November 2017

Wer nicht handelt …

… wird behandelt

Diesen Satz habe ich mal in einem Zimmer auf dem Arbeitsamt gelesen. Ich bin dafür, das auf jeden amtlichen Schreiben ab sofort in Großbuchstaben, fett und rot genau dieser Satz steht. Aber ich will ganz woanders hin.

Der Satz ist nämlich wirklich richtig gut. Mir ist eine Situation aus meiner Jugend eingefallen. Ich war in der Schule, achte Klasse, glaube ich. Mein Mathelehrer kam zu mir und sagte, er wolle, dass ich bei der Mathematik-Olympiade mitmache. Eine Art Schülerwettbewerb in Mathe. Nun ja, Mathe gehörte nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern und ich hatte absolut keine Lust. Das sagte ich meinem Lehrer auch, doch er meinte, ich wäre doch gut in Mathe und ich muss da mit machen. Gespräch beendet, Lehrer zufrieden, ich totunglücklich. weiterlesen »

Der schlaue Hamlet

Ich gestehe – Hamlet hat in der Schule nicht zu meiner Lieblingslektüre gehört.

Der verwöhnte Prinz sitzt in seinem goldenen Palast und jammert vor sich hin, anstatt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern. So meine damalige Meinung als 17-jähriger.

Nun bin ich älter und weiser geworden *lach*.

Da lässt der alte Shakespeare seinen Hamlet doch einen wirklichen Hammersatz sagen:

„Dass wir die Übel,
die wir haben, lieber Ertragen
als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewusstsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;“

Zugegeben, etwas geschwollen, deshalb übersetzte ich mal: weiterlesen »

Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Im Juni 2015 veröffentlichte die Barmer GEK eine Studie zur Zunahme von psychischen Erkrankungen bei der Krankenkasse versicherten Kindern und Jugendlichen.

Der Rückzug von Kindern und Jugendlichen wird in der Studie als leiser Hilfeschrei überforderter Kinder genannt.

Reagieren Eltern, Lehrer, Erzieher und pädagogische Fachkräfte nicht rechtzeitig, nimmt die Spirale der psychischen Belastung immer schneller an Fahrt auf.

Bei einer steigenden Zahl von Kindern und Jugendlichen sind Depressionen, Angst-, Ess- und Schlafstörungen alltägliche Begleiter geworden. Die Auswertung der Daten der Barmer GEK für den Zeitraum 2011 bis 2014 hat erschreckende Zahlen ergeben:

  • Angststörungen: 2011 bei insgesamt 2.098 Kindern diagnostiziert. 2013 ist die Anzahl auf 3.009 gestiegen.
  • Depressionen: 2011 bei insgesamt 338 Kindern diagnostiziert. weiterlesen »

Das schöne geregelte Leben

Das Leben ist doch schön. Alles ist geregelt, von der Wiege bis zur Bahre. Die Eltern kümmern sich und regeln alles, dann die Schule, dann der Ausbilder oder Professor und dann der Chef. Die Kirche regelt das Seelenheil und der Staat ist sowieso allgegenwärtig mit seiner Regelungswut. Ist doch bequem. Einfach machen, was die Menschen in der Umgebung wollen und vorsagen, die müssen es ja schließlich wissen. Keine Überraschungen, keine Risiken. Und ab in die Hängematte des geregelten Lebens.

Manche Menschen mögen gern so leben. Doch bei vielen regt sich ein unbestimmtes inneres Unbehagen. Obwohl sie alle Regeln befolgen, fühlen sie sich innerlich nicht gut. Anstatt das Leben entspannt genießen zu können, werden sie immer verspannter und unzufriedener.

Was tun? Noch mehr Regeln? weiterlesen »

Stressprävention an Schulen

Workshop der Fachstelle für Suchtprävention der AWO Halle-Saalekreis in Ostrau/Saalekreis, 10.10.2015

Einführung

  • Was ist Stress?
  • Wie entsteht Stress?
  • Was ist positiver und negativer Stress (Disstress und Eustress)?
  • Welche Stressoren gibt es?

IMG_1602Stress kommt aus dem Englischen und steht für Druck, Anspannung (lateinisch stringere, anspannen. Stress bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.

Stress kommt vor allem eine zentrale Bedeutung dafür zu, sich physisch und psychisch an sich verändernde Umweltbedingungen anzupassen.
Stress kann auch eine evolutionäre Wirkung haben mit der Folge, dass Belastungen besser ertragen oder letztlich durch eine entsprechende Stresstoleranz neutralisiert werden.

Das Auftreten von Stress bedarf einer sinnlichen Wahrnehmung weiterlesen »

Thema des Monats Juni 2015: GLAUBENSSÄTZE

Haben Sie Glaubenssätze? Nein? Denken Sie mal genau nach. Wie sieht es aus mit Sätzen, wie:

  • Ich muss immer …
  • Ich darf nicht …
  • Das ist eben so.
  • Das macht man nicht.
  • Die Welt ist …
  • Die Menschen sind …
  • Alle machen das so.


