November 2017

Der Drachentöter

Der Heilige Georg in der Schedel´schen Weltchronik 1493

Am Chor der Leipziger Nikolaikirche gibt es ein Hufeisen. Und dazu gibt es eine Geschichte.

Vor grauer Zeit lebte in den Wälder bei Leipzig ein Lindwurm, der fraß alles, was sich ihm in den Weg stellte, Menschen, Vieh, einfach alles. Die Menschen hatten Angst und versuchten, den Lindwurm zu töten. Das gelang ihnen nicht, denn der Lindwurm hatte einen Panzer aus harten Schuppen.

Was macht man, wenn man den Feind nicht töten kann, man verhandelt. Das taten die Leipziger. Der Lindwurm hatte ein Einsehen und sagte: „ Na gut, bringt mir jeden Tag ein Stück Vieh und ich lasse euch in Ruhe.“ Die Menschen brachten ihm ihr Vieh, bis keins mehr da war. Da hatten sie wieder Angst. Der Lindwurm sagte: „Bringt mir jeden Tag eine Jungfrau und ich lasse euch in Ruhe.“

In Leipzig herrschte damals schon Demokratie und so ging es nach dem Alphabet. Eines Tages war die Tochter des Bürgermeisters an der Reihe, das schönste Mädchen in der Stadt. Man führte sie vor die Tore der Stadt, der Lindwurm kroch heran. Da näherte sich mit Gedonner und Getöse weiterlesen »

Frei oder konditioniert?

Letztens habe ich eine Dokumentation über verschiedene Kulturen auf der Welt gesehen.

Erstaunlich, wie viele unterschiedliche Menschen es auf dieser Welt gibt. Jeder ist anders, jeder denkt anders, jeder verhält sich anders.

Und doch ist alles nur Konditionierung.

  • Religion? Konditionierung.
  • Werte? Konditionierung.
  • Denkweisen? Konditionierung (die meisten jedenfalls).

Der Mensch ist nur eine konditionierte Maschine, ob er das nun will, oder nicht. Der Mensch ist zum größten Teil das Produkt seiner Umgebung und seiner Erziehung.

Wer in Indien aufwächst, ist ein Hindu und Kühe sind heilig. Wer in Afghanistan weiterlesen »

„Heinrich, wie hältst du´s mit der Religion?“

Die berühmte Gretchenfrage aus Goethes Faust. Manchmal komme ich mir so vor, als wäre diese Frage in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Woran glaubst du? – und danach bewerte ich dich.

Der Glaube an irgendetwas oder irgendjemanden scheint uns Menschen in den Genen zu liegen. Wir glauben, was wir nicht wissen. Soweit, so gut. Wären da nicht Menschen, die Glauben instrumentalisieren und für ihre Machtinteressen ausnutzen. Dazu zählen Religionsgemeinschaften, Parteien, Organisationen (auch NGO´s).

Ich gehöre keiner Religionsgemeinschaft an, keiner Partei, keiner Massenorganisation, weil ich vordefinierte Thesen zurückweise und auf meine eigenen Erfahrungen vertraue. weiterlesen »

Dafür oder dagegen?

Oder: Freiheit steht über Liebe

Letztens habe ich einen Vortrag gehalten und mich wohl lustig gemacht über Kirche und Religion. Ein Teilnehmer fragte mich, warum ich gegen Religion bin.

Meine Antwort: Ich bin nicht gegen Religionen sondern ich bin für die Freiheit! Alles, was Freiheit gibt und zulässt ist für mich gut. Und bei Religionsgemeinschaften, egal wie sie heißen, sehe ich viel mehr Einschränkung als Freiheit.

Freiheit ist für mich der Grundwert schlechthin. Es gibt für mich nichts, was über der Freiheit steht. Selbst die Liebe, muss sich der Freiheit unterordnen, weil es ohne Freiheit niemals eine wirkliche Liebe geben kann. Wie soll ich lieben, wenn ich nicht frei bin? Wie soll ich glücklich werden, wenn ich meine Freiheiten aufgeben muss? weiterlesen »

Es gibt nichts Gutes, …

… außer, man tut es

Der Satz stammt von Erich Kästner. Und er hat ein wahres Wort gelassen ausgesprochen. Wahrer, als alles Gelaber der Kirchen, Politiker und Fernseh-Experten zusammen.

LABERN können alle.
MACHEN hingegen, können nur die Wenigsten.

Anstatt viel zu predigen, sollten die Prediger lieber selber mal machen. Wenn Politiker also fordern, das Volk müsse den Gürtel enger schnallen, dann sollen sie mal bei sich anfangen. Wenn sie sagen, es müsse gespart werden, dann sollen sie doch sparen – bei sich. Doch das tun sie nicht. Die anderen sollen mal schön machen … bla, bla, bla.

Deshalb: Hör nicht darauf, was andere Leute labern. Schau viel mehr darauf, was sie tun. Höre nicht nur auf das, was andere sagen, schau, ob sie es auch selber machen.

