Februar 2017

Manchmal können mich die Leute mal gern haben

Ich bekomme nicht nur positives Feedback. Mitnichten, es kommt auch viel Skepsis und Kritik. Wenn ich über Selbstbewusstsein spreche und sage, jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und jeder Mensch muss sich erst einmal um sich selber kümmern, hagelt es oft Kritik – von stillschweigender Verwunderung bis zu lauten Unmutsbekundungen.

Ich höre dann oft so etwas, wie: mit dieser egoistischen Einstellung schiebe man sich selbst ins Abseits, oder mit so einem unsozialen Verhalten bräuchte man sich nicht zu wundern, dass niemand mehr etwas mit einem zu tun haben will.

Nun ja, das stimmt sogar, auf eine gewisse Weise. Wer damit beginnt, sich selbst als Nummer 1 in seinem Leben zu betrachten wird immer auf ein paar Leute treffen, denen das nicht passt. Und die werden dann vermutlich Druck ausüben, beleidigt sein oder gar drohen.

Nun gut, sollen sie und dürfen sie auch. weiterlesen »

Tipp zum Neuen Jahr – wie Ziele erreichen funktioniert

Klassischer Fehler zum neuen Jahr: Viele Menschen nehmen sich viele Dinge vor, halten ihre „guten Vorsätze“ zwei Wochen lang durch und fallen dann reihenweise wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurück.

Woran liegt das? Wie kriegt man es in diesem Jahr endlich einmal hin, die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat?

Zunächst einmal zum „guten Vorsatz“. Die Psychologen bezeichnen als Vorsatz eine Absicht, in einer bestimmten Situation ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Oder anders gesagt: „Wenn die Situation X eintritt, werde ich Verhalten Y ausführen!“. Im Idealfall besteht der Vorsatz aus einer Spezifikation von Ort, Zeit, Art und Weise der Handlung.

Wenn X eintritt werde ich mich Y verhalten – das kann nicht funktionieren. weiterlesen »

Unter Druck wird vieles schwerer

Erwartungen und wie stark diese beeinflussen können

Manche Menschen fühlen sich genötigt, Erwartungshaltungen ihrer Mitmenschen gerecht zu werden und zeigen zu müssen, was sie drauf haben. Und das kann fatale Folgen haben.

Das Problem dabei ist, umso mehr man sich darauf einlässt, desto größer ist der Druck, den man sich selber macht. Und umso größer der Druck ist, desto weniger bekommt man auf die Reihe.

Dinge, die eigentlich einfach sind, werden plötzlich schwer.

Umso mehr Druck aufgebaut wird, weiterlesen »

Work & Life – wie komme ich in Balance?

Impulsvortrag zum „Tag der Familie 2016“ an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, 02. November 2016

Der Begriff Work-Life-Balance steht für einen Zustand, in dem Arbeitsleben und Privatleben miteinander in Einklang stehen – soweit die Definition. Was genau steckt hinter dem Begriff, der sich seit einigen Jahren inflationär entwickelt und verspricht, Arbeit und Leben ausbalancieren zu können?

Work-Life-Balance ist Quatsch! Work-Life-Balance ist ebensolcher Quatsch wie Zeitmanagement oder Selbstoptimierung.

Allein der Begriff Work-Life-Balance suggeriert, dass es Arbeit und Leben gibt. Wir leben also auf Arbeit nicht, oder wie darf ich mir das vorstellen?

In den letzten Jahren hat der Satz „Nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben“ seine Runde gemacht. Sinnvolle Tätigkeit, auch als Arbeit bezeichnet, die Spaß und Freude bringt, und das Leben gehören untrennbar zusammen, sofern wir ein glückliches und zufriedenes Leben führen.

Der Begriff Work-Life-Balance und alle, die ihn propagieren, gehen davon aus, dass Arbeit etwas anderes sei und abseits des Lebens passiert. weiterlesen »

Wer Zick-Zack geht kommt auch ans Ziel

Was soll man machen, wenn man absolut kein Plan hat, was man machen will? Antwort: Ausprobieren. Eins nach dem anderen.

Probieren, probieren und nochmals probieren. Bis man irgendwann dahin kommt, wo es Spaß macht und sich gut anfühlt. Alles theoretische Herumgerätsel bringt gar nichts. Nur durch das praktische Ausprobieren kann man herausfinden, was man wirklich will.

Bloßes Dahindenken reicht einfach nicht. Man kann sich nur zu etwas hin probieren. Das bedeutet, im Zick-Zack zu gehen. Der Weg wird länger. Aber er wird irgendwann auch ans Ziel führen.

