April 2018

Kalenderblatt 16. Woche 2018

Republiken hab ich gesehen,
und das ist die beste,
die dem regierenden Teil Lasten,
nicht Vorteil gewährt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832),
deutscher Dichter und Schriftsteller

Dann beschwere dich doch!

Viele Menschen beschweren sich. Immer dann, wenn sie glauben, im Recht zu sein, ungerecht behandelt zu werden, nicht höflich und zuvorkommend behandelt zu werden oder einfach nur so, weil sie nichts anders können, als sich zu beschweren.

Nun denken wir mal gaaaanz langsam über das BESCHWEREN und über den Satz ICH BESCHWERE MICH nach und schauen mal in den Duden. Dort steht als Synonyme für beschweren:

  • mit etwas Schwererem belasten [um eine Sache an ihrem Platz festzuhalten]
  • jemanden belasten, jemandes Gemüt, Seele schwer machen
  • etwas durch Erschwerendes, Überflüssiges, Belastendes in seiner Wirkung, Existenz, in seinem Verlauf beeinträchtigen
  • sich beklagen, bei einer zuständigen Stelle Klage führen

Ich beschwere mich heißt also: weiterlesen »

Ich mache es allein

Ich gehöre zu den Menschen, die alles alleine schaffen wollen. Das hat sicher etwas mit Kontrolle bzw. Kontrollverlust zu tun. Ich möchte die Kontrolle über mein Leben behalten. Ich will mich nicht abhängig machen. Ich will, dass die Dinge auf meine Art erledigt werden. Ich will anderen Menschen ungern zur Last fallen.

Deswegen bin ich Anhänger der Idee, alles alleine schaffen zu wollen. Das ist riesengroßer Quatsch. Kein Mensch kann alles alleine schaffen. Jeder Mensch braucht mal Hilfe, Zuspruch oder ein offenes Ohr. Bis ich das begriffen hatte, ist eine Menge Zeit vergangen. Heute bin ich soweit, weiterlesen »

Brief an meinen alten Bürostuhl

Mein lieber alter Bürostuhl,

ich habe viele Jahre auf Dir gesessen. Sonderlich bequem warst Du nicht, aber auch nicht unbequem. Praktisch eben, durftest ja auch nicht viel kosten.

Du hast mich ertragen all die Jahre ohne zu murren.

Aber Du bist auch kleiner geworden in all den Jahren. Dein eines Bein hat sich langsam zusammengeschoben und nach unten durchgedrückt. Materialfehler oder die Schwere der Last, die Du zu tragen hattest?

Trotzdem hast Du mir all die Jahre treu gedient, ob ich konzentriert gearbeitet oder auf Dir gefläzt habe. Bis zu diesem einen Tag, dem letzten Tag, an dem ich auf Dir saß.
An diesem Tag warst Du kein Bürostuhl mehr. Du warst ein Gefängnis. Ich saß auf Dir, wie immer, doch ich hatte das Gefühl in einem dunklen Fahrstuhl zu sitzen Du rastest mit mir in die Tiefe – ohne Halt. weiterlesen »

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