Burnout

Tagebuch eines Burnout-Falls

Die Suche nach Alternativen

Sie erinnern sich noch an meinen Freund, den ich fragte: „Was willst Du hören? Etwas Nettes oder die Wahrheit?“ und der sich für die Wahrheit entscheiden hatte?

Er ist Coach. Er bot mir an, mit mir zu arbeiten. Bis dahin hatte ich von Coaching keine gute Meinung. Scharlatanerie und Leute, die selbst nicht genau wissen, was sie tun. Trotzdem nahm ich das Angebot an. Ich wollte probieren, was Coaching ist und ob es mir helfen kann. Ich war mir aber auch sicher, ich beende das Ganze sofort, wenn ich mich dabei unwohl fühle.

Und so fingen wir im Juli 2012 an, miteinander zu arbeiten. Das Coaching dauerte etwa 10 Monate. In diesen 10 Monaten habe ich mich mehr mit mir auseinander gesetzt, als in den 40 Jahren vorher. Ich habe gelernt, auf meine innere Stimme zu hören. Ich habe gelernt, meine Stärken und Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Ich habe gelernt, Loszulassen und Nein zu sagen. Ich hatte jede Woche einen Menschen, der mir geduldig zugehört hat. Und allein dieses Reden war jedes Mal eine unbeschreibliche Befreiung.

Ich habe in dieser Zeit Schüsslersalze und homöopathische Mittel genommen, Autogenes Training gelernt und vor allem habe ich gelernt, mich um das Wichtigste in meinem Leben zu kümmern – um mich. Ich habe alle Vorstandposten in den Vereinen aufgegeben.

Ende 2012 wurde ein Wunsch in mir immer stärker: ich wollte meine Erfahrungen an andere Menschen weitergeben. Wie das aussieht, wusste ich damals auch noch nicht. So begannen wir im Coaching daran zu arbeiten, was ich will, was mir Spaß macht und vor allem, ob man damit auch Geld verdienen kann. Spaß ist toll, aber ohne Geld nützt er auch nichts.

Zwei Dinge kristallisierten sich heraus:
Erstens: Ich fahre gern Fahrrad, fotografiere gern und interessiere mich für Architektur, besonders Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Kirchen.
Zweitens: ich war der festen Überzeugung, dass es meine Aufgabe – oder nennen wir es Berufung – ist, Menschen, die nach ihrem Weg suchen und dabei nicht auf den ausgetretenen Pfaden der Schulmedizin wandeln wollen, zu unterstützen.

Aber wie daraus nun ein Lebens- und Einkommensmodell machen? Mein Freund ist nicht nur Coach, er ist auch Unternehmensberater, wie praktisch. So arbeiteten wir weiter, nun an meiner beruflichen Zukunft.

  • Radfahren – Fotografieren – Architektur, das klingt nach Tourismus.
  • Menschen helfen, neue Wege zu finden, das klingt nach Coach.

Aber da gab es immer noch meinen alten Arbeitsplatz. Ich war weiter krankgeschrieben, damit immer noch angestellt. Aber ich merkte, ich muss eine Entscheidung treffen. Und die habe ich getroffen. Ich habe mich entschieden, meinen alten Arbeitsplatz aufzugeben und mich in das Abenteuer Selbstständigkeit zu stürzen.
Ich gründete das Unternehmen Architektur-Blicklicht, mit dem ich einerseits Radtouren, Wanderungen und Reisebegleitung in die Kulturlandschaft Mitteldeutschland anbiete und andererseits eine umfangreiche Datenbank über die Architekturschätze Mitteldeutschlands erstelle.

Ich machte eine Ausbildung zum Burnout-Therapeut, systemischen Coach und Mediator.

Nun ist es nicht so, dass man mit der Selbstständigkeit auch gleich viel Geld verdient. So führte mich mein Weg auf das Arbeitsamt Leipzig. Ich wusste, was ich wollte, ich hatte Ausbildungen gemacht bzw. geplant. Das Arbeitsamt sollte froh sein, das jemand kommt, der weiß, was er will, der ein Ziel und einen Plan hat und um den es sich nicht kümmern muss. Dachte ich. Aber weit gefehlt.

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Autor: Mirko Seidel am 21. Mai 2015 11:44, Rubrik: Burnout, Texte & Gedanken, Themen, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

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