Dezember 2015

Authentizität …

… oder den Ärger auch mal raus lassen

Nach einem Kurs, den ich an der Volkshochschule gehalten habe, stellte eine Teilnehmerin die Frage: „Sollte man seinem Ärger nicht raus lassen? Oder besser den Frust runterschlucken, wenn man wütend ist?“

Meine Antwort: „Rauslassen, was raus will! Authentizität ist wichtig, gegenüber mir selbst und meinen Gefühlen. Wenn du wütend bist, sei wütend. Wenn du verärgert bist, sei verärgert. Und dann zeig es auch!“

Sich über eine Sache zu beklagen und seine Wut offen zu zeigen sind zwei unterschiedliche Dinge. Meckern und Klagen weiterlesen »

Das Erste Gebot

„Du sollst an einen Gott glauben“ (kath.),
„Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (ev.)

Beim Ersten Gebot sind die beiden großen christlichen Kirchen nah beeinander. „Es gibt nur einen Gott“, lautet die klare Botschaft. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“.

Wie weit lässt sich das Gebot auslegen? Schauen wir ins Fernsehen, so begegnen uns jeden Tag viele Götter. Da ist von Sportgöttern und Musikgöttern die Rede, Schauspieler werden als göttlich bezeichnet. Haben wir uns köstlich amüsiert, finden das viele Menschen „einfach göttlich“. So viele Götter, dabei soll es doch nur einen geben. Und dann ist da noch das Geld, einst als Mammon verschmäht ist es heute zum Fundament des unerschütterlichen Glaubens an immer währendes Wachstum, Konsum und Materialismus geworden. Wie soll Gott im Himmel (oder wo auch immer) da mit seinen weichen Botschaften von Liebe und Mitmenschlichkeit mithalten können? weiterlesen »

Veränderung findet im Innen statt

Es geht mal wieder alles schief. Die Partnerschaft ist gescheitert, die Hälfte der Freunde ist mit dem alten Partner gleich mit weg, im Job klappt nichts mehr. Zeit für einen Ortswechsel. Neue Stadt, neue Liebe, neue Freunde, neue Bars, neues Glück. Das klingt attraktiv und die Probleme scheinen gelöst.

Neue Wohnung suchen, umziehen, Wohnung einrichten und dann ab ins neue Leben. Klappt gut, ein paar Wochen, ein paar Monate. Dann zeigt sich Ernüchterung. Ein neuer Partner ist nicht gefunden. Sicher, hier und da ein paar Bekanntschaften, nichts dauerhaftes. Ein paar Freunde zum Weggehen, nichts tiefgründiges. Ein neuer Job mit mehr Geld, nichts erfüllendes. Das so schön ausgemalte neue Leben am neuen Ort wird zur Einbahnstraße in die alten Probleme. weiterlesen »

Thema des Monats September 2015: FREIHEIT

Freiheit, lateinisch libertas, beschreibt die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen allen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. In der Philosophie und der Rechtswissenschaft der Moderne beschreibt Freiheit allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjektes.

Der Begriff der Freiheit in der Philosophie befindet sich in deiner ständigen Diskussion. Er befindet sich in einem permanenten Wandel, weil Freiheit gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen umfasst. Die Freiheit gehört zu den zentralen Begriffen der Menschheitsgeschichte.

In der westlichen Rechtstradition ist der Begriff der Handlungsfreiheit zentral: Das Handeln einer Person gilt als frei, weiterlesen »

Liebe und Freiheit

Freiheit ist das größte Gut des Menschen, Alles was Freiheit gibt, ist gut. Freiheit ist für mich der Grundwert schlechthin. Es gibt für mich nichts, was über der Freiheit steht.

Selbst die Liebe, muss sich der Freiheit unterordnen. Bitte was? Die Liebe ist doch das höchste und wichtigste Gut des Menschen, mag jetzt mancher denken. Da muss sich dann auch mal die Freiheit unterordnen.

Nein, für mich steht selbst die Liebe unterhalb der Freiheit. Warum?

Weil es ohne Freiheit keine wirkliche Liebe geben kann!

Wie soll ich jemanden lieben, wenn ich dabei nicht die Freiheiten habe, die ich brauche? Wie will ich jemals mit einem Menschen glücklich werden, ich du dafür meine Freiheiten aufgeben muss? Ich sage: Das geht gar nicht.

Viele Beziehungen zwischen Menschen beruhen auf Kompromissen: „Du gibst einen Teil deiner Freiheit zu Gunsten meiner Freiheit auf“. Das führt dann in den meisten Fällen in die Beziehungslethargie weiterlesen »

Was ist Lebensenergie?

In zahlreichen Kulturen auf der ganzen Welt finden wir Vorstellungen von einer universellen, alles durchdringenden Kraft. Diese Kraft ist praktisch überall vorhanden und umfasst alles Leben und alle Materie.

