser innerer Zustand unser ganzes Leben bestimmt!

Der innere Zustand bestimmt:

  • wie wir uns tagsüber fühlen,
  • wie gut wir drauf sind,
  • wie glücklich wir sind,
  • welche Menschen wir dementsprechend in unser Leben ziehen,
  • welche(n) Partner wir haben,
  • wie viel wir im Laufe des Tages gebacken kriegen,
  • wie gut oder schlecht sich unser Leben anfühlt
  • und so weiter und so fort…

Unser innerer Zustand bestimmt alles. Vor allem, wie gut wir uns innerlich fühlen. Und wenn das nicht passt, können wir so ziemlich alles andere vergessen.

Wer in einem inneren Negativzustand lebt, in ständiger (Auf)Reibung weiterlesen »

Erfolglos oder erfolgreich?!

Ich habe verschiedene Phasen in meinem Leben durchgemacht. Kindheit und Jugend verliefen relativ unproblematisch. Das Meiste fiel mir leicht und vieles flog mir zu. Anders fügte sich. Ich habe es so hingenommen ohne darüber nachzudenken, woher es kommt.

Dann kamen Phasen, in denen es nicht so gut lief. Die Dinge fielen mir schwer, Misserfolge, Rückschläge. Ich habe sie hingenommen ohne darüber nachzudenken, was die Ursache sein könnte.

Eine Sache habe ich dabei lange nicht erkannt: Ich habe lange nicht erkannt, dass es Menschen gibt, die vor Energie nur so strotzen während andere (phasenweise auch ich), irgendwie bei allem, was sie taten, die größte Mühe hatten.

Was ist der Grund? weiterlesen »

Kann man ein Burnout überwinden?

Ja, man kann. Wenn man einige wichtige Dinge beachtet. Ein Burnout entwickelt sich schleichend und in Phasen über Monate oder sogar Jahre.

Wie entsteht ein Burnout?

Ein Burnout kann entstehen z.B. durch

  • zu viel Druck von außen oder von innen,
  • (zu) hohe Motivation, (zu) hohes Engagement, Angst vor Fehlern und Fehlzeiten,
  • wenig oder keine Anerkennung (sowohl im Beruf als auch im häuslichen Umfeld),
  • mangelnde (oder nicht erkannte) Ressourcen (z.B. finanzieller Mangel),
  • zu wenig oder gar kein Privatleben mehr,
  • Konflikte,
  • Angst vor Verlusten (Verlust der Arbeit, von sozialer Sicherheit oder einer Person),

Warum ist ein Burnout so schlimm?

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Was ist Stress?

Stress ist eine generelle körperliche Aktivierung. Er entsteht als Reaktion auf eine Gefährdung oder Bedrohung und bereitet den gesamten Organismus auf „Kampf oder Flucht“ vor (Urinstinkt).

Die Stressreaktion entstand bereits bei unseren Ur-Vorfahren. Nur, wer in Stressreaktionen schnell und effektiv reagieren konnte, hat überlebt. Wer in Stresssituationen schlecht reagiert, hat nicht überlebt. Die Stressreaktion ist also eine sehr sinnvolle und sehr effektive Aktivierung des gesamten Körpers. Die menschliche Evolution hat dafür gesorgt, dass die Stressreaktion als Kampf- oder Flucht-Reaktion sehr effektiv abläuft.

Stress entsteht immer dann, weiterlesen »

Veränderung im Fluss des Lebens

Mulde bei Trebsen

Das Leben ist Veränderung. Wir gestalten sie selbst, wehren uns gegen sie oder werden gezwungen, sie anzunehmen. Wie Menschen mit einer von außen auf sie zukommenden Veränderung umgehen und wie sie sich selbst verändern, entscheidet jeder Mensch selbst. Sie gegen Veränderungen zu wehren, bedeutet oft Kampf, Verweigerung, Ärger und Stress. Veränderungen anzunehmen oder selbst einzuleiten bedeutet, Gestaltungsfreiheit zu haben und Herr der Lage zu bleiben.

Wir Menschen befinden uns im Fluss unseres Lebens. Dieser Fluss kann ein munter vor sich hinmurmelnder Gebirgsbach sein, ein breiter, ruhig dahinfließender Strom oder ein donnernder Wasserfall. Unser Leben fließt, mal schnell, mal langsam, mal ruhig, mal aufbrausend. Und immer fließt die Veränderung mit. weiterlesen »

Einführung in das Thema Angst

Funktion der Angst

Mendebrunnen in LeipzigIn der Evolutionsgeschichte des Menschen hat die Angst eine wichtige Funktion. Sie ist ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten, wie z.B. Flucht, einleitet. Diese Aufgabe kann die Angst nur erfüllen, wenn sie weder zu stark ausgeprägt ist und damit das Handeln blockiert, noch wenn zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblendet. Die Verhaltensbiologen und Ethnologen Robert Yerkes und John D. Drodson formulierten 1908 die gesetzmäßigen Zusammenhänge zwischen einem bestimmten nervösen Erregungsniveau und der Abrufbarkeit der Leistungsfähigkeit, die sie als Aktivationsniveaus kennzeichneten.

Der Energieaufwand für eine Flucht ist gering. Die Bedrohungen aber können folgenschwere Auswirkungen nach sich ziehen. Daher ist die „Alarmanlage“ Angst von der Natur sehr empfindlich eingestellt, was auch zu Fehlalarmen führen kann. weiterlesen »

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