Wie komme ich aus einem Motivationstief?

Immer mal wieder erzählen mir Leute, dass sie auf gar nichts Lust hätten. Sie nehmen sich zwar was vor, aber lassen es dann auch gleich wieder.

Und dann kommt die Frage an mich, was sie dagegen tun können?

Meistens empfehle ich dann folgendes: Loslegen. Mit irgendwas. Mit was spielt keine Rolle. Hauptsache in Aktion kommen. Das reicht für den Anfang schon aus. Aktion – egal in welche Richtung – ist der Killer für jedes Motivationstief.

Passive Phasen – Phasen ohne Motivation – können nur so lange bestehen, weiterlesen »

Erste Bürgerpflicht: Sorge Dich um Dich selbst!

Ich berate ehrenamtlich Menschen, die depressive Phasen haben, deren Angehörige und Freunde. Das macht Spaß und ist interessant, weil es meine beruflichen Aktivitäten ergänzt und mich die Problematik Depression aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt.

Vor einiger Zeit war eine junge Frau zur Beratung gekommen. Sie selbst war nicht von einer Depression betroffen, jedoch ihre Freundin. Studentin und im Prüfungsstress. Die Symptome waren eindeutig und die Freundin hatte sich bereits in therapeutische Behandlung begeben.

Worum ging es in dem Gespräch. Es ging natürlich nicht in erster Linie um die Person (also die Freundin mit Depression), die nicht anwesend war. Es ging um die Freundin (ohne Depression), die zur Beratung gekommen war.

Was war ihr Problem? weiterlesen »

Die Apokalypse steht unmittelbar bevor!!!!!

Was? Wie das denn? Wer sagt denn sowas? Ich sag das. Na gut, ich habe jetzt keine stichhaltigen Beweise dafür den nahenden Weltuntergang. Ich habe jedoch den Eindruck, dass das Ende jeden Tag kommen kann, wenn ich in die Gesichter mancher meiner Mitmenschen schaue.

Ich lade Sie ein zu einem Experiment. Setzen Sie sich in ein Café oder auf eine Bank und beobachten Sie Menschen. Schauen Sie in deren Gesichter. Und zählen Sie mal: wie viele freundliche, entspannte Gesichter sehen Sie? Wie viele zerknirschte und zerknitterte Gesichter zählen Sie?

Ich mache dieses Experiment immer mal wieder und ich kann sagen: Letztere sind in der deutlichen Überzahl. weiterlesen »

Wie kommt man zu Zufriedenheit?

Letztens sagte jemand zu mir: „Ich will immer genau das, was ich gerade nicht habe? Ich weiß nicht, ob das anderen Menschen auch so geht, ich leide darunter.“

Ich konnte die Person erst einmal beruhigen. Sie ist mit ihrem Problem nicht allein. Wer kennt dieses Gefühl nicht – wahrscheinlich über 90% der Menschheit. Ich denke, das ist erst einmal etwas ganz menschliches. Zum Problem wird es, wenn ich mich ständig damit herumquäle, etwas anderes haben zu wollen – wenn mir nie etwas genug ist oder wenn meine eigene Situation mir immer schlechter vorkommt, als die des Nachbarn.

Allen anderen geht es irgendwie besser, als mir. Die Anderen haben mehr Zeit, mehr Geld, die besseren Freunde, mehr Spaß am Leben, weiterlesen »

„Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit“ (?)

„Wir müssen alles dafür tun, um unsere Sicherheit zu verteidigen. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit“, diese Worte sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nach dem Attentat von München.“

Ich habe einige Zeit über diesen Satz nachgedacht. Stimmt es, was der Ministerpräsident sagt, oder doch nicht? Zunächst sei angemerkt, dass der Satz nicht von Horst Seehofer stammt. Wilhelm von Humboldt hat im Jahre 1792 den Satz geprägt: „Denn ohne Sicherheit ist keine Freiheit.“

Was Humboldt mit seinem Satz meinte, können wir nur annehmen. Möglicherweise wollte er sagen, dass die Freiheit, die gemeinschaftskonform ist, nicht die Freiheit sein kann, in der jeder tun oder lassen kann, was er will, ohne Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen. Die Humboldt’sche Freiheit beinhaltet aber auch den Begriff der Sicherheit. Freiheit und Sicherheit werden oft als gegensätzlich bezeichnet, als widersprüchlich, wenn sie gemeinsam genannt werden. Gibt es Freiheit ohne Sicherheit oder gibt es da, wo zu viel Sicherheit ist, keine Freiheit mehr?

Freiheit und Sicherheit sind keine Gegensätze. Humboldt sagte, weiterlesen »

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