Persönlichkeitsentwicklung

Über Offenheit und Wachstum

Oder, warum Uniformität einschränkt

Menschen zeigen gern durch ihr Äußeres, welcher Gruppe, politischer Einstellung, Gehaltsgruppe oder sozialer Schicht sie angehören. Nehmen sie sich einmal die Zeit, setzten sich auf eine Bank und beobachten mehrere Stunden oder Tage die Menschen, die an Ihnen vorüber gehen. Vorzugsweise in einer größeren Stadt. Da werden sie viele Typen sehen. Fein gekleidete Damen in hochhackigen Schuhen, die fast wie aus einer anderen Welt zu sein scheinen, Herren in feinem Zwirn mit Schlips, Punks in zerrissenen Hosen und bunten, wilden Haaren, graue Mäuse und Menschen die irgendwie nur auffallen wollen, egal wie.

Das kann man Individualität nennen, jeder soll schließlich das anziehen, was ihm gefällt und so aussehen, wie er sich wohl fühlt. Und doch ist eine gewisse Uniformität nicht zu übersehen. Gehen Sie einmal in eine Bank. Dort werden Ihnen die Herren (fast) ausschließlich im dunklen Anzug, Hemd, Kragen und Krawatte und die Damen im kleinen Schwarzen oder dem businesstauglichen Hosenanzug gegenübertreten. Auch Versicherungsvertreter werden wahrscheinlich niemals bei Ihnen klingeln, ohne vorher den Anzug und die Krawatte angelegt zu haben. Hinter dem Aussehen von Punks steht eine ganz klare Haltung, nämlich die Antihaltung zu Staat und Gesellschaft und das möchte die Anhänger dieser Gruppe mit ihrem Aussehen auch deutlich machen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Was steckt hinter dieser Zivil-Uniformierung? Verschiedene Gründe führen dazu, dass Menschen in bestimmten Berufen, Positionen oder Gesinnungen sich eine Uniform verpassen:

  • Ich zeige, wozu ich gehöre,
  • Ich identifiziere mich mit dem, was meinen Beruf, meine Einstellung oder meine Position ausmachen (oder auszumachen scheinen),
  • Ich grenze mich gegenüber anderen ab,
  • Ich zeige meinen Status,
  • Ich ziehe das an, was von mir erwartet wird,
  • Ich kleide und style mich so, wie es von mir erwartet wird oder wie ich denke, dass es angemessen ist, usw.

Warum tragen Ärzte weiße Kittel? Warum gibt es Zunftkleidung? Genau aus demselben Grund, warum es Militäruniformen gibt. Ich zeige, auf welche Seite ich gehöre. Militäruniformen haben noch den Vorteil, dass ich von den eigenen Leuten nicht erschossen werde.

Hinter jeder Uniformierung steckt eine Form von Einengung. Wer sich in eine Richtung einengt – sei es im Denken oder im Äußeren – der kann nur beschränkt offen für Neues sein. Doch genau dort findet Erkenntnis und Wachstum statt und damit Leben.

Nur wenn ich Neues ausprobiere kann ich erfahren, welche Fähigkeiten und Ressourcen ich habe, wo meine Grenzen sind oder wo ich an meine Grenzen stoße. Ob ich mich uniformiere und damit einenge oder bereit bin, Neues zu probieren und auch mal „anders“ zu sein, als von mir erwartet wird, liegt bei mir selbst. Im OFFEN-SEIN gegenüber allem Neuen liegt das Wachstum.

Stichworte:
, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Einen Kommentar schreiben

©2017 – blicklicht-leben.de – Burnout-Therapeut & Burnout-Coach Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig, Telefon: 0341 46 86 68 73
Burnout & Depressionen - Beratung, Coaching, Hilfe, Prävention, Perspektiven, Unterstützung  -  Kontakt   -   Impressum