Burnout

Tagebuch eines Burnout-Falls

Odyssee durch die Schulmedizin

Ich war nun auf der Suche nach einem Verhaltenstherapeuten. Und fand auch einem, der mir mit sechs Monaten die kürzeste Wartezeit in Aussicht stellte.

Dann passierte Monate lang nichts. Ich wurde immer weiter krankgeschrieben, wartete auf einen Therapieplatz. Ich fand Anfang 2013 auch einen, wo ich sofort hätte hingehen können. Es gab nur einen Schönheitsfehler: die Therapeutin arbeite mit alternativen Methoden und das sieht das Sozialgesetzbuch nicht vor. Meine Krankenkasse lehnt die Übernahme der Kosten ab und ich wartete weiter.

Im Mai 2013 schloss meine Hausärztin ihre Praxis. Ich brauchte also einen neuen Hausarzt und fand eine Praxis ganz in meiner Nähe, die neben der klassischen Medizin auch Homöopathie anbot. Da ich mit homöopathischen Kügelchen und Schüsslersalzen sehr viel mehr anfangen kann, als mit pharmazeutischen Produkten, ging ich voller Erwartung zu meiner neuen Ärztin.

Ich erzählte wieder meine ganz Geschichte. Die Ärztin rief ihre Kollegin dazu und im Zimmer saß noch eine Medizinstudentin. Ich war noch nicht mal bei der Hälfte meiner Geschichte angelangt, als die Aufregung unter den Damen ihren Höhepunkt erreichte und sich Hektik breit machte. Ich müsse sofort zu einem Psychologen und das ganze dauere ja schon viel zu lange. Ich hörte auf zu sprechen und dachte bei mir: Wenn ihr mich einmal zu Ende erzählen lassen würdet, dann wüsstest ihr, dass ich erhebliche Fortschritte gemacht habe und keinesfalls nichts passiert ist. Aber dazu kam ich nicht.

Ich zeigte der Ärztin auch die homöopathischen Mittel, die ich einnahm. „Können Sie weiter nehmen“ war alles, was sie dazu sagte. Das hat mit Homöopathie nichts zu tun.

So suchte ich also einen neuen Psychologen. Wie viele Praxen ich anrief, weiß ich nicht mehr. Von einer generellen Ablehnung neuer Patienten, über eine Wartezeit von mehreren Wochen, über die Auskunft: „Der Doktor verschreibt aber nur Tabletten“ war so ziemlich alles dabei.

Ich fand dann doch einen Psychologen. Und der machte endlich einmal das, was schon viel früher notwendig gewesen wäre: er ließ nach organischen Ursachen suchen, ein Jahr nach dem Tag X. Gefunden wurde nichts, aber es war gut, das zu wissen.

Und dann tat er das, was Ärzte können: Tabletten verschreiben. Sie ahnen es, ich lehnte ab, unsere Wege trennten sich.

In dieser Zeit kam ein neues Problem hinzu – ein massives Hautproblem. Schuppenbildung, große rote Flecken auf den Oberarmen, was noch erträglich gewesen wäre, aber auch im Gesicht. Ich fand eine Hautärztin, ihr erzählte ich wieder meine ganze Geschichte und sie erkannte den Zusammenhang. Es gibt noch Hoffnung in der Schulmedizin. Ihre Diagnose: „Das will was raus“. Wir ließen es raus, es dauerte 3 Monate.

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Autor: Mirko Seidel am 19. Mai 2015 08:38, Rubrik: Burnout, Texte & Gedanken, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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