November 2016

Schnell entscheiden oder ausreichend nachdenken?

Ja was soll man denn nun machen? Entscheidungen schnell treffen oder gründlich nachdenken, bevor man entscheidet?

Beides ist gut … jedes zu seiner Zeit.

Ich kann noch so lange nachdenken, ich werde niemals durch nachdenken die Zukunft voraussehen können.

Ich kann eine Entscheidung sofort treffen, ich kann sie jedoch nie wieder rückgängig machen.

Genau das ist das Spannungsfeld, in dem man sich mit der Frage: „Schnell entscheiden oder gründlich nachdenken?“ bewegt.

Stehe ich z.B. im Supermarkt, ist es sinnlos, eine Stunde darüber nachzudenken, ob ich nun die Butter im roten Papier kaufe oder die Butter im blauen Papier. Was brauche ich zum Butterkauf? Informationen. Was unterscheidet die rote von der blauen Butter und welche kommt meinen Erwartungen oder Wünschen an nähesten. Fertig gedacht – und kaufen.

Wenn ich mir ein Haus kaufen oder bauen will, ist es sehr sinnvoll, weiterlesen »

Realität kontra Traumwelt?

Der Stärkere gewinnt. Die Großen fressen die Kleinen. Das ist in der Natur so. Und das ist auch bei Menschen so. Ist das gerecht?

Ich weiß nicht, ob das gerecht ist, aber es ist: REALITÄT: Was nützt mir alle Gerechtigkeit der Welt und ein rosarotes Wunschdenken, dass sich alle Menschen lieb haben, wenn ich im nächsten Moment eine aufs Maul bekomme?

Es nützt mir gar nichts. Denn die Realität ist so, wie sie ist. Es ist sinnvoller, die Welt so zu sehen, wie sie ist und nicht so sehen zu wollen, wie ich sie gern hätte. Manche Menschen perfektionieren ihr Leben in Traumwelten weiterlesen »

Dafür oder dagegen!?

Mich fragte vor kurzem jemand, wie er denn mit Nazis umgehen soll? Er erzählte, dass er immer bemüht sein, seinen Mitmenschen wertfrei zu begegnen und ihre Standpunkte zumindest zu respektieren. Aber bei Nazis gelänge ihm das irgendwie nicht.

Meine Antwort: „Das, was Du bereits bei anderen Menschen versuchst, nämlich ihnen wertfrei zu begegnen, mach auch bei Nazis. Be- und verurteile sie nicht.“

Er schaute mich fragend an. „Naja, aber die Sachen, die die sagen und machen kann ich nun mal nicht gut heißen und ich kann sie auch nicht respektieren, das geht gegen mein Weltbild.“

„Ja gut“, antwortete ich, „du musst diese Menschen nicht verstehen, du musst auch nicht gutheißen, was sie sagen oder machen und es ist auch völlig in Ordnung, wenn diese Leute nicht in dein Weltbild passen. Wenn Verurteilen weiterlesen »

Die Wirkung des Tuns

Ich erlebe immer wieder Menschen, die herumjammern. Sie lamentieren, was man doch hätte anders machen können uns was passiert oder nicht passiert wäre, wenn man denn dies oder das getan oder gelassen hätte. Und früher war sowieso alles besser.

Quatsch. Egal, was ich tue, es hat keine vergangenheitsverändernde Wirkung. Warum also über die Zeit ärgern, die vergangen ist? Es ist vorbei, für immer, nicht zu ändern. Wie viel Energie kostet das ewige Gejammer an der „Früher-war-alles-besser“-Front, wie viel Energie kostet das völlig sinnlose Nachdenken, was denn gewesen wäre, wenn ….

Die Vergangenheit heißt Vergangenheit weil sie vergangen ist. Weggegangen, vorbei. Im Nachhinein kann niemand mehr an der Vergangenheit etwas ändern. Deshalb: Tief durchatmen. Die Vergangenheit loslassen. Und dann wieder das Hier und Jetzt mit voller Energie anpacken.

Verantwortung

Ich habe mal nachgedacht. Trage ich mit dem, was ich hier auf meiner Internetseite schreibe, Verantwortung? Ja und Nein. Klar bin ich verantwortlich für das, was ich schreibe. Juristisch gesehen. Und auch auf mich selbst bezogen.

Ich bin verantwortlich für mich und damit dafür, dass das, was ich schreiben auch meinen Überzeugungen und Wertesystem entspricht. Integrität nennt man das.