Gelabert ist schnell und viel – getan ist etwas ganz anderes. weiterlesen »

Psychoseseminar: „Erfahrungen mit Psychopharmaka“

Montag, 05.09.2016, 19.00 – 21.00 Uhr; „Raum der Stille“, Orientierung – Kontaktstelle der katholischen Kirche in Leipzig; Hainstraße 12, Sternpassage, 04109 Leipzig

Viele Menschen sammeln im Laufe des Lebens Erfahrungen mit psychisch wirksamen Substanzen. Was wissen wir über die Wirkungen jenseits von klinischer Forschung und Pharmaindustrie? Wie geht es Menschen, die Psychopharmaka einnehmen wollen oder sollen? Wie empfinden Sie deren unterschiedliche Wirkungen? Was wünschen und erhoffen sich die Angehörigen von der Pharmakotherapie? Wie nehmen sie die Veränderungen ihrer Angehörigen unter der Einnahme von Psychopharmaka wahr? Wie erleben Behandelnde die Situation ihrer Patienten?

Thema des Monats Dezember 2015: WERTE

Werte bezeichnen im Sprachgebrauch Eigenschaften und Qualitäten, die als erstrebenswert oder moralisch gut betrachtet werden. Objekten, Ideen und Idealen, Sachverhalten oder Handlungsmustern werden Charaktereigenschaften beigelegt.

Das aus unterschiedlichen Wertvorstellungen bzw. Werten einer Gesellschaft geformte Gesamtgebilde aus den Werten, mit den meisten Übereinstimmungen und meisten Befürwortern wird als Wertesystem oder Wertordnung bezeichnet. Eine Wertehierarchie entsteht unterschiedlich gewichtete Werte miteinander verknüpft werden. Wird eine Werteordnung mit einem alleinigen Anspruch auf Wahrheit belegt, ist sie das Kennzeichen einer Ideologie.

Es gibt auf der Erde so viele Wertesysteme, wie es Menschen gibt. Jeder Mensch hat sein persönliches Wertesystem. Menschen mit ähnlichen Wertevorstellungen finden sich zusammen und gründen Parteien, Vereinigungen oder Religionsgemeinschaften. In einer solchen Gemeinschaft gibt es ein übergeordnetes Wertesystem, weiterlesen »

Die Zehn Gebote – alte Kamellen oder immer noch aktuell?

Die Zehn Gebote empfing Moses laut Bibel auf dem Berg Sinai direkt von Gott. Das ist Jahrtausende her. In dieser Zeit wurden die Gebote von unterschiedlichen Strömungen in der christlichen Kirche verändert.

Was sagen uns die Zehn Gebote heute? Ist ein Leben nach den Zehn Geboten möglich und sinnvoll? Könnten die zehn Gebote – würden sie von allen Menschen streng befolgt – das Strafgesetzbuch ersetzen?

Die zehn Gebote sind nicht allgemein verbindlich und deswegen juristisch nicht durchsetzbar.

Das Erste, Zweite und Dritte Gebot, die sich mit Gott befassen, könnten nicht allgemeinverbindlich gemacht werden. Damit würde man einen Gottesstaat schaffen und in das individuelle Recht auf freien Glauben eingreifen. Diese Gebote können nur für Mitglieder von Religionsgemeinschaften als verbindlich anerkannt werden. weiterlesen »

Das Zehnte Gebot

„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut“ (kath.),
„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.“ (ev.)

Fasst man Neuntes und Zehntes Gebot im katholischen Katechismus zusammen, soll man nicht begehren des Nächsten Frau und Gut.

Fasst man Neuntes und Zehntes Gebot im evangelischen Katechismus zusammen, so darf man gar nicht begehren, was dem Nächsten gehört. Was im Neunten Gebot steht, wird im Zehnten Gebot noch einmal widerholt.

Der evangelische Katechismus ist ausführlicher, schließt er neben Weib, Vieh und Gut auch das häusliche Personal mit ein. Der Begriff Gut im katholischen Katechismus beschreibt dagegen nur materielle Güter. Die Frau weiterlesen »

Das Achte Gebot

„Du sollst kein falsch Zeugnis ablegen“ (kath.),
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ (ev.)

Im Achten Gebot gibt es zwischen der Katholischen und der evangelischen Kirche Unterschiede. „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen“ – also nicht lügen – ist im katholischen Katechismus ohne Ausnahmen formuliert. Die Evangelische Kirche hingegen schließt das Lügen nur aus, wenn es dem Nächsten schadet.

Dazu ein konkretes Beispiel: Stellen Sie sich vor, ein Ihnen sehr nahe stehender Mensch liegt im Krankenhaus. Sie haben mit dem Arzt gesprochen und der hat Ihnen gesagt, dass es keine Hoffnung und Hilfe mehr gibt und der Tod in wenigen Tagen eintreten wird. Medikamente können nur noch Schmerzen lindern. weiterlesen »

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