Energie ist unbegrenzt vorhanden. Jeder Organismus nimmt Lebensenergie auf, stellt sie selbst her, speichert sie und setzt sie für sich ein.

Lebensenergie ist das Fundament unseres Lebens.

Ohne Energie geht nichts. weiterlesen »

Heinrich, wie hältst Du´s mit der Religion?

Taufengel in der Kirche in Pahnitzsch bei Leipzig

Das ist die berühmte Gretchenfrage aus Goethes Faust. Wie halte ich es mit der Religion? Was ist Religion? Religion kommt aus dem Lateinischen und heißt ursprünglich gewissenhafte Berücksichtigung, Sorgfalt, bedenken‚ achtgeben. Gemeint war die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften. Heute ist das Religion ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte Kräfte und damit verbundene heilige Objekte ist.

Religionsgemeinschaften haben die Religion für sich vereinnahmt. Ob christliche, muslimisch oder jüdische Glaubensgemeinschaften – jede behauptet von sich, die einzig wahre Religion zu predigen und bezeichnet alle Menschen, die nicht an ihre Religion glauben, als Ungläubige. Und auch immer mehr Menschen bezeichnen sich als nicht gläubig, also als Atheisten. Atheisten sind Leute, die an gar nichts glauben. Moment mal, ich kenne keinen Menschen, der nicht an irgendetwas glaubt: an Gott, an Geld, an den Kommunismus, an die soziale Marktwirtschaft, an Außerirdische oder einfach nur an sich selbst. Glaube scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein.

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Positive Glaubenssätze

Zwei Engel

Es gibt ihn nicht, DEN ultimativen positiven Glaubenssatz. Der Glaube ist wahrscheinlich das persönlichste und individuellste, was ein Mensch besitzt. Denn im Wort Glaubenssatz steckt das Wort Glaube: Ein Glaubenssatz ist keine Realität, er ist der Glaube an etwas, an jemanden. Glaubenssätze kann man also auch als persönliche Religion bezeichnen. Jeder Mensch schafft sich seine Realität und erklärt und begründet diese mit seinen individuellen Glaubenssätzen.

Die persönliche Glaubenssatz-Religion ist nicht starr. Zumindest sollte sie es nicht sein. Meine Glaubenssätze kann ich jederzeit ändern. Genau dann, wenn ich merke, dass ein Glaubenssatz

  • mit der Realität nichts zu tun hat,
  • mich in meiner persönlichen Entwicklung hemmt,
  • nicht von mir stammt,
  • mit meiner Lebensrealität nichts (mehr) zu tun hat.

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Der Schrei nach Anerkennung

Schlosspark Güldengossa bei Leipzig

Ich hatte ein Erlebnis, das schon einige Jahre zurückliegt. Ich war mit Freunden in Prag, nach stundenlangem Marsch durch die Stadt, suchten wir uns ein kleines Café. Wir ließen uns nieder und bestellten. Am Nebentisch saß eine Gruppe Menschen, drei Männer, drei Frauen, die russisch sprachen. Sie unterhielten sich lautstark, die Frauen lachten kreischend auf, die Männer fläzten auf den Stühlen. Auf dem Tisch vor ihnen stapelten sich Teller, Tassen und Gläser. Viele Teller waren nur halb abgegessen. Sie waren mit den Essensresten achtlos übereinander gestapelt worden. Papierservietten und Speisereste lagen über den Tisch verstreut.

Die Szene entlockte mir den Gedanken: Wie kann man sich nur so aufführen? Die Antwort auf die Frage kam mir erst sehr viel später: „Das einzige, was diese Menschen wollen, ist Anerkennung. Vielleicht haben sie diese als Kind nicht bekommen und nun gilt es, das zu kompensieren. weiterlesen »

Jeden Tag eine gute Tat

Fassadendetail in Leipzig

Tue jeden Tag eine gute Tat – dann geht es Dir gut. Stimmt. Jeden Tag etwas Gutes tun für einen anderen Menschen. Das macht glücklich.

Doch was ist mit mir selbst? Zählt das geflügelte Wort auch dann, wenn ich jeden Tag etwas Gutes für mich tue?

Ja, auch das steckt in diesem Satz: „Tue jeden Tag eine gute Tat für Dich“. Denn nur, wenn es mir gut geht, dann kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen Menschen gut geht.

Es bringt gar nichts, immer nur andere glücklich zu machen und sich selbst hinten anzustellen. Bin ich in mir erfüllt, kann ich anderen Menschen zu ihrer Erfüllung helfen. Nur, wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere Menschen lieben.

Liebe dich selbst. Kümmer dich zuerst um dich selbst. Mach dich erst einmal selbst glücklich.

Die beste Mutter sorgt zuerst für sich selbst.
(unbekannt)

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