Viele Menschen tragen Glaubenssätze mit sich herum, die sie in ihrer Kindheit von anderen gehört haben – ihr Leben lang, ohne es zu merken. Und vor allem merken sie nicht, wie diese Glaubensätze sie in ihrem Leben behindern.

  • Das darfst Du nicht.
  • Dafür bist Du zu klein.
  • Das kannst Du nicht.
  • Aus Dir wird nie etwas werden.

Solche, ähnlich und noch viel schlimmere Sätze hören Kinder Tag für Tag. Sie nehmen sie auf. Und weil diese Sätze von Erwachsenen Bezugs- und Vorbildpersonen kommen, nehmen die Kinder diese Sätze als wahr an. weiterlesen »

Natürlich bringt der Hase die Eier

Der Osterhase bringt die Ostereier, der Weihnachtsmann die Geschenke, die Sonne lacht eben vor sich hin, Mama ist die Beste der Größte und ob die Welt eine Kugel, eine Scheibe oder sonstwas ist, ist egal.

Die Welt von Kindern ist so schön einfach. Bis sie in die Schule kommen. Dort werden sie dann aufgeklärt. Der Hase kann gar keine Eier legen, weil er ein Säugetier ist. Der Weihnachtsmann kann die Geschenke nicht bringen, weil das für geschätzte hunderte Millionen Kinder auf der Welt gar nicht geht. Die Sonne lacht, ja, tut sie, aber da sind ja noch das Ozonloch und die Klimaerwärmung. Und die Erde ist eine Kugel, oder nein, doch nicht, eher ein unförmiges Etwas, was mit großer Geschwindigkeit durch das Weltall rast und sich dabei um sich selbst und um die Sonne dreht. weiterlesen »

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen – Thesen zum Thema

Wer bin ich?

Auf den ersten Blick betrachtet, scheinen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen dasselbe zu meinen. Doch schaut man sich die beiden Wörter genauer an, werden die verschiedenen Bedeutungen deutlich. Selbstbewusstsein heißt: Sich-seines-selbst-bewusst-sein. Oder anders gesagt: sich selbst kennen. Zu wissen, wer man ist, beinhaltet mehr, als zu wissen, dass man Fritz oder Erna heißt oder wo man wohnt, welche Schuhgröße man hat und wie viele Freunde bei Facebook. Menschen verändern sich im Laufe ihres Lebens – ob sie wollen oder nicht. Sich selbst immer wieder ein bisschen neu kennenzulernen im Laufe eines Lebens gehört zu einem gesunden Selbstbewusstsein.

Vertrauen – Sicherheit und Wertigkeit

Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass ich mir selbst über den Weg traue. Vielmehr bedeutet es, auf seine Fähigkeiten und sein Wissen zu vertrauen. Und auch, seiner Eingebung oder Intuition zu vertrauen. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen – das Eine kann es nicht ohne das Andere geben.
Wer der eigenen Kraft und den eigenen Fähigkeiten vertraut, tut das mit Zuversicht. Ich traue mir etwas zu und dafür muss ich mich selbst gut kennen. Welchen Wert das Gefühl in die eigene Person hat, drückt das Wort Selbstwert aus. Selbst-Wert-Schätzung und Selbst-Liebe sind Grundlagen für ein gesundes Leben.

Sicherheit im Innen finden

Ein selbstsicherer Mensch findet Sicherheit und Stabilität in sich selbst. Er benötigt keine Bestätigung durch andere. Ein selbstsicherer Mensch muss anderen auch nicht überlegen sein. Er kennt seinen Selbstwert und das Verhalten anderer kann an diesem Wert nichts ändern. Selbstsicherheit zieht Selbstbehauptung nach sich. Selbstbehaupten bedeutet stark sein – innerlich stark. Klare Aussagen, klare Grenzen: „Ja, ich will“ und „Nein“, ich will nicht“. weiterlesen »

Wertewandel oder Werteverfall? Teil V – Die Ent-Wertung des Menschen

Die Ent-Wertung des Menschen beginnt schon früh, in der Schule. Die Frage, ob Schulen im ländlichen Raum geschlossen werden, wird nicht danach beantwortet, wie sich dadurch der Schulweg und damit die Belastung für die Schüler verändert, sondern danach, ob die Schule mit weniger Schülern effektiv betrieben werden kann.

Kinder werden zu Objekten der Finanzplanung degradiert. Ihnen wird gezeigt, dass es die Gesellschaft nicht für wert-voll hält ist, ihnen ein kind- und jugendgerechtes Bildungsumfeld zu schaffen. Gleiches gilt für überfüllte Hörsäle und Seminare in Universitäten. Die Bildung junger Menschen wird als wert-los erachtet. weiterlesen »

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