Texte & Gedanken

Veränderung – der einfache oder der beschwerliche Weg?

Eine Bergtour braucht vieles, um erfolgreich sein zu können. Das Gleiche gilt für Veränderungsprozesse. Sie benötigen am Anfang einen verstärkten Kraftaufwand, damit der Veränderungsprozess überhaupt in Bewegung kommt. Nach dem Start ist ein kontinuierlicher Kraftaufwand erforderlich, um den Prozess in Bewegung zu halten und letztlich das Ziel der Veränderung zu erreichen.

Was für eine Bergtour die gute Vorbereitung und die Kondition sind, das kann für eine Veränderung das persönliche Engagement, der Wille zur Veränderung oder auch der Veränderungsdruck sein.

Der einfache oder der beschwerliche Weg

Je steiler der Berg, desto mehr Kraft braucht ein Bergsteiger. Es ist daher sinnvoll meine Energiereserven zu überprüfen, bevor ich loslaufe. Oder ich sollte mich erkundigen, ob es einen leichteren Aufstieg gibt, oder etwa eine Seilbahn? Vorsichtshalber sollte ich auch Energie mitnehmen (Verpflegung). Ansonsten laufe ich Gefahr, auf halber Strecke stehen zu bleiben oder wieder zurückzurollen. Auf die Veränderung von Menschen bezogen, heißt das:

  • Überlegen, wie groß mein Vorhaben sein wird,
  • Fragen, welche Kraftreserven habe ich?,
  • Traue ich mir den steilen Weg zu?,
  • Oder nehme ich einen anderen, leichteren Weg?,
  • Wo und von wem kann ich Hilfe bekommen, wenn ich merke, dass meine Kraft für das Vorhaben nicht ausreicht?

Was sind Sie für ein Bergsteiger?

Für den Erfolg von Veränderungen ist auch die Technik und Ausstattung verantwortlich. Steige ich auf einen steilen Berg mit Sandalen oder nehme ich feste Wanderschuhe mit? Jedes Schuhwerk hat Vor- und Nachteile. Will ich im Flachland im Sommer spazieren gehen sind die schweren Bergschuhe sicher nicht sinnvoll. Übertragen heißt das, jeder Mensch hat Stärken und Schwächen.

Ich muss wissen, welche Fähigkeiten ich habe, welches Wissen und wie meine Voraussetzungen aussehen. Nur so kann ich auch einschätzen, welche Veränderungen für mich sinnvoll sind und was ich mir vornehmen kann, ohne dass das Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Wenn meine Voraussetzungen nicht zu dem passen, was ich mir vorgenommen habe, sollte ich zunächst an mir arbeiten, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Realismus ist gefragt.

Eines muss klar sein – das Ziel

Für eine Bergtour muss ich wissen, wo es langgehen soll. Ohne Wanderkarte werde ich mein Ziel nur sehr schwer, auf Umwegen oder gar nicht erreichen.
Menschen brauchen Ziele, damit die angestrebten Veränderungen erfolgreich sein können. Nur wenn ich weiß, was ich persönlich will ist es sinnvoll, etwas zu verändern. Ziel- und planlose Veränderungen gehen selten gut aus. Ich könnte irgendwo ankommen, wo ich gar nicht hin wollte. Immer erst überlegen: wo will ich hin, dann erst loslaufen.

Neue Wege beschreiten

Wer nur auf asphaltierten Wegen läuft, macht es sich leichter. Diese Wege können aber überfüllt sein und ich laufe immer nur anderen hinterher. Veränderungen zu initiieren heißt deshalb sehr oft, neue Wege zu beschreiten. Wenn ich mich auf neue Wege begeben will, kann ich mich meistens nur selten auf bereits gebauten Wegen vorwärts bewegen. Ich muss mir meinen eigenen Weg bahnen. Das kann beschwerlich sein und ich komme vielleicht nur langsam auf diesem Weg voran.

Neues Terrain zu beschreiten bedeutet aber auch, dass ich einer der Ersten bin. Vielleicht findet sich ja auch ein, der mich auf meinem neuen Weg begleitet und unterstützt.

Lesen Sie zu diesem Artikel auch weitere Beiträge zum Thema Veränderung.

Stichworte:
, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Autor: Mirko Seidel am 27. Okt 2015 11:54, Rubrik: Texte & Gedanken, Themen, Veränderung, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback-URL

Einen Kommentar schreiben

©2017 – blicklicht-leben.de – Burnout-Therapeut & Burnout-Coach Mirko Seidel, Sigismundstraße 3, 04317 Leipzig, Telefon: 0341 46 86 68 73
Burnout & Depressionen - Beratung, Coaching, Hilfe, Prävention, Perspektiven, Unterstützung  -  Kontakt   -   Impressum