Aber bin ich auch verantwortlich für das, was die Leser meiner Beiträge aus diesen herauslesen oder hineininterpretieren? Nein. Ich habe keine Verantwortung für andere Menschen, für niemanden. Und schon gar nicht dafür, was andere Menschen in meine Texte interpretieren noch, was sie mit anstellen. weiterlesen »

Ich traue mich

In einer Selbsthilfegruppe schrieb jemand auf ein Plakat den Satz „Ich traue mich“ und erntete Beifall. Ich dachte nach. Welchen Fall erfordert dieser Satz? Ich traue wen oder was – Akkusativ. Klar, aber stimmen Fall und gewollter Inhalt überein?

Nach einigem Nachdenken habe ich (hoffentlich) des Rätsels Lösung gefunden. Ich traue mich (also Akkusativ), bedeutet, ich traue mich. Trauen im Sinn von Verheiraten. Also: „Ich verheirate mich“. Sofern ich dies vorhabe – in Ordnung. Der Inhalt des Satzes in der Selbsthilfegruppe sollte jedoch ein anderer sein.

Ich habe Mut, ich wage etwas, ich laufe los, ich mache … Doch dieser Inhalt erfordert einen anderen Fall – den Dativ. Wem traue ich? MIR. Ich traue mir. Ich traue mir zu, kreativ zu sein, ich traue mir zu, alles zu schaffen, was ich schaffen will. Ich traue mir zu, mein Leben in die Hand zu nehmen. weiterlesen »

Ich gehe zum Bäcker – ein schwieriger Fall

Sonntagnachmittag beim Kaffeetrinken. Am Tisch zwei Deutschlehrer mit einem Problem. „Ich gehe zum Bäcker. Zum – Dativ. Wohin gehe ich? Wohin verlangt aber den Akkusativ. Und was nun? Ein Fehler in der deutschen Grammatik. Droht die nächste Rechtschreibreform?

Es hat mich zwei Tage des Nachdenkens gekostet, dann hatte ich des Rätsels Lösung. Der scheinbare Widerspruch zwischen Dativ und Akkusativ liegt in unserer Umgangssprache. Das Wort Bäcker weiterlesen »

Gedanken zum Buß- und Bettag

Am 18. November 2015 begehen die Christen in Deutschland den Buß- und Bettag. Der Tag, der auf Notzeiten zurückgeht, wurde im Laufe der Zeit immer wieder aus aktuellem Anlass angesetzt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird ein allgemeiner Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen. Bis 1994 war der Buß- und Bettag gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Zur Finanzierung der Pflegeversicherung wurde er ab 1995 abgeschafft. Nur im Freistaat Sachsen ist er bis heute gesetzlicher Feiertag.

Der Buß- und Bettag soll zur Reue für begangene Sünden aufrufen und eine Umkehr und Gesinnungsänderung zu Gott hin bewirken. Ist das in der heutigen Zeit noch aktuell? weiterlesen »

Veränderung als systemischer Prozess

Schlecht bezahlter Halbtagsjob, Aufstocker vom Amt. Keine Freunde, kein Partner. Ein einsames Leben in einer viel zu kleinen Wohnung und die Waage zeigt starkes Übergewicht. Kurz – eine Leben ohne Freude und Sinn. Zeit für Veränderung. Doch womit beginnen?

Veränderung beginnt mit der Einsicht in die Notwendigkeit. Diese kann sich einstellen, wenn der Leidensdruck stark ansteigt. Auch Impulse von außen können die Einsicht zu einer Veränderung auslösen.

Was war zuerst da? Habe ich keinen Partner, weil ich zu dick bin oder hat die Einsamkeit das Frustfressen befördert? Nutze ich meine Freizeit nicht, weil ich kein Geld für gemeinsame Unternehmungen oder habe ich kein Geld, weil ich mich nicht ausreichend um einen guten Job bemüht habe? Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei? weiterlesen »

Der größte Fehler im Leben

Im Friedenspark Leipzig

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welcher der größte Fehler in ihrem Leben war? Ich hab mir die Zeit einmal genommen und bin – nach einiger Zeit des Nachdenkens und Abwägens – zu einem Schluss gekommen.

Ich hab viel zu lange und viel zu stark auf das gehört, was andere für mich als richtig empfanden und was andere von mir erwartet haben, anstatt das zu tun, was mein Herz mir sagte.

Der einzige Mensch, der jemals wirklich wissen kann, was ihm liegt und was ihm Spaß macht, ist dieser Mensch selber. Und sonst niemand! weiterlesen »

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